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Der 28-jährige Michael Kraus wechselte 2010 vom TBV Lemgo zum HSV Hamburg © imago

Kurz vor der Partie beim TBV verletzt sich Hamburgs Spielmacher. Lemgos Coach Beuchler will den HSV zum Stolpern bringen.

Von Annette Bachert

München - Es hätte sein Spiel bei seinem ehemaligen Verein werden können, die Vorfreude war riesig.

Doch Michael Kraus bleibt beim Duell gegen den TBV Lemgo (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in der Toyota HBL erneut nur die Rolle des Zuschauers.

Nach monatelanger Verletzungspause wegen eines Innenbandrisses und einer Meniskusquetschung war der 28-jährige Spielmacher des HSV Hamburg für zwei Partien gerade erst wieder auf das Handballfeld zurückgekehrt.

Nun fällt er erneut für ein paar Wochen aus.

Im Abschlusstraining am Dienstagabend zog sich Kraus einen kleinen Muskelfaserriss in der linken Wade zu und wird wohl erst wieder in drei bis vier Wochen für den Deutschen Meister auflaufen können.

Großes Lob für Hens

Das ist bitter für den 28-Jährigen, der einen Tag vor der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte noch gesagt hatte: "Ich hoffe, dass ich der Mannschaft helfen kann, dieses wichtige Spiel zu gewinnen. Bei seinem alten Verein anzutreten, ist immer etwas Besonderes und motiviert zusätzlich."

Trotz des erneuten Rückschlags bei Kraus gehen die Hamburger mit viel Selbstvertrauen in die Partie.

Die Motivation ziehen die Hamburger aus den letzten Partien beim TV Großwallstadt (31:22) und dem 30:26-Erfolg in der Champions League bei Wisla Plock, bei der sich vor allem Rückraum-Shooter Pascal Hens in Gala-Form präsentierte (BERICHT: HSV auf Achtelfinalkurs).

"Ich hebe normalerweise niemanden aus der Mannschaft heraus, aber Pascal hat eine tolle Leistung gezeigt", sagte Carlen nach der Partie in Polen.

Hermann wieder fit

Erfreulich ist zudem, dass sich der Verdacht auf eine erneute Knöchelverletzung bei Rückraum-Ass Marcin Lijewski nicht bestätigte und er den Deutschen Meister wieder auf dem Feld unterstützen kann.

Beim TBV kehrte Linkshänder Rolf Hermann nach monatelanger Verletzungspause beim34:30-Erfolg gegen die MT Melsungen zurück und zeigte mit sechs Treffern bereits, wie wichtig er für die Lemgoer sein kann.

[kaltura id="0_bkiycymx" class="full_size" title="Der 11 Spieltag kompakt"]

Gille und Schliedermann angeschlagen

Verzichten müssen Carlen und sein Gegenüber Dirk Beuchler aber auf nicht weniger wichtige Akteure.

Auf Seiten des TBV zog sich Rechtsaußen Arvishay Smoler einen Einriss der Bizepssehne zu und wird nach einer notwendigen Operation für längere Zeit ausfallen.

Nicht ganz so langwierig, doch ähnlich schmerzhaft ist für die Hamburger der Muskelfaserriss von Hamburgs Kreisläufer Bertrand Gille (NEWS: Kraus und Gille fallen aus).

Allerdings dauert die Pause des Olympiasiegers wohl nur wenige ein paar Tage ebenso wie die von Rückraumspieler Marcel Schliedermann.

Der 20-Jährige, der dank eines Zweitspielrechts auch für den VfL Bad Schwartau auf Torejagd geht, wird wegen einer Rippenfell-Entzündung die Reise nach Lemgo nicht antreten.

"Punktesammler wie kein Zweiter"

Unabhängig aller personellen Veränderungen liegt die Favoritenrolle aber nach wie vor bei den Elbstädtern (DATENCENTER: Die Toyota HBL).

"Die Hamburger sammeln derzeit Punkte wie kein Zweiter. Sie überzeugen vielleicht spielerisch nicht so, holen aber ihre Punkte und haben auch schon so manchen Kantersieg herausgeworfen", sagt SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar.

"Das Spiel einfach genießen"

Doch traut Kretzschmar dem TBV auch den großen Coup zu: "Lemgo kann durchaus überraschen und das Spiel gewinnen, Favorit sind sie aber sicherlich nicht."

Daran ändert auch der Sieg gegen die starken Melsunger nicht.

Obwohl Coach Beuchler dem HSV nur zu gerne ein Bein stellen würde: "Meine Jungs müssen auch in diesem Spiel einfach genießen, sich mit einer solchen Auswahl an Weltklasse-Spielern messen zu können. Aber es ist durchaus an der Zeit, dass eine solch große Mannschaft wie der HSV auch einmal wieder gegen den TBV Lemgo stolpert."

"Schwer, aber machbar"

Stolpergefahr besteht laut Kretzschmar auch für SC Magdeburg bei seinem Gastspiel beim TV Großwallstadt (ab 20.15 Uhr im LIVESTREAM).

"Der TVG ist gerade zu Hause immer in der Lage, seine Spiele zu gewinnen", sagt Kretzschmar, der seinem Ex-Klub dennoch gute Chancen ausrechnet: "Vom Potenzial der Mannschaft her, ist für den SCM dort aber ganz bestimmt etwas drin."

Auch wenn TVG-Trainer Peter David die Magdeburger ebenso als Favoriten ansieht, setzt er auf sein Team und den "achten Mann": "Magdeburg hat sich zuletzt stark präsentiert. Wir müssen eine unbequeme Abwehr mit starkem Torhüter überlisten. Trotzdem wollen wir mit großem Willen alles dafür tun, dass die Punkte zu Hause bleiben. Die Aufgabe ist schwer, aber machbar."

Verzichten muss David dabei weiterhin auf Steffen Weinhold und Cornelius Maas, SCM-Coach Frank Carstens wird voraussichtlich auf den vollen Kader zurückgreifen können.

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