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Blazenko Lackovic wurde mit Kroatien 2003 Weltmeister und 2004 Olympiasieger © getty

Der HSV will gegen Gummersbach den ersten von vier Matchbällen zum Titelgewinn nutzen. Eine wichtige Stütze kehrt zurück.

Von Annette Bachert

München/Hamburg - Der langersehnte Meistertitel ist für den HSV Handball nur noch einen Sieg entfernt.

Bereits vier Spieltage vor Saisonsende der Toyota HBL kann sich das Team von Martin Schwalb am Mittwoch in der heimischen O2 World gegen den VfL Gummersbach (ab 20.15 Uhr im LIVESTREAM auf SPORT1) zum Deutschen Meister krönen.

"Da wollen wir ein Fest abbrennen", kündigte Keeper Johannes Bitter bei SPORT1 vor wenigen Tagen an.

Und weiter: "Wir möchten unbedingt vor unseren Fans alles klar machen. Dafür werden wir alles geben", verspricht der Nationaltorhüter.

"Natürlich sind alle heiß auf diese Partie. Uns wird eine Möglichkeit geboten, auf die wir lange hingearbeitet haben ? und das vor den eigenen Fans. Mehr Motivation braucht es nicht", weiß HSV-Coach Schwalb.

"Müssen die Leidenschaft weiter leben"

Doch der Gegner ist kein Unbekannter.

Im letzten Jahr fügten die Oberbergischen dem HSV in eigener Halle eine empfindliche 31:39-Niederlage zu und nahmen die entscheidenden beiden Punkte mit nach Hause, die den Elbstädtern am Ende im Titelrennen gegen den THW Kiel fehlten (DATENCENTER: Toyota HBL).

Schwalb und sein Team sind also gewarnt. Die Marschroute ist klar: "Wir wollen Meister werden, aber wir sind es noch nicht. Wenn man nur fünf Prozent der Leistung nicht abruft, reicht das nicht mehr. Denn Gummersbach ist alles andere als ein Leichtgewicht."

"Wir müssen die Leidenschaft weiter leben, ohne nachzulassen", fordert der Coach seine Profis auf.

"Blazenko verkörpert Weltklasse"

Für die Mission Meisterschaft kann Schwalb auf den kompletten Kader zurückgreifen.

Michael Kraus, der im Auswärtsspiel bei den Rhein-Neckar Löwen (Bericht) nach überwundenen Knieproblemen noch zugeschaut hatte, ist wieder einsatzfähig. Auch der zuletzt angeschlagene Blazenko Lackovic (Schulterprobleme) kann wieder voll ins Geschehen eingreifen.

Für Spielmacher Kraus kann der Kroate zum entscheidenden Faktor werden.

"Er ist ein unheimlich wichtiger Spieler für uns. Blazenko verkörpert auf seiner Position Weltklasse, wie nur wenige sie besitzen", sagte Kraus der "Mopo".

"Das einfachste Spiel der Saison"

Beim VfL sieht es nicht ganz so rosig aus. Mit Goran Stojanovic fällt die Nummer eins im Tor des VfL wegen anhaltender Rückenbeschwerden bis Saisonende aus. Doch wurde für den Montegriner mit dem 40-jährigen Vladan Krasavac ein erfahrener Ersatz verpflichtet.

VfL-Rückraum-Shooter Christoph Schindler sieht der Partie beim Tabellenführer überhaupt sehr entspannt entgegen: "Für uns ist es das einfachste Spiel der Saison. Der HSV ist in dieser Saison die mit Abstand beste Mannschaft, deshalb erwartet keiner etwas von uns."

Ehrgeizig geht er natürlich trotzdem in die Partie: "Trotzdem wollen wir natürlich versuchen, das Spiel zu gewinnen und werden am Ende sehen, was dabei herauskommt."

Der Zeitpunkt unwichtig

Aber auch, wenn dem HSV der Titel bereits am Mittwoch nicht mehr zu nehmen sein sollte, die Meisterschafts-Trophäe bekommen die Hamburger erst am 1. Juni beim letzten Heimspiel gegen den TBV Lemgo überreicht.

Den Schampus könnte man an der Elbe dennoch schon kalt stellen. Letztlich ist es egal, ob am 31. oder 33. Spieltag die Korken knallen.

"Wann, das ist mir wurscht. Denn fest steht: Meister bist du dann ein ganzes Leben lang", wie Schwalb weiß.

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