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Tobias "Ippe" Reichmann wechselte 2009 vom SC Magdeburg zum THW Kiel © dpa Picture Alliance

Der THW-Youngster will mehr Spielzeit - drei Klubs klopfen an. Sein Berater hört die Signale und macht sich für Schwenker stark.

Von Annette Bachert

München - Tobias Reichmann gilt als eines der größten deutschen Talente auf Rechtsaußen.

Und er spielt bei einem der besten Vereine in der Toyota HBL, beim THW Kiel. Doch so richtig zufrieden ist er dort wohl nicht.

Wie sein Stiefvater und Berater Thomas Lapawczyk SPORT1 bestätigte, besteht bei anderen Vereinen großes Interesse an dem 23-Jährigen und andersherum.

"Wir reden mit Göppingen. Wir führen normale nette positive Gespräche. Wir haben aber auch noch eine Anfrage aus Gummersbach und Kontakt mit Berlin. Aber der Favorit ist momentan Göppingen", verrät Lapawczyk.

"Manchmal fehlt ihm der Biss"

Der Grund für die Wechselabsichten ist vor allem die mangelnde Spielzeit beim Rekordmeister, da sich Reichmann die Außenposition mit Christian Sprenger, einem gestandenen deutschen Nationalspieler, teilen muss (126233DIASHOW: Die HBL-Wechselbörse).

Er wolle THW-Coach Alfred Gislason zwar nicht reinreden, aber "die Einsatzzeit ist das Wichtigste. Denn Tobias will sich weiter entwickeln", so Reichmanns Stiefvater.

Dass der Linkshänder noch nicht ausgereift ist, obwohl er schon bei Bundestrainer Martin Heuberger auf dem Zettel steht, ist Lapawczyk auch klar: "Manchmal fehlt ihm noch die Konstanz im Abrufen seiner Leistungen und der Biss. Manchmal müsste er noch ein bisschen mehr Ehrgeiz haben."

Nummer-eins-Status gesichert

Im Bezug auf die deutsche Nationalmannschaft fehlt es Reichmann aber nicht an Motivation.

"Denn sein ehrgeizigstes Ziel ist, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen. Das ist ihm ganz wichtig. Aber um sein Potenzial abzurufen, muss er spielen, spielen, spielen."

Und das scheint Reichmann bei den anderen Vereinen gesichert: "In mehreren Vereinen, nicht nur in Göppingen, wird ihm klar signalisiert, dass er da die Nummer eins wäre."

Ruhigere Zeiten in Kiel

Doch auch das Umfeld spielt für den Rechtsaußen und seinen Berater eine große Rolle: "Tobias würde schon gerne in Kiel bleiben. Man fühlt sich da wohl und wir auch. Wir werden da nett aufgenommen."

Dass sich das durch die personellen Veränderungen in den letzten Monaten ändern könnte, glaubt Lapawczyk nicht: "Mit dem Weggang von Uli Derad und der Neu-Besetzung durch Klaus Elwardt, wird der Verein erst einmal in ruhigeres Fahrwasser kommen." (BERICHT: Paukenschlag in Kiel: Derad dankt ab)

Schwenker der "beste Handball-Experte"

Doch Lapawczyk, der sowohl mit Elwardt als auch mit Gislason privaten Kontakt pflegt, würde lieber wieder den einstigen Kieler Manager Uwe Schwenker in der Geschäftsführung sehen: "Es wird immer schwer sein, Schwenker zu ersetzen. Aber vielleicht ergibt sich da etwas, dass man ihn zurückholt."

Und weiter: "Ich würde Schwenkers Rückkehr befürworten. Für mich ist er der weltweit beste Handball-Experte und auch fachlich extrem kompetent. So jemanden braucht ein Verein."

Die Chance nutzen

Vom Erfolg des THW in der bevorstehen Saison ist Lapawczyk überzeugt: "Wenn das Team verletzungsfrei bleibt, sind sie sicher in der Lage, zu alter Stärke zurückzufinden. Und dann bin ich auch sicher, dass sie dem HSV wieder Paroli bieten können."

Dann auf jeden Fall noch mit Tobias Reichmann auf Rechtsaußen (BERICHT: Lemgo setzt Ausrufezeichen - Kiel in Top-Form).

Denn der soll das Jahr beim Champions-League-Teilnehmer noch nutzen, um "auch gegen schwere Gegner, nicht nur vermeintlich leichte Gegner zu spielen."

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