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Thorsten Storm ist seit 2007 bei den Rhein-Neckar Löwen © getty

Der Manager der Rhein-Neckar Löwen bestreitet, die Manipulationsvorwürfe benutzt zu haben, um Ablösesummen für Spieler zu drücken.

Kiel - Er wirkte sichtlich mitgenommen. Mit leiser, brüchiger Stimme stemmte sich Handball-Manager Thorsten Storm gegen die Vorwürfe der Anwälte von Noka Serdarusic und Uwe Schwenker.

"Das glaube ich nicht", sagte ein irritierter Storm. Soeben hatte ihn der Anwalt des ehemaligen Kieler Managers Schwenker mit einer brisanten polizeilichen Aussage seines Vaters konfrontiert.

Demnach habe dieser von seinem Sohn erfahren, dass der THW Kiel eine Leiche im Keller habe und die Rhein-Neckar Löwen Nikola Karabatic und Vid Kavticnik womöglich ablösefrei verpflichten könnten.

Storm streitet Vorwürfe ab

Bereits zuvor hatte Storm wie schon am Montag im Prozess um mögliche Bestechung im Handball vor dem Kieler Landgericht jegliche Erpressungsvorwürfe dementiert.

"Es ist ja nicht so, dass ich etwas konstruiere, wenn ich das nötige Geld habe", sagte der 47-Jährige.

Auch der Vorwurf, er habe bereits in einem Gespräch am 23. Dezember 2008 von möglichen Manipulationen erfahren, verneinte der Löwen-Manager.

Anwälte hegen Zweifel

Sein Wissen über eine mögliche Manipulation des Finalrückspiels der Champions League 2007 zwischen dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt habe er nicht als Druckmittel eingesetzt, um die Ablösesumme für Karabatic und Kavticnik zu drücken. (NEWS: Nielsen bekräftigt Anschuldigungen).

Das Volumen des Doppeltransfers beanschlagten die Kieler auf 3,5 Millionen Euro.

Daran hegten die Verteidiger ebenso Zweifel wie an Storms Darstellung, er könne nicht mehr rekapitulieren, wann er erstmals von Rechtsverstößen rund um den THW Kiel erfahren habe.

"Fließender Prozess

"Das war ein fließender Prozess", sagte Storm am elften Verhandlungstag.

Vor der Verpflichtung des Ex-Kiel-Trainers Serdarusic am 29. Dezember 2008 habe er jedenfalls keine Kenntnisse davon gehabt.

Dass die Gerüchte auf die Beeinflussung des Finalrückspiels der Champions League abzielten, sei Storm erst nach einem Besuch im Hause Serdarusic am 25. Januar 2009 klar gewesen.

Streit um Lackovic

"Ich hatte das Gefühl, er wollte reinen Tisch machen", sagte Storm.

Die beiden früheren engen Freunde hatten sich über die Verpflichtung von Blazenko Lackovic zerstritten. Obwohl Lackovic bereits den Kielern sein Wort gegeben hatte, wechselte er schließlich nach Flensburg.

Storm fungierte zwischen 2002 und 2007 als Manager bei der SG.

Schwenker unter Beschuss

So recht überzeugte das die Verteidigung aber nicht. Kein Wunder, dass Schwenker lächelnden Fußes den Gerichtssaal verließ. Am Vortag war er noch schwer unter Beschuss geraten.

In einer sechsstündigen Sitzung hatte Storm dargelegt, am 11. Februar 2009 Belege für die Manipulation des Endspiels der Königklasse 2007 gezeigt bekommen zu haben. (BERICHT: Schwenker gerät unter Druck).

Eine Fortsetzung findet der Marathon-Prozess am 30. November.

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