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Filip Jicha (l. mit Dragovic) wurde 2010 als Welthandballer ausgezeichnet © imago

Zur Gummersbacher Jubiläumsfeier gastiert Kiel. Der Rekordmeister braucht einen Sieg, Wiencek trifft auf seinen neuen Verein.

Von Tobias Wiltschek

München - Die einen sind ganz entspannt, die anderen stehen unter großem Druck.

Wenn der VfL Gummersbach den THW Kiel erwartet (ab 20.40 Uhr, LIVE im TV auf SPORT1), könnten die Vorzeichen nicht unterschiedlicher stehen (Datencenter Toyota HBL).

Während Kiel - Deutscher Meister und Champions-League-Sieger von 2010, Pokalsieger 2011 - um Platz drei und die damit verbundene direkte Qualifikation für die Champions League kämpft, stehen für den VfL die Feierlichkeiten zum Jubiläum im Mittelpunkt.

"Werden alles für den Sieg tun"

Auf die leichte Schulter wird der THW den Gegner in der 74. Auflage dieses Duells aber nicht nehmen.

Denn erstens kündigte Gummersbachs Manager Axel Geerken an: "Wer meine Spieler und den Trainer kennt, weiß, dass die Mannschaft alles für den Sieg tun wird."

Und zweitens haben die Bergischen vor einer Woche bewiesen, dass sie gegen die Top-Teams der Liga gewinnen können.

Mit 36:28 besiegten sie die Rhein-Neckar Löwen, die ebenfalls noch auf die direkte Qualifikation für die europäische Eliteliga hoffen.

"Uns liegen diese Teams", erklärte VfL-Trainer Sead Hasanefendic in der "Kölnischen Rundschau".

Schützenhilfe für den THW

Mit dem Erfolg leistete das Team von Hasanefendic nebenbei Schützenhilfe für die "Zebras", die ihre Pflichtaufgabe am 32. Spieltag mit einem 24:22-Sieg bei Hannover-Burgdorf erfüllt haben.

"Das war nicht schlecht für uns", gab THW-Coach Alfred Gislason zu und erklärte im Hinblick auf die kommende Aufgabe: "Wir haben viel Zeit, uns sehr gut auf dieses Spiel vorzubereiten."

[kaltura id="0_cwcviwmw" class="full_size" title="Gummersbach zähmt Löwen"]

Durch die unerwartete Niederlage des direkten Konkurrenten kann der 16-malige Deutsche Meister mit einem Sieg in Dortmund Platz drei praktisch perfekt machen und sogar an den zweitplatzierten Füchsen vorbeiziehen.

Da die Kieler zwei Spieltage vor Schluss zwei Punkte Vorsprung und das um mehr als 100 Treffer bessere Torverhältnis haben, könnten sie im Falle eines Erfolges gegen Gummersbach von den Löwen nicht mehr überholt werden.

Klassiker in Westfalenhalle

Auch wenn die ganz großen nationalen Erfolge des VfL Gummersbach schon eine Weile zurückliegen, ist das Spiel gegen den THW Kiel ein echter Klassiker.

Schließlich trifft der ehemalige auf den aktuellen deutschen Rekordmeister. "Für mich ist Kiel aber weiterhin die beste Mannschaft der Welt", lobte Hasanefendic den Gast.

Zum Duell der beiden Traditionsvereine passt auch der Rahmen: Aus Anlass des 150. Vereinsjubiläums tragen die Gummersbacher die Partie gegen Kiel in der Dortmunder Westfalenhalle aus - dort feierten die Bergischen zwischen 1967 und 1983 ihre größten Erfolge.

Freude über die Lizenz

Mittlerweile ist man in Gummersbach froh, in der kommenden Saison überhaupt in der Toyota HBL mitspielen zu dürfen.

Erst im zweiten Anlauf erhielt der VfL die Lizenz für die nächste Spielzeit (Bericht).

"Schön, dass ein Traditionsklub wie der VfL der Liga erhalten bleibt", meinte auch THW-Manager Uli Derad, der selbst von 1989 bis 1994 im VfL-Trikot auflief.

Wiencek trifft auf neuen Verein

Brisant dürfte die Partie für Patrick Wiencek werden. Der 22-jährige VfL-Kreisläufer hat in Gummersbach noch Vertrag bis 2012 und wechselt dann nach Kiel.

Einen vorzeitigen Wechsel soll es nicht geben. ""Wir wollen Patrick halten, einen vorzeitigen Wechsel wird es nicht geben", stellte VfL-Manager Axel Geerken klar.

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