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Iker Romero, Jewgeni Pewnow und Bartlomiej Jaszka (von links) in Aktion © imago

Die Berliner strotzen vor Selbstvertrauen. Mit den drei Neuen sind sie laut Jaszka "das beste Team, das wir je hatten".

Von Annette Bachert

München/Berlin - Im letzten Jahr starteten die Füchse Berlin mit einer furiosen Serie von sieben Siegen in Folge und spielten schließlich die beste Saison der Vereinsgeschichte.

Am Ende der Spielzeit standen lediglich 13 Minuspunkte auf dem Konto der Hauptstädter, ebenso viele wie bei Rekordmeister THW Kiel.

In dieser Saison kann es für das Team von Chefcoach Dagur Sigurdsson noch höher hinaus gehen ? zumindest wenn man Spielmacher Bartlomiej Jaszka glaubt.

Der Spielmacher der Füchse ist von der Qualität der Neuzugänge überzeugt.

Iker Romero, Jonathan Stenbäcken und Jewgeni Pewnow bringen Erfahrung, Ehrgeiz und Kraft in ein ohnehin stark besetztes, eingespieltes Team (126233DIASHOW: Die HBL-Wechselbörse).

"Sind nicht schlechter als Kiel und der HSV"

"Wir sind mit den drei Neuen die beste Mannschaft, die wir je hatten", sagte Jaszka der "Berliner Zeitung" und scheut auch den Vergleich mit den großen Teams nicht:

"Wir wollen um den Titel mitspielen. Jeder Bundesligaspieler träumt davon, einmal Meister in der besten Liga Europas zu werden. Ich denke, wir sind nicht schlechter als Kiel und der HSV."

Einen Unterschied zu den zwei Großen hat er aber doch ausgemacht: "Das Stückchen, das uns zu den Teams noch fehlt, sitzt nur in unseren Köpfen."

Nun müssen die Berliner die drei Neuzugänge nur noch in die "Systeme einbauen", wie Coach Sigurdsson weiß.

Per Zeichensprache

Ganz einfach ist das allerdings nicht. Die Sprachbarriere beim 31-jährigen Romero ist noch sehr groß, auch der 23-jährige Stenbäcken kann bisher nur auf rudimentäre Deutschkenntnisse zurückgreifen.

"Noch verständige ich mich mit Iker und Jonathan per Zeichensprache, wir pauken zusammen die taktischen Spielzüge", verrät Jaszka.

Beide wollen aber bis zum Bundesliga-Start beim TSV Hannover-Burgdorf am 3. September an ihrem Deutsch arbeiten. "Doch momentan ist dazu keine Zeit", sagt Stenbäcken.

Chillen in der Liga

Überhaupt ist der Schwede derzeit müde vom Training und den Gegebenheiten, die ein Vereinswechsel mit sich bringt.

"Eine neue Sprache, ein neues Land, eine neue Stadt, eine neue Mannschaft? Schon ganz schön hart", erzählt der Rückraum-Linke der "Berliner Morgenpost". Neben den Veränderungen im Umfeld wird auch im sportlichen Bereich mehr Druck auf Stenbäcken zu kommen als dies bei dem amtierenden schwedischen Meister IK Sävehof der Fall war.

"Gegen die schwachen Mannschaften hast du fast schon chillen können und trotzdem problemlos gewonnen. In der Bundesliga muss man immer voll konzentriert sein", weiß Stenbäcken.

"Es gibt viele, die besser sind"

Und dass es zur Startformation bei einem Top-Klub wie den Berlinern wohl noch nicht reicht, ist dem zurückhaltenden Schweden durchaus bewusst: "Ich weiß, dass es viele in der Mannschaft gibt, die besser sind als ich."

Dennoch ist er sich sicher: "Meine Zeit wird kommen. Ich will ein guter Bundesligaspieler werden."

Davon ist auch SPORT1-Experte und Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning überzeugt: "Er hat bereits in der Jugend- und Junioren-Nationalmannschaft als Kapitän Verantwortung übernommen, ebenso in Sävehof. Das ist für ihn, aber auch für uns sehr wichtig."

"Alle lieben ihn"

Ähnlich wichtig könnte auch der spanische Superstar Iker Romero werden, auch wenn er das selbst nicht so sieht.

"Ich verstehe zwar noch nicht so gut Deutsch, aber als ich bei den Füchsen unterschrieben habe, konnte ich in den Zeitungen lesen, dass Berlin einen neuen Star verpflichtet hat. Das finde ich übertrieben", sagt Romero der "Berliner Morgenpost".

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"Ich will mit meiner Art zu spielen der Mannschaft weiterhelfen und meinen Beitrag dazu leisten, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen."

Mit dieser mannschaftsdienlichen Einstellung und vielem mehr hat er das Team um Kapitän Torsten Laen überzeugt: "Iker ist ein Supertyp, fair und emotional, alle lieben ihn."

Die Konkurrenz ist groß

Noch nicht ganz klar ist, auf welcher Position im Rückraum der gelernte Spielmacher dazu die Möglichkeit haben wird.

Mit Sven-Sören Christophersen, Alexander Petersson, Jaszka, Stenbäcken, Denis Spoljaric und Mark Bult haben die Füchse bereits sechs etatmäßige Rückraum-Akteure im Kader.

SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar zweifelte von Anfang an an der Verpflichtung Romeros: "Wenn man sich die Stimmen aus Spanien anhört, ist er über seinen Zenit hinaus. Er hatte viele Verletzungen in seiner Karriere", urteilt Kretzschmar bei SPORT1.

"Muss Hanning etwas beweisen"

Für Hanning scheint die mangelnde Fitness Romeros aber ohnehin kein Problem zu sein. Denn er sagt: "Er ist ein Mann für die besonderen Momente".

Der Spanier geht mit der Kritik souverän um und zeigt erneut, welch großer Sportsmann er ist: "Meinen Kritikern muss ich nichts beweisen. Ich muss nur Manager Bob Hanning und unserem Trainer etwas beweisen."

Schlagen die drei Neuzugänge ein, könnten die Füchse neuerlich für Furore sorgen.

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