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Flensburgs Coach Kent-Harry Andersson weist seinen Spielern den Weg © imago

Die SG galt als der Verfolger von THW Kiel. Doch nach der erneuten Niederlage steht die Andersson-Truppe auf verlorenem Posten.

Nordhorn - Der Kampf um die Deutsche Meisterschaft wird immer mehr zum Schaulaufen für Rekord-Titelträger THW Kiel.

Während sich der Tabellenführer im ungleichen Duell mit Zwangsabsteiger und Schlusslicht TuSEM Essen mit einem 43:23 (20:11)-Kantersieg zum 14. Erfolg nacheinander zauberte, leistete sich die Konkurrenz schon wieder den nächsten Patzer.

Die SG Flensburg-Handewitt unterlag nach einem Krimi bei der HSG Nordhorn 30:31 (14:16) und hat den Nordrivalen (29:1) mit 21:9 Punkten endgültig aus den Augen verloren.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Peter Kukucka erzielte 30 Sekunden vor dem Ende den Siegtreffer für die Nordhorner, die zuvor funfmal nacheinander ohne Punktgewinn geblieben waren, mit 15:13 Punkten aber weiter im Mittelfeld feststecken.

Frust bei den Flensburgern

Groß war der Frust daher bei der SG. "Wir halten die Chance auf den Sieg in Händen und lassen sie wieder los. Wir sind nicht am Gegner gescheitert, sondern wieder mal an uns selbst. Wer solche Fehler macht, ist keine Spitzenmannschaft", sagte Flensburgs Manager Fynn Holpert.

"Es tut weh, das dritte Mal heute mit einem Tor gegen ein Spitzenteam zu verlieren", resigniert Flensburgs Coach Kent Harry Anderson schon kurz nach dem Spiel.

Neun Minuspunkte haben die Flensburger in der Hinrunde schon gesammelt und die ist noch lange nicht zu Ende.

Noch schwere Spiele in der Hinrunde

Schwere Spiele warten noch, der Deutsche Meister von 2004 muss noch gegen die Rhein-Neckar Löwen und gegen die scheinbar unschlagbaren Kieler antreten. Sollten die SG auch in diesen Spielen nicht punkten, ist der Traum von der zweiten Deutschen Meisterschaft wohl schon nach der Hinrunde ausgeträumt.

Etwas Anschluss an den THW hält nur noch der TBV Lemgo (27:5), der sich im Ostwestfalen-Derby gegen GWD Minden mühevoll mit 24:21 (16:13) durchsetzte.

Dritter bleibt der SC Magdeburg (25:7) durch ein 27:22 (14:8) gegen die HSG Wetzlar.

TuSEM Essen in traurigen Zustand

Die 10.250 Zuschauer in Kiel konnten sich dagegen sogar langen und aufmunternden Applaus für die Spieler des insolventen TuSEM leisten. Aufgrund des fortschreitenden Ausverkaufs von Leistungsträgern war der dreimalige Deutsche Meister mit gleich vier Landesliga-Spielern angereist.

"Es ist traurig, einen Traditionsverein wie TuSEM Essen in solch einem Zustand sehen zu müssen", sagte THW-Coach Alfred Gislason, in den 80ern selbst als Spieler mit TuSEM zweimal Deutscher Meister.

Kiel jagd eigenen Rekord

Angeführt von Kim Andersson (7 Tore) zeigte sein Team am Samstagabend phasenweise Zauber-Handball und machte die Partie somit wenigstens noch für die Fans interessant.

Der 15. Titel dürfte dem Rekordmeister ohnehin schon fast nicht mehr zu nehmen sein. Seit 34 Spielen und damit quasi eine ganze Saison sind die Kieler nun ungeschlagen und jagen mit dem 14. Sieg nacheinander ihren eigenen Rekord aus der Spielzeit 2005/2006.

Damals reichte es zu insgesamt 31 Erfolgen. Das gleiche Kunststück war 2002/2003 auch dem TBV Lemgo gelungen.

Stralsund angeschlagen

Einen Pflichtsieg verbuchten am 16. Spieltag die Rhein-Neckar Löwen durch das 35:23 (14:12) bei Aufsteiger TSV Dormagen (8:24). Der VfL Gummersbach kam bei den Füchsen Berlin zu einem 27:27 (16:13).

Deutlich unter die Räder kam der Tabellenvorletzte Stralsunder HV. Beim TV Großwallstadt unterlagen die finanziell schwer angeschlagenen Stralsunder deutlich mit 22:38 (11:16) und haben nun vier Punkte Rückstand auf Dormagen auf dem 16. Relegationsplatz.

Bitter rettet den HSV

Der HSV Hamburg feierte unterdessen dank 21 Paraden von Nationaltorhüter Johannes Bitter beim hart erkämpften 32:30 (13:16) gegen MT Melsungen den achten Sieg in Folge und schloss nach Punkten schon zu Flensburg auf.

Bei den Hamburgern waren Pascal Hens (6 Tore) und Krzysztof Lijewski (5) die besten Werfer. Für Melsungen waren Dimitrios Tzimourtos und Vladica Stojanovic (je 6) am erfolgreichsten.

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