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Kreisläufer Marcus Ahlm (r.) spielt seit 2003 beim Rekordmeister THW Kiel © imago

Für Kiel geht es nach dem Gewinn der Vereins-WM in Hannover um die Quali für die "Königsklasse". Ein Ausrutscher hätte Folgen.

Von Barnabas Szöcs

München - In Kiel spürt man den Atem der Verfolger mehr als deutlich.

Nach dem Sieg der "Zebras" im DHB-Pokalfinale über Erzrivalen Flensburg (Bericht) und der gewonnen Klub-Meisterschaft gegen Ciudad Real (Bericht) steht nun wieder die Toyota HBL im Fokus.

Gegen den TSV Hannover-Burgdorf (ab 17.30 Uhr im SPORT1-YouTube-Channel und im TV auf SPORT1) benötigt der Favorit unbedingt einen Triumph, um das Minimalziel Platz zwei in der Tabelle zurückzuerobern.

Bereits nach dem beeindruckenden Gewinn der Vereinsweltmeisterschaft ging der Blick der Kieler gen Hannover: "Wir müssen wohl oder übel mit Cola oder Orangensaft feiern", sagte Nationalspieler Christian Sprenger in weiser Voraussicht.

Omeyer zeigt sich zufrieden

THW-Torhüter Thierry Omeyer zog kurz vor dem Saisonende eine recht erfreuliche Bilanz: "Selbst wenn wir nicht wie erhofft wieder Deutscher Meister und Champions-League-Sieger geworden sind, war es eine erfolgreiche Spielzeit mit zwei Titeln. Das ist kein schlechtes Bild."

Dennoch: Die Kieler Seele ist geschunden. Nachdem ausgerechnet Rivale Hamburg den Kielern die Meisterschaft weggeschnappt hat, wäre es für das Team von Trainer Alfred Gislason ein halbwegs versöhnlicher Liga-Abschluss (DATENCENTER: Die Toyota HBL).

Füchse legen vor

Eines jedoch ist allen klar: Schon ein kleiner Ausrutscher in den letzten drei Liga-Partien könnte den THW die direkte Teilnahme an der Champions League kosten.

Passend dazu könnte die Tabellenkonstellation vor dem Saisonfinale um die Plätze in der "Königsklasse" kaum spannender sein.

Neben den Kielern lauern auch die Rhein-Neckar Löwen und die Füchse aus Berlin auf die direkten Quali-Plätze. Vor dem Sieg der Füchse gegen Ahlen-Hamm (Bericht) waren die drei Mannschaften punktgleich. Nun müssen Kiel und die Löwen nachlegen, um weiter im Rennen zu bleiben (Stenogramme 32. Spieltag).

[kaltura id="0_aghy8p06" class="full_size" title="F chse gewinnen auch gegen Ahlen Hamm"]

TSV kann befreit aufspielen

Weil der Tabellenfünfte und frischgebackene EHF-Champion aus Göppingen (Bericht) bereits einen größeren Rückstand auf besagtes Trio hat, wird sich zwischen den drei Teams entscheiden, wer sich direkt qualifiziert und wer den Weg über die Qualifikation nehmen muss.

Ganz anders sieht die Situation bei den Gästen aus. Nach dem vorzeitigen Klassenerhalt (Bericht) gehen die Gastgeber aus Hannover völlig locker in die Partie.

Druck verspüren die Niedersachen nicht ? ganz im Gegensatz zu ihrem Gegner aus dem hohen Norden. Während der TSV nichts zu verlieren hat, steht für Kiel vieles auf dem Spiel.

Hannover mit starker Heimserie

"Wir haben doch nichts zu verlieren und wollen unserem hannoverschen Publikum ein weiteres Highlight bieten", sagt TSV-Trainer Christopher Nordmeyer und hebt eine besondere Serie heraus: "Wir haben zuletzt 7:1 Punkte in eigener Halle geholt."

Die unbeschwerte Herangehensweise könnte der Erfolgsgarant für Hannover sein, obwohl die Kraftverhältnisse mehr als deutlich sind: "Das wir diese Serie nicht unbedingt gegen Kiel fortsetzen können, erwartet wohl auch niemand", weiß Nordmeyer."Aber wir dem THW möglichst lange Paroli bieten. Wir haben mittlerweile viel Selbstvertrauen, aber bestimmt keine Angst."

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