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Martin Schwalb wechselte 2005 von der HSG Wetzlar als Trainer zum HSV Hamburg © getty

Mit gemischten Gefühlen beendet der HSV seine Champions-League-Saison. Trainer Schwalb prophezeit dem Klub eine rosige Zukunft.

Aus Köln berichtet Julian Meißner

Köln - Viel Enttäuschung, ein wenig Erleichterung und am Ende ein satter Schuss Vorfreude.

Mit gemischten Gefühlen machte sich der HSV-Tross auf dem Weg aus Köln zurück in die Heimat.

Der Prestigesieg im Spiel um Platz drei beim Final Four der Champions League gegen die Rhein-Neckar Löwen (Bericht) sorgte für einen versöhnlichen Abschluss aus Hamburger Sicht.

Doch Guillaume Gille trauerte am Sonntag immer noch dem Halbfinale gegen Ciudad Real (Bericht) nach.

Gille: War eine Frage der Ehre

"Wir sind froh, noch einmal ein gutes Spiel abgeliefert zu haben. Das ist ein positiver Abschluss des Wochenendes", meinte der Kapitän, fügte jedoch an: "Das Spiel gegen Ciudad Real kommt dadurch nicht wieder. Wir haben eine große Chance auf das Finale verpasst." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Es sei auch eine Frage der Ehre gewesen, den Fans trotz ausgelaugter Körper nahe dem Saisonende mehr als nur ein Showmatch zu liefern.

"Es war nicht einfach, sich darauf vorzubereiten, weil die Enttäuschung doch ziemlich tief saß", gab Gille zu: "Aber so einer Kulisse muss man natürlich etwas bieten."

Zum vierten Mal in Folge war der HSV im Halbfinale am Samstag an Talant Duschebajews Star-Ensemble gescheitert, das seinerseits im Finale dem Erzrivalen FC Barcelona unterlag.

"Das bricht dir das Genick"

"Die fantastische Abwehr mit zwei Weltklasse-Torhütern dahinter ermöglicht ihnen viele leichte Tore über den Gegenstoß und die Zweite Welle", erklärte Gille die Pleitenserie: "Das bricht dir das Genick. Und Sie haben eine Menge Erfahrung in engen Matches."

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Torsten Jansen zog Parallelen zur nationalen Runde und machte mangelnde Erfahrung verantwortlich für das Scheitern kurz vor dem Ziel. Acht Jahre waren die Hamburger vergeblich der Meisterschaft hinterhergerannt.

Reifeprozess noch nicht abgeschlossen

"Es haben schon so viele Mannschaften versucht, die Champions League zu gewinnen. Ich weiß nicht, wie viele Jahrzehnte Kiel gebraucht hat", so der Linksaußen: "Es ist ein Lernprozess. Die wievielte Saison spielen wir jetzt in der Champions League? Die vierte? Vielleicht brauchen wir noch ein, zwei Spielzeiten. Oder drei."

Doch bevor der Meister im nächsten Jahr einen neuen Anlauf auf die europäische Krone unternimmt, richtete sich der Blick der Akteure auf die nächste Partie in der Toyota HBL.

Meister-Party gegen Lemgo

Im Rahmen des vorletzten Saisonspiels gegen den TBV Lemgo (Mi., 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) bekommt der HSV die Meisterschale ausgehändigt.

Gille meinte: "Jetzt stehen wir vor der letzten Phase der Saison und freuen uns tierisch darauf, die Meisterschale in Empfang zu nehmen und mit unseren Fans richtig zu feiern."

Für Trainer Martin Schwalb wird es das letzte Heimspiel als Hamburger Trainer sein, bevor er im Sommer in die Geschäftsführung aufrückt und der Schwede Per Carlen das Team übernimmt.

"HSV wird noch viele Chancen bekommen"

Der in Köln sichtlich entspannte Schwalb erklärte nach dem Aus in der Königsklasse, allein die Meisterschaft sei das Ziel der Saison gewesen.

"Wenn man eine Mannschaft so lange trainiert wie ich, und das waren jetzt sechs Jahre, und man als Ziel die Deutsche Meisterschaft ausgibt, muss man sich auch treu bleiben, wenn man das schafft", sagte er.

Schwalb, der mit seinem Team am Sonntag nach der letzten Liga-Partie in Balingen von den Hamburger Fans auf dem Rathausbalkon gefeiert werden wird, ergänzte: "Der HSV Hamburg wird noch viele Chancen bekommen, die Champions League zu gewinnen."

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