Die Derby-Klatsche gegen Kiel verdeutlicht Flensburgs Probleme. Der Trainer schiebt sie aufs Personal - und muss gehen.

Noch unmittelbar vor dem Derby gegen Kiel hatte SG-Manager Fynn Holpert getönt, Flensburg-Handewitt spiele den "schönsten Handball der Liga".

Keine 60 Spielminuten später hatten die Fans in der Campushalle just von diesem Handball "die Schnauze voll", wie sie unüberhörbar skandierten.

Als wäre eine Acht-Tore-Klatsche in eigener Halle und ebenso rekordverdächtige zehn Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter Kiel nicht genug, ist nun auch noch das eigentlich geduldige Publikum vergrätzt.

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Allzu deutlich trat am Samstag hervor, dass die SG zwangsläufig "schön" kombinieren muss, um zu einem Tor zu kommen, da der Rückraum keine Gefahr ausstrahlt - Toptalent Oscar Carlen einmal ausgenommen.

Ein Offenbarungseid ist vor allem das, was sich der Halblinke Alen Muratovic leistet. Dem teuersten Transfer der Vereinsgeschichte gelang gerade mal ein Tor. Mal zog er in aussichtsreicher Position einen Pass vor (der nicht ankam), dann warf er derart schlapp, dass THW-Torhüter Thierry Omeyer den Ball nahezu beleidigt mit beiden Händen nach vorn abprallen ließ.

Holpert muss nicht lange betonen, dass Muratovic "absolut verunsichert" ist. Auf Besserung hoffen darf er aber auch nicht, da der ebenfalls in die Kritik geratene Trainer Kent-Harry Andersson den Montenegriner in der zweiten Hälfte auf der Bank schmoren ließ.

Andersson benannte dann auch treffend den Unterschied zwischen den Flensburgern und den übermächtigen Kielern: "Die schießen Tore aus zehn Metern, haben einen starken Rückraum. Wir haben nur die Spieler, die wir haben."

Ein netter Gruß ans Management. Das reagierte prompt und entließ einen Tag später den Schweden. Nachfolger Per Carlen muss nun mit den vorhandenen Spielern mehr erreichen als "schönen Handball".

Und Muratovic hat eine Ausrede weniger.

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