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Christian Zeitz (M.) erzielte bisher für den THW Kiel in der Toyota HBL bisher 859 Tore © getty

Trotz Personalsorgen schenkt der Meister die Supercup-Titelverteidigung nicht ab. Kiel strotzt vor dem Härtetest vor Selbstvertrauen.

Von Eric Böhm

München - Der THW Kiel hat sein Selbstverständnis nicht verloren.

Bei dem entthronten Serienmeister herrscht vor dem Supercup-Duell mit dem großen Rivalen HSV Hamburg in München (Di., ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) Optimismus vor.

"Wir wollen das Gewinner-Gefühl behalten und weiter entwickeln - wir wollen jedes Spiel gewinnen", lässt Kapitän Marcus Ahlm keine Zweifel an den Ansprüchen des Rekordmeisters aufkommen.

THW ohne Neuzugänge

Dabei geht der THW erstmals seit 23 Jahren ohne einen einzigen neuen Spieler in die Saison und scheint doch stärker aufgestellt zu sein.

Denn mit Daniel Narcisse und Kim Andersson kehren zwei absolute Leistungsträger nach monatelangen Verletzungspausen in den Rückraum zurück und sind so etwas wie Neuzugänge.

Vor allem der Schwede brennt nach "der schlimmsten Vorbereitung seit Langem" auf sein Pflichtspiel-Comeback.

Andersson findet langsam Rhythmus

In der Vorbereitung bekam Andersson sehr viel Spielzeit und findet langsam seinen Rhythmus, zudem beflügelt ihn die Geburt seines zweiten Kindes.

"Dann muss ich zu Hause nicht immer nur an Handball denken, sondern auch meine Aufgaben als Vater erfüllen", sagt der 29-Jährige.

Auch Ahlm sieht in dem unveränderten Kader keine Nachteile: "Das hat den Vorteil, dass wir eingespielt sind."

Narcisse wird dem Angriff der "Zebras" mit seiner individuellen Klasse einen zusätzlichen Schub verleihen.

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Jicha und Zeitz angeschlagen

In den Testspielen hielt sich der Pokalsieger schadlos und blieb ohne Niederlage. Für das Mammutprogramm mit Toyota HBL, Champions League und Pokal scheint die Truppe gut gerüstet.

"Ich hatte sicherlich mehr Spaß als meine Spieler", schilderte Trainer Alfred Gislason seine Trainingseindrücke.

Einzig die angeschlagenen Filip Jicha (Achillessehne), Daniel Kubes (Wade) und Christian Zeitz (Schulter) machen dem Isländer noch Sorgen: "Es wird dauern, bis sie aufgeholt haben und voll einsatzfähig sind."

Reise schweißt zusammen

Die Reise nach La Reunion - die Heimat von Narcisse - schweißte das Team zusätzlich zusammen.

"Es war unglaublich, den Menschen in meiner Heimat den THW Kiel zu zeigen - und meinen Team-Kollegen meine Heimat", schwärmte der Franzose.

Lindberg hungrig

Gegner HSV hat zwar einige Veränderungen zu verkraften, stellt aber vor dem ersten echten Härtetest klar, dass der Hunger nach Titeln noch lange nicht gestillt ist.

"Ich möchte ganz vorne landen - in allen Wettbewerben. Ich bin ein Typ, der einfach jedes Spiel gewinnen will. Auch jedes Trainingsspiel", so Hans Lindberg gegenüber der "Hamburger Morgenpost".

Lazarett behindert Trainingsarbeit

Für den Meister wird es dennoch schwer die ausgesprochen erfolgreiche vergangene Saison zu bestätigen.

Erfolgstrainer Martin Schwalb ist jetzt Präsident und Geschäftsführer in Personalunion. Er wird vom Ex-Flensburger Per Carlen ersetzt.

Der neue Coach konnte aufgrund eines ständig größer werdenden Lazaretts aber kaum an einer taktischen Weiterentwicklung des Teams arbeiten.

Gelungene Generalprobe

Neben Neuzugang und Trainersohn Oscar Carlen (Reha nach Kreuzbandriss) fehlt auch Nationalspieler Michael Kraus (Autounfall) mindestens bis Oktober. Guillaume Gille plagte sich über die gesamte Vorbereitung mit einer Achillessehnenreizung herum.

Zuletzt zog sich zudem Macin Lijewski eine Zerrung der Sprunggelenkskapsel und Einrisse im Innenband zu, bei ihm hoffen die Hamburger auf ein Comeback zum Liga-Start (BERICHT: Linkshänder-Schwund beim HSV).

"Wir müssen mit der Situation umgehen. Im Angriff haben wir aber noch Probleme mit dem Rhythmus, die es noch abzustellen gilt", so Trainer Carlen nach der gelungenen Generalprobe beim 28:25 gegen AG Kopenhagen.

Supercup als Durchgangsstation?

Immerhin wurde der Kader mit dem schwedischen Nationaltorhüter Dan Beutler - kam ebenfalls aus Flensburg - verstärkt.

Aus Mangel an Linkshändern wurde zuletzt gar über eine Rückholaktion des ehemaligen Torschützenkönigs Kyung-Shin Yoon spekuliert 126233(DIASHOW: Die HBL-Wechselbörse).

Auch aufgrund der Probleme sieht der HSV den Supercup eher als Durchgangsstation, trotzdem soll der erste Titel dem Erzrivalen nicht auf dem Silbertablett serviert werden.

"Der Supercup ist nur ein einzelnes Spiel. Die Saison hat 34 Spiele, in denen man konstant auftreten muss. Ich glaube, da hat der Supercup eigentlich nicht wirklich viel zu bedeuten. Aber selbstverständlich möchte ich auch diesen Titel gewinnen", meint Lindberg.

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