vergrößernverkleinern
Bei Flensburg läuft es derzeit nicht: Dan Beutler schreit den Frust heraus © getty

Nach dem dramatischen Last-Minute-K.o. ist die SG mit der Entscheidung des Kampfgerichts nicht einverstanden.

Von Julian Ignatowitsch

München - Der Ball war im Tor und die Flensburger bejubelten schon das vermeintliche Unentschieden.

Doch nur wenige Sekunden später war die Freude schon wieder verflogen.

Denn als Oscar Carlen das Leder in die Maschen hämmerte, war die Spielzeit nach Meinung des Kampfgerichts schon abgelaufen.

Die Schiedsrichter Frank Lemme und Bernd Ullrich hatten den Treffer zunächst zwar anerkannt.

Aber nach dem Schiedsspruch musste sich die SG Flensburg-Handewitt auch beim Einstand des neuen Chefcoachs Per Carlen mit 29:30 (19:19) den Rhein-Neckar Löwen geschlagen geben.

Einspruch gegen die Wertung

Jetzt hofft der Verein auf die nachträgliche Korrektur des Ergebnisses. Die SG legte Einspruch gegen die Wertung der Begegnung ein.

"Ich musste erst das Protestschreiben formulieren", entschuldigte SG-Geschäfstführer Fynn Holpert sein spätes Erscheinen auf der anschließenden Pressekonferenz.

Zu den Erfolgsaussichten will er vorerst keine Prognose abgeben. "Schwer zu sagen. Es muss zunächst geprüft werden, ob es sich um eine Tatsachenentscheidung handelt, danach wird es ein Ergebnis geben."

Flensburger frustriert

Die Spieler waren da kritischer. "Es kann durchaus sein, dass alle Aktionen zusammen zu lange gedauert haben", kommentierte ein frustrierter Thomas Mogensen.

Der Däne war es, der sich beim Stande von 29:30 drei Sekunden vor Schluss den Ball schnappte und zum Siebenmeter antrat. Er scheiterte an Löwen-Keeper Slawomir Szmal, Carlen schnappte sich zwar den Abpraller und traf, doch da war es anscheinend schon zu spät.

"Ich habe nach dem verworfenen Strafwurf nicht mehr viel mitbekommen und mich maßlos geärgert", meinte Mogensen: "Letztlich muss ich einfach treffen, dann haben wir das Remis sicher."

Dritte Pleite in Folge

Hatten die Flensburger bis zur 59. Minute alle sechs Freiwürfe in Person von Lars Christiansen getroffen, vergaben sie in der Schlussminute gleich zweimal vom Punkt.

Nach der dritten Pleite in Folge verschärft sich die Situation beim nun mehr nur noch Tabellensechsten.

"Sicherlich stehen wir zum Schluss wieder ohne etwas Zählbares da, doch wir geben nicht auf", gab sich Holpert dennoch kämpferisch: "Die Verunsicherung ist zwar noch zu spüren, wir sind allerdings auf dem richtigen Weg."

Schlussstrich unter ein duchwachsenes Jahr

Erst vor zwei Tagen hatten die Flensburger ihren langjährigen Trainers Kent-Harry Andersson entlassen und damit einen Schlussstrich unter ein duchwachsenes Jahr gezogen.

"2008 scheint nicht das Jahr der SG zu sein, hoffen wir, dass wir 2009 mehr Glück haben", schloss der neue Hoffnungsträger Carlen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel