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Bob Hanning saß zuletzt 2005 beim HSV Handball als Trainer auf der Bank © imago

Hanning knüpft an die Abgabe von Füchse-Coach Sigurdsson Bedingungen und schließt eine Rückkehr auf die Trainerbank nicht aus.

Von Philipp Langer

München - In diesen Tagen dreht sich in der Handball-Welt nahezu alles um Bundestrainer Heiner Brand und seine Zukunft beim DHB.

Einer, der die Entscheidung bereits kennt, ist Bob Hanning.

Denn der Manager der Füchse Berlin sitzt in der nach der enttäuschenden Weltmeisterschaft 2011 gegründeten "Task Force", die vor allem in Person von DHB-Präsident Ulrich Strombach und Liga-Präsident Reiner Witte über den Brand-Nachfolger entscheiden wird.

Zuletzt wurden Martin Schwalb (HSV Handball), Staffan Olsson (Nationalmannschaft Schweden), Velimir Petkovic (Frisch Auf Göppingen) und Dagur Sigurdsson (Füchse Berlin) als Brand-Nachfolger gehandelt.

Das Ergebnis diverser Gespäche und Brands Entscheidung präsentiert der DHB am 18. Mai.

Vorher spricht Hanning im SPORT1-Interview über den von ihm ins Rollen gebrachten Tausch von Sigurdsson und Brand (Bericht), die Auswirkungen auf sein Team und eine mögliche Rückkehr auf die Trainerbank.

SPORT1: Herr Hanning, Heiner Brand hat für den 18. Mai eine Pressekonferenz angekündigt, in der es sicher auch um seine Zukunft als Bundestrainer gehen wird. Haben sie eine Idee in welche Richtung er tendiert?

Bob Hanning: Ich habe nicht nur eine Idee, ich weiß es! Aber die Entscheidung werde ich Ihnen mit Sicherheit noch nicht verraten.

SPORT1: Mit Ihrer Aussage, dass Sie sich einen Tausch zwischen Dagur Sigurdsson und Bundestrainer Heiner Brand vorstellen können, haben Sie dennoch für reichlich Wirbel gesorgt. Sorgt dieses Thema nicht für unnötige Unruhe?

Hanning: Die Frage ist doch für wen?

SPORT1: Für die Füchse Berlin. Immerhin hat man drei Spieltage vor dem Saisonende noch die Möglichkeit sich direkt für die Champions League zu qualifizieren.

Hanning: Wir sind doch schon auf dem Qualifikationsplatz und sie glauben doch nicht, dass die Rhein-Neckar Löwen und der THW Kiel in den ausstehenden Spielen noch Punkte abgeben. Ich glaube das zumindest nicht.

SPORT1: Der Bundestrainer hat heute ohnehin bekannt gegeben, dass die Füchse für ihn kein Thema seien.

Hanning: Das ist auch in Ordnung. Er ist und bleibt deswegen trotzdem ein guter Freund von mir.

SPORT1: Der Abgang von Sigurdsson steht dennoch im Raum. Inwieweit beschäftigt das den Klub?

Hanning: Die Spieler müssen ihre Spiele spielen und der Geschäftsführer muss seine Hausaufgaben machen. Ich glaube nicht, dass wir uns durch irgendwelche Themen aus der Ruhe bringen lassen.

SPORT1: Können Sie kurz den aktuellen Stand um Sigurdsson beschreiben?

Hanning: Es gibt keinen neuen Sachstand. Dass Sigurdsson einer der Kandidaten beim DHB ist, ist hinlänglich bekannt. Ich werde hier aber nicht detailliert über die Personalpolitik des Vereins sprechen.

SPORT1: Sie wären aber generell bereit Sigurdsson für den DHB freizustellen?

Hanning: Ich bin immer für alles offen. Ich war auch dafür offen Alexander Petersson zu verkaufen. Nur gehören dazu immer zwei. Einer, der bezahlt und einer, der es macht. Fakt ist: Wir sind in Berlin bisher immer gut damit gefahren, die Situation sachlich zu analysieren und die richtigen Entscheidungen für unseren Verein zu treffen. Und gehen Sie mal davon aus, dass ich meine Linie der richtigen Entscheidungen nicht verlassen werde, egal wie es ausgeht.

SPORT: Haben Sie denn einen Wechsel von Sigurdsson zum DHB an die Bedingung geknüpft, dass Brand nach Berlin kommt?

Hanning: Mir ist das völlig egal. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

SPORT1: Ihnen dürfte es doch aber sicherlich nicht egal sein, welcher Trainer in der kommenden Saison bei den Füchsen auf der Bank sitzt.

Hanning: Ich werde mit Sicherheit eine gute Entscheidung treffen. Vielleicht mache ich es sogar noch mal selbst.

SPORT1: Darf der mögliche neue Trainer sich noch Hoffnungen auf neue Spieler machen?

Hanning: Die Transfers sind abgeschlossen. Wen soll ich denn noch kaufen? Es sind doch schon alle da.

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