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Björgvin Gustavsson bestritt fast 100 Partien für die isländische Nationalmannschaft © imago

Der SC Magdeburg hat zwei Topeinkäufe getätigt. Rechtsaußen Robert Weber sieht sein Team auf Augenhöhe mit den Füchsen Berlin.

Von Annette Bachert

München - Von wegen kühler Isländer.

Im Spiel kann Björgvin Gustavsson auch mal so richtig ausflippen. Besonders wenn der neue Keeper des SC Magdeburg einen Ball des Gegners auf den Kopf bekommt.

"Im Spiel hilft das. Wenn man einen Ball in die Fresse kriegt, dann hat man mehr Emotionen", sagte der 26-Jährige.

"Er ist ein speziell verrückter Goalie. Er spinnt, das sieht man. Aber das ist nicht negativ. Wenn einer die Augen offen lässt, wenn ein anderer mit 120 kmh auf den Kopf schießt, ist das schon sehr speziell", sagt sein ehemaliger Schaffhausener Kollege David Graubner über den Isländer.

Eines der besten Torhüter-Duos?

Mit seinen spektakulären Paraden hat der Olympia-Zweite von Peking und EM-Dritte 2010 auch bei den Kadetten Schaffhausen in der Champions League auf sich aufmerksam gemacht.

SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar hält Gustavsson und den Stamm-Keeper Gerrie Eijlers neben dem Berliner Duo (Silvio Heinevetter/Petr Stochl) für das vielleicht sogar beste Torhütergespann der Liga.

Doch Gustavsson ist nur einer der beiden Top-Neuzugänge der Magdeburger (126233DIASHOW: Die HBL-Wechselbörse).

Verantwortung besser verteilen

Mit Ales Pajovic bekommt Coach Frank Carstens einen mehrfachen Champions-League-Sieger und 180-fachen slowenischen Nationalspieler ins Team. Der Halblinke, der bereits für Ciudad Real und den THW Kiel spielte, soll beim SCM für mehr Variation im Rückraum und Stabilität sorgen.

"Wir müssen unser Spiel breiter aufstellen. Wir müssen die Verantwortung statt auf acht oder neun auf zehn elf Spieler verteilen", erklärt Carstens in der "Sportbild".

Und weiter: "In Pajovic vereinen sich mehrere Komponenten, wir versprechen uns mehr Torgefahr im Angriff und eine Verstärkung der Abwehr."

"Auf Augenhöhe mit Füchsen"

Genau das, was die Magdeburger in der nächsten Saison gebrauchen können. Mit Bundesliga und EHF-Cup kommt auf den Siebten der vergangenen Saison mehr Belastung zu, aber auch der Anreiz sich auf internationaler Ebene präsentieren zu können.

"Bei uns fiebern alle auf die Europacup-Spiele hin", verriet Rechtsaußen Robert Weber. Er steckt gleichzeitig die Ziele auf nationaler Ebene ziemlich hoch: "In der Bundesliga haben wir noch Luft nach oben. Ich sehe uns auf Augenhöhe mit den Füchsen, Flensburg und Göppingen."

Carstens ist da noch etwas zurückhaltender. Sein Saisonziel ist es, wieder einen Europacup-Platz zu erreichen.

Gute Ergebnisse

In der Vorbereitung läuft es beim SCM immer besser. Nach einer 28:31-Niederlage gegen die Füchse Berlin Anfang August, einem Erfolg gegen den Zweitligisten SC DHfK Leipzig, gewann das Carstens-Team am vergangenen Wochenende den "Sparkassencup".

Die Siege, unter anderem gegen die Liga-Konkurrenten Wetzlar und Melsungen sowie Champions-League-Teilnehmer Tatran Presov, stimmen den Trainer zufrieden.

"Pajo ist ein Mordskerl"

"Vor allem was die Flexibilität anbelangt, haben wir einen großen Schritt nach vorn gemacht. Wir haben in den unterschiedlichsten Konstellationen gespielt. Bei vier Verteidigungsspielern sah der Innenblock immer wieder anders aus", so Carstens in der "Volksstimme": "Vor allem Neuzugang Ales Pajovic hat sich da als Universalwaffe herauskristallisiert."

Ähnlich sieht das auch Weber: "Pajo ist ein Mordskerl und nur schwer zu stoppen, wenn er in Fahrt kommt. Mit ihm haben wir mehrere Varianten in der Deckung, das macht unsere Abwehr noch stärker. Auch im Angriff sind wir unberechenbarer."

Mit einem "Verrückten" im Tor und der "Universalwaffe" auf halblinks sowie dem starken Kader der Vorsaison blickt der SC Magdeburg also sehr selbstbewusst auf die nächste Spielzeit.

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