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Aron Palmarsson holte mit Island Bronze bei der EM 2010 - im Alter von 19 Jahren © dpa Picture Alliance

Kiels Supertalent Aron Palmarsson spricht bei SPORT1 über seine Ziele für die neue Saison und den Auftakt gegen Flensburg.

Von Julian Meißner

München - Der Matchwinner erfuhr erst mit Verspätung von seinem Glück.

Aron Palmarsson hatte mit dem Treffer zum 24:23 den Endstand im Supercup zwischen dem THW Kiel und dem HSV Hamburg markiert, stolze fünf Minuten vor dem Abpfiff in der Münchner Olympiahalle (BERICHT: Elefanten mit Achillesferse).

Der 21-jährige Isländer ist längst von einem der weltgrößten Handball-Talente zum Leistungsträger beim deutschen Rekordmeister THW gereift.

"Ich denke, dass er in der neuen Saison noch mehr Verantwortung übernehmen wird", sagt Manager Klaus Elwardt über den Neffen der isländischen Fußball-Ikone Eidur Gudjohnsen: "Man hat ja wieder gesehen, wie schnell und beweglich er ist."

Palmarssons Spielmacherqualitäten sind schon in jungen Jahren beeindruckend. (NEU: Der SPORT1 Handball Manager - jetzt Team aufstellen und abräumen!)

Luft nach oben hat er allenfalls noch in der Deckungsarbeit, wobei er seit seiner Ankunft in Kiel körperlich schon diverse Pfunde Muskelmasse zugelegt hat.

Im SPORT1-Interview spricht Palmarsson über die Erkenntnisse aus dem Supercup, seine Ziele für die neue Saison und den Saisonauftakt am Sonntag gegen Flensburg (17 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

SPORT1: Herr Palmarsson, Glückwunsch zum Sieg beim Supercup. Haben Sie schon mal fünf Minuten vor Spielende ein Siegtor geworfen?

Aron Palmarsson (lacht): Habe ich echt das entscheidende Tor gemacht? Das war mir nicht bewusst. Spricht nicht gerade für den Angriff?

SPORT1: Der Supercup war die letzte Standortbestimmung vor dem Saisonstart. Welche Erkenntnisse nehmen Sie mit aus dem Spiel?

Palmarsson: Die erste Viertelstunde haben wir gut gespielt, gerade Kim Andersson war super. Dann haben wir leider etwas unseren Rhythmus verloren. Es war insgesamt kein schönes Spiel, aber unsere Abwehr war okay. Wir haben nicht viele Gegentore bekommen. Aber im Angriff müssen wir uns noch verbessern.

SPORT1: Was bedeutet der Gewinn des Supercups?

Palmarsson: Naja, er gehört zur Vorbereitung und ist wie ein Freundschaftsspiel. Aber nachdem wir in den letzten zwei Jahren verloren hatten, wollten wir unbedingt gewinnen.

[kaltura id="0_lacn38mt" class="full_size" title="Kiel holt den Supercup"]

SPORT1: Letztes Jahr ist Ihnen endgültig der Durchbruch gelungen. Was haben Sie sich persönlich für die neue Saison vorgenommen?

Palmarsson: Wenn ich spiele, dann bin ich zufrieden. Aber das Wichtigste ist, dass die Mannschaft jedes Spiel gewinnt und wir unsere Ziele erreichen.

SPORT1: Andersson war gegen den HSV nach langer Verletzungspause der Mann des Spiels. Kann er zur entscheidenden Figur werden?

Palmarsson: Natürlich. Jetzt haben wir zwei Weltklassespieler auf dieser Position. Letztes Jahr war Christian Zeitz überragend. Und Kim hat jetzt seit Juni unglaublich gut trainiert und gespielt. Ich freue mich sehr für ihn, dass er zurück ist. Es tut gut, wieder mit Kim zu spielen.

SPORT1: Extrem viel im Kieler Spiel lief über den Kreis. Wie wichtig ist diese Achse mit Ihnen und Daniel Narcisse auf der Mitte und Marcus Ahlm?

Palmarsson: Das normale THW-Spiel zeichnet sich durch starke, große Rückraumspieler aus. Aber wenn wir gut über den Kreis und auch über die Außen spielen, sind wir natürlich variabler. Der HSV hat eine super Abwehr, insofern war das schon okay heute.

SPORT1: Der THW ist stark abhängig von Ahlm. Kann das im Verlauf der Saison zum Problem werden?

Palmarsson: Ja, natürlich. Letztes Jahr hat Marcus sich verletzt, dann haben wir Robert Arrhenius aus Spanien geholt. Aber wir haben auch viel mit Daniel Kubes am Kreis trainiert. Er kann das durchaus lösen. Außerdem ist Marcus gewöhnt, 60 Minuten zu spielen. Aber da wir um alle Titel mitspielen wollen und im Rhythmus Mittwoch/Samstag spielen, könnte es schon schwer für ihn werden. Wir werden sehen, ob es zu viel für ihn ist 126233(DIASHOW: Die HBL-Wechselbörse).

SPORT1: Alle Welt rechnet in der Meisterschaft mit einem erneuten Zweikampf zwischen Kiel und Hamburg. Sie auch?

Palmarsson: Ich weiß nicht. Flensburg ist wahrscheinlich stärker als im letzten Jahr. Die Rhein-Neckar Löwen sind immer gut, auch mit den Füchsen Berlin muss man rechnen. Natürlich sind Kiel und Hamburg die Favoriten, aber wir sollten uns nicht zu sicher fühlen.

SPORT1: Aber die Meisterschaft ist schon das erklärte Ziel.

Palmarsson: Ja, natürlich. Wir sind immer die Favoriten. Wir sind der THW Kiel, wir wollen jedes Spiel gewinnen und in der Meisterschaft die Nummer eins sein.

SPORT1: Los geht es direkt gegen Flensburg. Attraktiv, aber schwierig...

Palmarsson: Es macht immer Spaß, gegen Flensburg zu spielen. Das sind die großen Spiele, auf die ich mich sehr freue.

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