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Für Martin Schwalb ist es die erste Meisterschaft als Trainer © getty

Der HSV lässt gegen Gummersbach nichts anbrennen und feiert die verdiente Meisterschaft. Es wartet eine besondere Siegprämie.

Hamburg - Gleich den ersten Matchball genutzt und die Fans verzaubert: Mit einem ungefährdeten 35:30 (20:14)-Sieg gegen den VfL Gummersbach hat der HSV Hamburg mühelos seine erste deutsche Meisterschaft vorzeitig unter Dach und Fach gebracht.

Drei Spieltage vor Saisonschluss sind die Hanseaten nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen.

Nach dem Schlusspfiff brachen in der seit Wochen ausverkauften Arena am Volkspark alle Dämme (STENOGRAMME: 31. Spieltag).

Die neuen Champions, die den deutschen Rekordmeister THW Kiel ablösten, präsentierten den 13.296 Zuschauern ihren speziell kreierten Meistertanz und fielen sich immer wieder freudestrahlend in die Arme (401975DIASHOW: Die Bilder des Meisterjubels).

"Mit Fans Meister geworden"

Im Mittelpunkt des Jubels stand Coach Martin Schwalb, der bei den Norddeutschen in der kommenden Saison in die Geschäftsführung aufrücken wird.

"Wir sind zusammen mit unseren Fans Meister geworden. Das ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl", sagte der 48-Jährige in einer ersten Reaktion.

Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits die obligatorische Bierdusche über sich ergehen lassen müssen, während Nationalspieler Pascal Hens mit einer Meisterschale aus Pappe schon einmal eine Ehrenrunde drehte.

"Ich bin zum ersten Mal Deutscher Meister. Das müssen wir alle jetzt genießen", jubelte Hens bei SPORT1.

"Der Druck war so groß"

In Hamburg zeigten sich die Gastgeber von der ersten Minute an wild entschlossen, den ersehnten nationalen Titel nicht mehr in Gefahr zu bringen.

Gummersbach ging nur ein einziges Mal kurz nach Spielbeginn in Führung (2:1), danach gewannen die Gastgeber mehr und mehr die Oberhand. Über 9:5 und 12:7 stand es nach 22 Minuten bereits 17:9 für den HSV.

"Was wir geschafft haben, das muss jetzt gefühlsmäßig erstmal langsam mal sacken", sagt ein völlig aufgelöster Johannes Bitter.

[kaltura id="0_hajnabdf" class="full_size" title="Das Meisterinterview mit Jogi Bitter"]

"Der Druck war so groß. Alle haben gesagt, dass wir das nicht mehr hergeben dürfen. Dass wir das nicht tun würden, wussten wir, aber man muss jetzt erstmal runter kommen", zeigte sich Bitter erleichtert.

Schwacher Torwart hilft

Begünstigt wurde diese starke Phase von einer schwachen Tagesform des Gummersbacher Torhüters Vladan Krasavac, der kaum einen Ball halten konnte.

Zudem war der linke Rückraum der Oberbergischen praktisch nicht vorhanden. Auch eine von VfL-Trainer Sead Hasanefendic genommene Auszeit brachte keinen Wende.

Souveräner Erfolg

Nach dem Seitenwechsel versuchten die Hamburger phasenweise zu zaubern, doch obwohl nicht jeder Trick gelang, geriet der Erfolg für den letztjährigen deutschen Pokalsieger nicht mehr ernsthaft in Gefahr.

Denn auch die Westdeutschen leisteten sich mehrere Ungenauigkeiten im Passspiel und mehr als ein halbes Dutzend Ballverluste und konnten daher den Rückstand nicht entscheidend verkürzen.

Zudem glänzte HSV-Ersatztorwart Per Sandström mit einigen spektakulären Paraden. Schon fünf Minuten vor dem Abpfiff erhob sich das Publikum und bejubelte seine Lieblinge.

Partyurlaub auf Mallorca

Da der neue Meister am Wochenende spielfrei ist, werden die HSV-Spieler am Donnerstag auf Einladung von Präsident und Mäzen Andreas Rudolph am Donnerstag zu einem viertägigen Kurzurlaub nach Mallorca fliegen.

"Da stehen dann drei Trainingseinheiten pro Tag", scherzte Trainer Schwalb. "Das ist ein ganz geiler Tag. Ich freue mich riesig für die Jungs", gratulierte Andreas Rudolph.

Empfang auf Rathausbalkon

Letztes großes sportliches Ziel der Norddeutschen ist dann das Finalturnier der Champions League in Köln, wo am 28. Mai Ciudad Real aus Spanien der Gegner ist.

Die Meisterschale soll dem HSV nach dem letzten Bundesliga-Heimspiel am 1. Juni (19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) gegen den TBV Lemgo erreicht werden.

Für den 5. Juni hat Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz das Team zu einem Empfang auf dem Rathausbalkon gebeten.

Löwen hoffen auf Vizemeisterschaft

Hinter dem HSV dürfen die Rhein-Neckar Löwen weiterhin auf die Vizemeisterschaft hoffen.

Die Löwen gewannen zu Hause gegen TuS N-Lübbecke 33:28 (17:15) und liegen nun wieder punktgleich mit Rekordmeister THW Kiel auf Platz drei.

Die Teilnahme an der Qualifikationsrunde für die Champions League hat das Team von Gudmundur Gudmundsson vorzeitig sicher.

Dagegen droht die SG Flensburg-Handewitt den anvisierten fünften Platz nach einem 23:23 (9:12) gegen den TBV Lemgo zu verpassen (VIDEO).

Friesenheim fast sicher abgestiegen

Im Tabellenkeller schwindet die Hoffnung bei der TSG Ludwigshafen-Friesenheim.

Beim EHF-Pokalfinalisten TV Großwallstadt gab es eine 22:30 (9:14)-Niederlage.

Friesenheim bleibt mit sechs Punkten Rückstand auf das rettende Ufer bei noch drei ausstehenden Spielen fast aussichtlos Tabellenletzter. (DATENCENTER: Toyota HBL)

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