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Martin Schwalb erringt einen Teilerfolg
Martin Schwalb wechselte mit der Meister- schale im Gepäck auf den Managerposten © dpa Picture Alliance

Meistertrainer Martin Schwalb macht sich für ein Engagement des FCB im Handball stark. Die Voraussetzungen sind da.

Von Julian Meißner

München - Der FC Bayern bald auch in der Toyota HBL?

Für Meistertrainer Martin Schwalb, mittlerweile Geschäftsführer des HSV Hamburg, wäre das wünschenswert.

"Der FC Bayern ist eine tolle Adresse und hat gute Erfahrungen im Basketball gemacht", sagte Schwalb am Montag in München: "Handball würde gut in sein Portfolio passen."

Schwalb, der zwischen 1984 und 1988 bester Werfer des unterfränkischen TV Grosswallstadt war, erklärte: "Für den Handball insgesamt wäre das eine positive Geschichte."

Supercup in der Diaspora

In der bayerischen Landeshauptstadt erfolgt nächste Woche mit dem traditionellen Supercup zwischen Meister und Pokalsieger der Startschuss zur neuen Saison.

Am Dienstag treffen sich der HSV Hamburg und der THW Kiel in der Olympiahalle zum Schlagabtausch (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Mit den beiden Erzrivalen gastiert also das "Nonplusultra" der Sportart, so SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar, im tiefen Süden der Republik, der sonst Handball-Diaspora ist.

Handball-Abteilung exisitiert

Nur der TVG in Bayerns äußerstem Nordwesten findet sich auf der Bundesliga-Landkarte, ansonsten ist seit dem Niedergang des ehemaligen Europapokalsiegers TSV Milbertshofen Anfang der Neunziger Fehlanzeige. Selbst um ein Drittligaspiel zu sehen, müssen Münchner Handball-Fans die Stadtgrenzen überschreiten.

Die Voraussetzungen - zumindest im Groben - für ein Engagement des finanzstarken Renommierklubs wären gegeben: Der FC Bayern verfügt über eine Handball-Abteilung, bereits seit 1945. Allerdings spielt die erste Mannschaft nur in der Bezirksliga.

HSV als Vorbild?

Schwalb weiß, wovon er spricht. Schließlich schloss sein Klub, als er 2002 die Lizenz vom VfL Bad Schwartau übernahm, einen Deal mit dem Fußball-Traditionsverein Hamburger SV und bediente sich dessen Logo, Image und Bekanntheit.

In Spanien fand gerade der in Finanznöte geratene Top-Klub Ciudad Real ein neues Heim unter dem Dach von Atletico Madrid.

"Fantastischer Standort"

Warum also sollte es nicht möglich sein, erstklassigen Handball beim FC Bayern zu etablieren, dessen Basketballer unter Dirk Bauermann nach dem ungefährdeten Aufstieg nun in der Beko BBL antreten?

"München ist ein fantastischer Standort und Bayern ein großer Handballmarkt", sagte Toyota-HBL-Marketingleiter Mark Schober schon am Rande des Supercups 2010, als ähnliche Spekulationen die Runde machten.

Klein ist nicht abgeneigt

Und auch Kiels Dominik Klein kann sich das Projekt gut vorstellen. Der Linksaußen sieht seine fernere Zukunft ohnehin aufgrund familiärer Bande in Bayern: Ehefrau Isabell, ebenfalls Nationalspielerin, ist gebürtige Münchnerin.

"Wenn es hier guten Handball gibt, vielleicht komme ich dann ja etwas früher in den Süden", so Klein augenzwinkernd (126233DIASHOW: Die HBL-Wechselbörse).

Treffen mit dem "Kaiser"

Mit Schwalbs Anregung könnte die Diskussion nun einen neuen Anstoß bekommen. Ob "Schwalbes" Wunsch nach einem Bundesligisten in München schon zu Bayern-Präsident Uli Hoeneß durchgedrungen ist, ist zwar nicht überliefert.

Und Hoeneß hatte im Februar bei SPORT1 noch abgewiegelt: "Mein Bauch sagt mir, dass es nur Basketball sein kann. Handball ist eine Supersportart, hat aber in München keine Tradition."

Fest steht aber: Schwalb traf in München auch Franz Beckenbauer, seines Zeichens Ehrenpräsident beim Fußball-Rekordmeister.

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