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Dominik Klein kam 2006 vom TV Grosswallstadt zum THW Kiel © dpa Picture Alliance

Dominik Klein spricht bei SPORT1 über die Vorbereitung, den Saisonstart und den prognostizierten Zweikampf um den Meistertitel.

Von Julian Meißner

München ? Zum ersten Mal seit 2005 startet der THW Kiel nicht als Titelverteidiger in die neue Saison.

Für Dominik Klein, der in sein sechstes Jahr bei den "Zebras" geht, hat sich deshalb aber nichts am Selbstverständnis des Rekordchampions geändert.

"Ich glaube nicht, dass deswegen das Siegergen verloren geht", sagt der Linksaußen im Gespräch mit SPORT1 vor dem mit Spannung erwarteten Supercup (Di., ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) gegen den HSV Hamburg.

Klein spricht über die Vorbereitung seiner Mannschaft, den Saisonauftakt mit dem Nord-Derby gegen Flensburg und den prognostizierten Zweikampf mit dem HSV um den Meistertitel.

SPORT1: Herr Klein, der Saisonauftakt steht vor der Tür. Wie fällt Ihr Fazit der Vorbereitung aus?

Dominik Klein: Sehr positiv. Wir hatten zwar mit Verletzungen zu kämpfen, aber es schweißt unglaublich zusammen, wenn man mit einer "Rumpftruppe" auf ganz hohem Niveau Champions-League-Teilnehmer schlägt und auch Turniersiege einfährt. Deswegen bin ich sehr zufrieden.

SPORT1: Wurden dabei auch noch Spieler geschont, oder besteht tatsächlich die Gefahr, dass der THW wie letztes Jahr auf mehrere Leistungsträger verzichten muss?

Klein: Ich denke schon, dass es absehbare Sachen sind. Aber trotz des schweren Auftaktprogramms wollen wir natürlich gut in die Saison starten. Deshalb müssen wir die Situation einfach genau beobachten, wer wann wieder einsteigt. Unser Trainer und die medizinische Abteilung haben dafür ein gutes Gespür 126233(DIASHOW: Die HBL-Wechselbörse).

SPORT1: Sie waren mit der Mannschaft auf La Reunion, der Heimat von Daniel Narcisse. Was hat das dem Team gebracht?

Klein: La Reunion war eine super Sache. Wo ich gerade von Zusammenschweißen sprach: So etwas ist das Beste dafür - das Team zusammenbringen, Spaß haben auf anderem Terrain, sei es ein Helikopterflug oder Mountainbiken. Die Vorbereitung haben wir deshalb aber keineswegs außer Acht gelassen und waren einmal am Tag richtig Schwitzen. Für den Zusammenhalt war der Trip auf diese tolle Insel unheimlich wichtig.

SPORT1: Der THW geht ausnahmsweise nur als Zweiter in die Saison. Ändert das etwas am Selbstverständnis der Mannschaft?

Klein: Nein. Ich glaube nicht, dass deswegen das Siegergen verloren geht. Es ist in einem jeden drin, das weiß man auch. Ich finde es eher positiv, dass wir in der vergangenen Saison Momente hatten, die wir als Mannschaft durchstehen mussten. Wir wissen, wie wir diese Momente erlebt haben und werden es dieses Jahr in solchen Situationen bestimmt besser machen. Dann kann es nur aufwärts gehen.

SPORT1: Klaus Elwardt hat Uli Derad als Manager abgelöst. Wie ist das in der Mannschaft aufgenommen worden?

Klein: Das war ja alles während des Urlaubs, dementsprechend haben wir es am Anfang der Vorbereitung abgehakt. Wir haben auf La Reunion darüber gesprochen und konnten uns dann schnell wieder dem Sportlichen zuwenden. Generell haben wir als Spieler auf dieser Ebene Ruhe und konzentrieren uns auf uns.

SPORT1: Alle Welt rechnet in der Meisterschaft erneut mit einem Zweikampf zwischen THW und HSV. Denken Sie, dass sonst noch jemand vorne eingreifen kann?

Klein: Ein Teil des THW-Gens muss meiner Meinung nach wieder stärker in den Vordergrund rücken: Wir schauen am besten gar nicht auf die anderen, sondern nur auf uns. Das wollen wir vorantreiben und von Spieltag zu Spieltag besser werden. Deshalb ist uns egal, wer da noch vorne mitmischen möchte.

SPORT1: Hat der Supercup dieses Jahr einen höheren Stellenwert, weil entthronte Kieler die Chance haben, dem Meister einen Dämpfer zu verpassen?

Klein: Unsere Vorbereitung war etwas anders als letztes Jahr, wir werden weniger müde auftreten. Das hat aber nichts mit Hamburg zu tun, sondern eher mit dem Saisonstart gegen Flensburg. Dafür ist der Supercup die absolute Standortbestimmung, zu der wir fit sein wollen. Und wir wollen den Cup auf jeden Fall mit nach Hause nehmen.

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SPORT1: Das Nord-Derby zum Liga-Auftakt ? besser geht es eigentlich nicht, oder?

Klein: Ich glaube, man kann es sich nicht besser wünschen, so in die Saison zu starten. Die Halle wird natürlich kochen, und diese Stimmung werden wir in die komplette Saison mitnehmen. Dementsprechend freuen wir uns auf ein packendes Derby.

SPORT1: In der Champions League geht es unter anderem gegen Kopenhagen und den Karabatic-Klub Montpellier. Wie sehen Sie die Gruppe?

Klein: Das ist mit Sicherheit die attraktivste Gruppe, die man sich vorstellen kann. Am ersten Tag des Vorverkaufs waren schon wieder alle Karten weg! Wir sind alle verrückt nach Handball in Kiel und wollen dies auch in der Champions League zeigen. Das brauchen wir auch, denn dieses Jahr wollen wir unbedingt wieder ins Final Four nach Köln kommen.

SPORT1: Der neue Bundestrainer Martin Heuberger war schon zu Besuch in Kiel. Wie bewerten Sie seine Verpflichtung?

Klein: Es war ja abzusehen, dass er es wird. Ich finde, es ist eine super Sache, dass er das Vertrauen geschenkt bekommen hat. Er hat in den letzten Jahren alles mitgemacht und erlebt, welche Berg- und Talfahrten wir hatten. Ich denke, er ist genau der Richtige, um den Aufschwung, in dem ich uns sehe, weiterzuführen um wieder ganz oben anzukommen.

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