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Bjarte Myrhol ist seit 2009 bei den Rhein-Neckar Löwen unter Vertrag © imago

Gummersbach beschäftigt vor dem Duell der drohende Lizenzentzug. Auf die Löwen wartet die Champions-League-Generalprobe.

Von Julia Kling und Rainer Nachtwey

München - "Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt": Die Zeile aus Clärchens Lied aus Johann Wolfgang von Goethes "Egmont" passt derzeit zur Situation des VfL Gummersbach.

Am Freitag feierte der Traditionsklub mit dem Gewinn des Pokalsieger-Cups über den französischen Klub Tremblay en France seinen dritten internationalen Erfolg in Serie, dennoch beschäftigt der drohende Lizenzentzug die Gedanken bei den Oberbergischen.

Noch bis Ende dieser Woche hat der Verein Zeit um die ausstehenden 2,2 Millionen Euro für die Spielberechtigung aufzutreiben.

Spendenaufruf an Fans

Wie schlecht es um die finanzielle Lage des VfL bestellt ist zeigt der Spendenaufruf an die Fans.

"Willkommen ist jeder Beitrag, um zu helfen, die Schulden der Vergangenheit endlich zu tilgen und Bundesliga-Handball made in Gummersbach auch in Zukunft weiter möglich zu machen", heißt es auf der Homepage des zwölfmaligen Deutschen Meisters.

Drei Tage Malle als Belohnung

Der Liga-Alltag mit dem Kracher gegen den Champions-League-Halbfinalisten Rhein-Neckar Löwen (Di., 20 Uhr LIVE im TV bei SPORT1) rückt daher in den Hintergrund.

Zumal es für den Tabellenneunten zwei Spieltage vor Schluss nur noch um einen gelungenen Liga-Ausklang geht, und die Spieler die rauschende Siegesfeier nach dem Europacuptriumph in den Beinen haben dürften.

"Wir haben schon einmal für unsere Mallorca-Tour am Mittwoch trainiert. Dafür haben wir noch genügend im Tank", sagt Nationalspieler Adrian Pfahl.

Für drei Tage fliegen die Pokalhelden nach dem Heimspiel als Belohnung auf die Balearen-Insel.

Löwen müssen nachziehen

Aber auch der Gegner sitzt zwischen den Stühlen (Die Stenogramme des 32. Spieltages).

Einerseits will der Tabellenvierte im Fernduell um die direkte Champions-League-Qualifikation mit dem THW Kiel und den Füchsen Berlin nicht abreißen lassen, andererseits steht das Champions-League-Final-Four vor der Tür.

Die Löwen-Konkurrenten um die Königsklasse legten mit den Erfolgen in Hannover und bei Ahlen-Hamm am Wochenende bereits vor, jetzt gilt es für die Mannheimer nachzuziehen.

[kaltura id="0_tv5c8xxt" class="full_size" title="Kiel stolpert fast ber Hannover"]

"VfL wird schwere Aufgabe"

Mit einem Sieg können sie den Füchsen den dritten Platz wieder abjagen.

Deshalb rückt nach 12 Tagen Verschnaufpause seit dem letzten Pflichtspiel für Trainer Gudmundur Gudmundsson der Auftritt bei den Oberbergischen in den Vordergrund - trotz des Final Four in Köln.

"Unsere Konzentration gilt jetzt dem VfL, weil wir wissen, wie schwer die Aufgabe wird", gibt der Coach die Parole aus (DATENCENTER: Die Toyota HBL).

Woche der Wahrheit

Im Hinterkopf werden die Spieler dennoch das Duell am Samstag haben, wenn es gegen den siebenmaligen Champions-League-Sieger FC Barcelona um den Einzug ins Endspiel geht.

Gegen Gummersbach muss Gudmundsson voraussichtlich auf Rückraumspieler Börge Lund sowie Kreisläufer Oliver Roggisch verzichten. Dagegen hat Bjarte Myrhol seine muskulären Probleme ausgestanden.

"Die freien Tage haben den Jungs gut getan. Das war notwendig, weil der Kopf und der Körper erschöpft waren", weiß der Isländer.

Denn einen frischen Kopf und Körper werden seine Spieler benötigen, wenn es für die Löwen in die Woche der Wahrheit geht.

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