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Silvio Heinevetter kam 2009 aus Magdeburg zu den Füchsen © getty

Vor dem Top-Spiel gegen Flensburg pocht Silvio Heinevetter auf Meinungsfreiheit. Der Gäste-Trainer lässt keine Ausreden zu.

Von Tobias Wiltschek

München - Der Supercup ist erst zwei Tage her, da nimmt die Toyota HBL schon wieder richtig Fahrt auf.

In Berlin erwarten die Füchse die SG Flensburg-Handewitt zum Top-Spiel (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Die knappe und unglückliche 32:33-Niederlage gegen Ligaprimus THW Kiel (Bericht) haben die Berliner trotz der einwöchigen Länderspiel-Pause aber noch nicht vollkommen verdaut.

Vor allem die Szene, in der Füchse-Torwart Silvio Heinevetter nach einer umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidung kurz vor Schluss wutentbrannt gegen die Werbebande trat, sorgt immer noch für Gesprächsstoff.

Heinevetter ließ seinem Fust auch nach dem Spiel freien Lauf: "Mir ist es egal, ob ich eine Geldstrafe bekomme. Die ganze Regel regt mich auf."

Doch damit verstieß er gegen eine HBL-Regel.

Die besagt, dass es Spielern nach einer Partie 48 Stunden lang verboten ist, sich öffentlich über die Schiedsrichter-Leistungen zu beschweren.

Kritik vom Füchse-Boss

"Es ist ein unerträglicher Versuch, die Schiris vor Kritik zu schützen", erregte sich Füchse-Präsident Dr. Frank Steffel in der "BZ" über den "Maulkorb-Erlass".

Und auch "Heine" legte nach Ablauf der Zwei-Tages-Frist noch einmal nach: "Ich will ja keinen grob beleidigen, aber Kritik muss doch erlaubt sein. Ich werde weiter sagen, was ich zu sagen habe."

"Für Unterhaltung ist gesorgt"

Doch nicht nur wegen solcher Auftritte ist Heinevetter zumindest für Steffel "die schillerndste Figur der Liga", wegen der allein sich ein Besuch in der Berliner Max-Schmeling-Halle lohne. "Für Unterhaltung ist gesorgt", verspricht der Füchse-Boss.

[kaltura id="0_p43osmhj" class="full_size" title="Silvio Heinevetter im Portr t"]

Spektakel-Charakter hatten auch die letzten beiden Heimspiele der Hauptstädter. Doch die Berliner mussten sich vor heimischem Publikum jeweils den Top-Teams aus Madrid (Bericht) und Kiel geschlagen geben.

Der Fünfte empfängt den Vierten

Gegen die SG Flensburg-Handewitt soll den Füchse-Fans nun nicht nur eine Top-Partie, sondern auch ein Sieg geboten werden. Ein Vorhaben, dessen Umsetzung sich bei einem Blick auf die Tabelle durchaus lohnen würde.

Denn die Gäste aus dem hohen Norden liegen nach dem 31:28-Sieg beim SC Magdeburg mittlerweile einen Punkt vor dem Hauptstadt-Klub auf Platz vier. Und den möchten sie an der Spree auf jeden Fall verteidigen.(DATENCENTER: Die Toyota HBL)

"Das wird ein schweres Spiel in Berlin", sagte Flensburgs schwedischer Torwart Mattias Andersson. "Aber wir haben in Magdeburg Selbstvertrauen getankt und vor allem bewiesen, dass wir auswärts bestehen können."

Supercup keine Ausrede

Dass die Mannschaft aufgrund des Supercups in Deutschland erst einen Tag vor dem Berlin-Spiel wieder miteinander trainieren konnte, lässt Trainer Ljubomir Vranjes nicht als Entschuldigung für eine mögliche Niederlage gelten.

"Ich erwarte von meiner Mannschaft, dass sie sich zu 100 Prozent auf die anstehende Bundesliga-Aufgabe konzentriert", betonte der Schwede.

Kurzfristige Anreise

Er musste unter anderem seine Landsleute Andersson und Tobias Karlsson, den Dänen Thomas Mogensen sowie die Deutschen Holger Glandorf und Lars Kaufmann für den Supercup abstellen.

Aber auch bei den Berlinern trafen mit Heinevetter, dem Schweden Jonathan Stenbäcken und dem Spanier Iker Romero einige namhafte Spieler erst am Tag vor dem Verfolger-Duell in der Hauptstadt ein.

Der Supercup taugt also für beide Mannschaften nicht als Ausrede; egal wer in Berlin den Kürzeren zieht.

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