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Die Fans des VfL Gummersbach feiern das 150-jährige Bestehen ihres Vereins © imago

Gummersbach ist trotz der Pleite gegen Kiel bei guter Laune. Das Jubiläum wird mit den Idolen gefeiert. Brand bietet Hilfe an.

Dortmund - Es war eine Mischung aus Partystimmung, purer Erleichterung und nostalgischer Ehrerbietung in der traditionsreichen Dortmunder Westfalenhalle.

Nach den turbulenten Wochen um den möglichen Lizenzentzug, den Gewinn des Europapokals der Pokalsieger und die finanzielle Rettung feierte der VfL Gummersbach im Rahmen des Jubiläums zum 150-jährigen Vereinsbestehen nicht nur seine ruhmreiche Vergangenheit.

Beim Spiel gegen den THW Kiel (Spielbericht) gab auch die Planungssicherheit für die Zukunft Anlass für den ausgelassenen Gemütszustand (DATENCENTER: Toyota HBL).

Freude bei Brand

"Ich freue mich, dass es in Gummersbach weitergeht. Ich fühle mich dem Verein in jedem Fall noch sehr nah. Es ist sicher für den Handball in Deutschland insgesamt nicht schlecht, wenn ein Traditionsklub wie der VfL weiter mit dabei ist", sagte der scheidende Bundestrainer Heiner Brand, der sich ebenso wie Jochen Feldhoff und Joachim Deckarm als einer von vielen verdienten Spielern an historischer Stätte die Ehre gab.

In der Westfalenhalle feierte der VfL zwischen 1967 und 1983 seine erfolgreichste Zeit, gewann acht Europapokale, fünf DHB-Pokale und zwei Supercups.

"An eine besonders glorreiche Vergangenheit erinnert man sich bei Geburtstagen ja immer gerne zurück. Da lag es für uns nahe, noch einmal an der Stätte vergangener Erfolge zu spielen", sagte Geschäftsführer Axel Geerken.

"Sehr schön, hier zu sein"

Bereits am Samstag hatte der Klub die Feierlichkeiten mit einem Festakt in der Gummersbacher Stadthalle eingeleitet, bei dem es zu einem ersten Wiedersehen der ehemaligen Stars kam.

Am Mittwoch bot sich die nächste Gelegenheit zum Schwelgen in Erinnerungen.

[kaltura id="0_gn4fqav7" class="full_size" title="Kiel sichert Champions League"]

"Es ist sehr schön, hier zu sein. Es ist ein Aufleben der großen VfL-Familie. Man trifft alte Kumpels wieder, auch die, mit denen man nicht mehr regelmäßig in Kontakt steht", sagte Brand, der als Aktiver maßgeblichen Anteil an den sportlichen Hochzeiten des Klubs hatte.

Lizenzentzug entkommen

Dabei hätte die große Familiensause durchaus zu einer wehmütigen Trauerveranstaltung werden können.

Mitte Mai hatte die Toyota HBL den Rheinländern die Lizenz noch verweigert - der Traditionsklub stand vor dem finanziellen Ruin.

Erst als der Verein mit Hilfe von Förderern und Fans innerhalb von einer Woche rund 2,2 Millionen Euro aufbrachte und die erforderliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen konnte, gab die Liga grünes Licht für den Spielbetrieb in der kommenden Saison.

Brand bietet Hilfe an

"Für mich kamen die Turbulenzen nicht überraschend. Ich hatte es schon vorher mitbekommen", sagte Brand, der in Gummersbach wohnt und dem VfL seine Unterstützung anbot:

"Aufgrund meiner Position als Bundestrainer war ich zur Neutralität verpflichtet, aber wenn Fragen da sind oder die Verantwortlichen meinen Rat brauchen, helfe ich gerne."

Die Arbeit in einer offiziellen Funktion kann sich der 58-Jährige dagegen nicht vorstellen.

Neue Halle

Ein zentraler Baustein für eine wirtschaftlich solide Zukunft ist der Bau der eigenen Halle in Gummersbach.

Ab 2013 sollen rund 4000 Zuschauer in der neuen Arena Platz finden. "Sie ist eine absolute Notwendigkeit, um auch in Zukunft in der Bundesliga spielen zu können", sagte Brand.

Derzeit trägt der Klub seine Heimspiele in der veralteten Eugen-Haas-Halle und in der Lanxess Arena in Köln aus.

Kiel als Spaßbremse

Für den einzigen kleineren Dämpfer des Abends sorgten die "Ehrengäste" vom THW Kiel. Der Rekordmeister erwies sich als Spaßbremse und schlug die Gummersbacher mit 36:33 (18:16).

Die "Jubilare" konnten die Partie dennoch genießen.

"Es war schön, das Spiel im Bewusstsein der erfolgreichen Lizenzvergabe anschauen zu können. Ich muss der Mannschaft und dem Trainerteam meinen Dank aussprechen. Sie hat große Euphorie entfacht und damit ihren Teil zur Lösung beigetragen", sagte Geerken.

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