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Angespanntes Verhältnis: Füchse-Coach Lommel (r.) und Manager Hanning (l.) © imago

Nun ist es fix: Trainer Jörn-Uwe Lommel nimmt zu Saisonende bei den Füchsen seinen Hut, ein Nachfolger ist bereits gefunden.

Von Tobias Schneider

München - Die Spatzen pfiffen es schon länger von den Dächern, nun ist es fix:

Bundesligist Füchse Berlin und ihr Trainer Jörn-Uwe Lömmel gehen nach Ende der Saison getrennte Wege.

"Ich gehe aus privaten, persönlichen Gründen. Ich brauche eine andere Aufgabe. Ich habe die Option frühzeitig gezogen, damit der Verein Planungssicherheit hat", sagte Lommel der "B.Z.".

Ein Nachfolger für den 50-Jährigen scheint bereits gefunden. Neuer Coach wird demnach der Isländer Dagur Sigurdsson, zurzeit österreichischer Nationaltrainer.

Lommel nicht unumstritten

Damit endet nach vier Jahren die Zusammenarbeit zwischen dem Erfolgscoach und den Füchsen, die Lommel vor vier Jahren übernahm und in die Bundesliga führte.

Trotz des sportlichen Erfolgs war Lommel in Berlin aber nie unumstritten, insbesondere durch seine unnachgiebige Art soll der Coach Teile des Teams gegen sich aufgebracht haben.

Auch das Verhältnis zu Manager Bob Hanning gilt seit längerem als belastet.

Hanning glaubt aber nicht, dass durch Bekanntwerden des Trainerwechsels die sportliche Situation leidet:

"Ich bin mir ganz sicher, dass sich die Nachricht vom Trainerwechsel nicht negativ auswirken wird. Im Gegenteil: Der Trainer will alles versuchen, noch in den Bereich der Europacup-Plätze zu kommen."

Gerüchte und Spekulationen

Seit Wochen hielten sich hartnäckig Gerüchte, wonach die Ablösung Lommels bereits beschlossene Sache ist - allerdings noch kein Nachfolger gefunden sei.

Als Berichte durch den Blätterwald geisterten, die Lommel als tunesischen Nationaltrainer ins Gespräch brachten und Hanning damit kokettierte, ihm "keine Steine in den Weg zu legen", platzte Lommel der Kragen:

"Das geht an die Nerven, das macht langsam keinen Spaß mehr." Spätestens seit diesem Zeitpunkt war das Tischtuch wohl endgültig zerschnitten.

"Er passt hundertprozentig"

Mit Dagur Sigurdsson haben Berlins Verantwortliche prompt einen Nachfolger aus dem Hut gezaubert.

Der 35-jährige Isländer, derzeit österreichischer Nationalcoach, wird in Berlin einen Zweijahres-Vertrag unterschrieben, nach Auskunft von Hanning aber bis zur EM 2010 auch weiterhin die Auswahl Österreichs betreuen.

"Sigurdsson ist bereit, mit Frau und drei Kindern nach Berlin zu ziehen. Er passt somit hundertprozentig in unser Anforderungsprofil", so Hanning.

Vor seinem Amt als Nationaltrainer agierte Sigurdsson vier Jahre lang als Spielertrainer beim österreichischen Spitzenklub A1 Bregenz, ehe der Isländer als Manager und Geschäftsführer in seiner Heimat bei Valur Rejkjavik anheuerte.

In Deutschland ist Sigurdsson ebenfalls kein Unbekannter: Von 1996 bis 2000 spielte der Isländer für Wuppertal, schaffte 1997 den Aufstieg in die Bundesliga.

Mitbringsel aus Island?

Mit der Verpflichtung Sigurdssons gehen Gerüchte über potenzielle Neuzugänge aus dem Land des Olympia-Zweiten einher.

Hanning beobachtete beim Länderspieltest der Isländer gegen Deutschland abermals den Linkshänder Runar Karason, auch der Ex-Gummersbacher Sverre Andreas Jakobsson soll das Interesse Hannings geweckt haben.

Ohnehin hat Berlins Manager ein Faible für Spieler von der Vulkaninsel: "Sie stehen für Nachhaltigkeit. Sie ersetzen ihre Stars mit Spielern aus den eigenen Reihen, und deshalb haben sie immer wieder neue Talente. Da wollen wir auch hin."

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