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Ist wohl bald wieder auf der Trainerbank in Aktion: Noka Serdarusic © getty

Bei Noka Serdarusic kribbelt's wieder. Der Starcoach will wieder arbeiten. Die Rhein-Neckar Löwen sind als Verein im Gespräch.

Von Wolfgang Kleine

Kiel - Es kribbelt wieder. Zvonimir "Noka" Serdarusic hat den erzwungenen Ruhestand satt.

Einer der erfolgreichsten Handballtrainer der Welt will wieder arbeiten. Und da er das bei "seinem" THW Kiel nicht mehr darf, muss er eben anderswo anheuern.

Serdarusic hat sich entschieden. "Es gibt eine neue Herausforderung", sagt der 58-Jährige, "den Umständen gehorchend orientiere ich mich deshalb um."

Die Orientierung wird Richtung Süd-Westen gehen, zu den Rhein-Neckar Löwen. Noch steht die offizielle Verkündung aus, aber nach Sport1.de-Informationen sind sich der ambitionierte Verein und der 58 Jahre alte Erfolgscoach weitgehend einig.

Manager Thorsten Storm erklärte: "Wir werden in Kürze eine Entscheidung bekanntgeben." Laut Storm haben die Gesellschafter und der Geschäftsführer über die Verpflichtung zu bestimmen.

"Will wieder eine Mannschaft formen"

"Ich bin Profi und ich will wieder eine Mannschaft formen", erklärt Serdarusic: "Ich bin noch nicht reif fürs Rentner-Dasein."

Als er beim THW am 25. Juni 2008 freigestellt wurde, war das wie ein Schock. Für die Handballfans ebenso wie für Serdarusic selbst (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Seit 1993 war er bei den "Zebras" tätig, gewann in dieser Zeit elf Deutsche Meisterschaften und 2007 die Champions League. Er machte durch seine Tätigkeit den THW zu einem Bayern München des Handballs.

Entfremdung zwischen Schwenker und Serdarusic

"Es gab keine sportlichen Gründe für die Trennung", darf Serdarusic sagen, mehr nicht. Sein Vertrag in Kiel läuft schließlich noch bis Ende Juni 2009.

Die Entfremdung zwischen ihm und Manager Uwe Schwenker aus privaten Gründen war ausschlaggebend für den Kieler Sommer-Eklat. Serdarusic führte einen Machtkampf, den er nicht gewinnen konnte.

Aber er blieb konsequent in seinen Ansichten, er kann morgens in den Spiegel schauen, den Job aber war er los. "Ich weiß, was ich will und man kann mich nicht verbiegen", sagt Serdarusic, gibt aber zu: "Die Art und Weise der Trennung hat mich sehr getroffen."

Familie hat Noka aufgefangen

Die Familie, seine Frau und Freunde haben ihn aufgefangen. Spieler aus der Mannschaft haben sich gemeldet, immer wieder.

Das war wichtig für ihn und eine Bestätigung, dass auch im Profisport menschliche Werte zählen: "Ich bin sehr streng, packe meine Spieler intern hart an", erklärt der ehemalige Kreisläufer, "aber wenn einer Hilfe braucht, kann er auf mich zählen." In schwieriger Zeit haben einige zurückgezahlt.

Zu den seelischen Wunden kamen ja auch noch ernste gesundheitliche Probleme hinzu. Nach einem schweren Bandscheibenvorfall im Sommer musste er sich einer Rücken-Operation unterziehen.

Neues Knie implantiert

Anfang Januar bekommt er ein neues Knie implantiert: "Dem sehe ich nicht gerade mit Freude entgegen, dann fange ich wieder bei Null an, warten wieder monatelange Reha-Maßnahmen."

Den neuen Job wird er auch deshalb erst zur kommenden Saison antreten: "Als Patient humpele ich sicher nirgends rum und stelle meinen Arbeitgeber vor die Frage, wie er mich bei Auswärtsspielen von A nach B transportiert."

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