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Zvonimir Serdarusic trainierte den THW Kiel von 1993 bis 2008 © getty

Der Ex-Erfolgscoach spricht erstmals über das Ende seiner THW-Ära. Er selbst habe dabei eine Rebellion der Spieler verhindert.

Von Tobias Schröter

München - Fünf Monate lang war er ruhig. Äußerlich.

Innerlich aber muss es in Kiels ehemaligen Meistertrainer Zvonimir "Noka" Serdarusic über diese lange Zeit hinweg gebrodelt haben.

Denn als er sich nun zum ersten Mal ausführlich über das Ende seiner Ära beim THW äußerte, brach es aus dem Kroaten heraus.

Als "ganz perverses Ding" bezeichnete der 58-Jährige die Umstände seiner Entlassung im Juni dieses Jahres.

"Die Spieler wollten sich verbünden"

"Niemand war in Kiel. Die Mannschaft nicht, ich nicht. Die Spieler wollten sich verbünden und sich für mich einsetzen", schilderte Serdarusic der "Bild am Sonntag".

Er habe seine Schützlinge dann aber zurückgepfiffen und sie angehalten, sich auf Olympia zu konzentrieren.

"Ich frage mich immer, was ich falsch gemacht habe. Vielleicht waren auch 35 Titel drin", rätselte der Altmeister, der in 15 Jahren bei den Zebras 25 Titel holte.

"Schwenker will sich gut verkaufen"

Hintergrund der Entlassung soll das zerrüttete persönliche Verhältnis zwischen Serdarusic und THW-Manager Uwe Schwenker sein.

Entsprechend verlor der Kroate kein gutes Wort über seinen ehemaligen Erfolgspartner.

"Der will sich nur gut verkaufen. Aber es gibt keinen Kontakt, kein Hallo, wenn wir uns sehen."

"Niemand soll das wissen"

Gegen den TBV Lemgo hatte Serdarusic erstmals wieder ein Spiel in der Sparkassen-Arena besucht (Gala vor den Augen des Lehrmeisters), war dabei mit spontanem Zuschauer-Applaus bedacht worden.

Mit der Rückkehr habe es aber nur wegen gesundheitlicher Probleme so lange gedauert: "Ohne meinen Bandscheibenvorfall wäre ich viel früher zu einem Spiel gegangen."

Dass dabei ein offizielles Willkommen ausgeblieben war, wunderte den Meistertrainer nicht. "Würde der Hallensprecher mich begrüßen, würde er wahrscheinlich gefeuert. Der Verein hält schön ruhig damit, dass ich da bin. Niemand soll das wissen", schickte er eine weitere Spitze gegen die THW-Führung.

"Kiel wird noch stärker"

Seinen ehemaligen Schützlingen traut Serdarusic derweil noch eine weitere Steigerung zur aktuellen Dominanz zu.

"Karabatic, Kavticnik und Andersson werden Jahr für Jahr reifer und nächste Saison stärker."

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