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Karabatic erzielt in der Bundesliga 08/09 durchschnittlich 4,3 Tore © imago

Kiels Manager Uwe Schwenker gibt zu, dass man sich langsam Gedanken über einen vorzeitigen Abgang des Superstars machen muss.

Von Julian Meißner

München - Die Wechselgerüchte um Kiels Superstar Nikola Karabatic sorgen weiter für Wirbel.

THW-Manager Uwe Schwenker hat nun zugegeben, dass man sich beim Rekordmeister eventuell mit einem vorzeitigen Abgang des Welthandballers beschäftigen muss.

"Ich habe Gerüchte gehört, dass Nikola tatsächlich ein exorbitantes Angebot vorliegen soll", sagte Schwenker in einem Interview mit den "Kieler Nachrichten".

Man würde sich aber keine Gedanken machen, bevor ein Klub an den THW herantrete.

"Weiß nicht, ob ich ihn erfüllen werde"

Karabatic hatte jüngst zu seinem bis 2012 laufenden Vertrag gesagt: "Ich weiß nicht, ob ich ihn erfüllen werde. In Montpellier hatte ich auch noch einen gültigen Vertrag und ging trotzdem nach Kiel. So ist der Sport. Das ist normal." (Karabatic heizt Wechselgerüchte an)

Vor allem ein Klub dürfte in den Gedankenspielen des 24-jährigen Ausnahmespielers immer wieder auftauchen: die Rhein-Neckar Löwen.

Die Badener gaben zuletzt neben dem Engagement des ehemaligen THW-Trainers und Karabatic-Mentors Noka Serdarusic ab dem Sommer die Verpflichtung von Star-Linkshänder Olafur Stefansson bekannt.

Der Isländer vom spanischen Spitzenklub Ciudad Real, ehemals in der Bundesliga beim SC Magdeburg aktiv, soll angeblich über 400.000 Euro netto im Jahr verdienen.

Ablöse der Faktor

"Bei solchen Summen wird man als Spieler natürlich nachdenklich, das ist nachvollziehbar", weiß auch Schwenker: "Aber ich sage auch, wenn die Löwen dem Spieler ein exorbitantes Angebot machen, dann sollten sie sich darüber im Klaren sein, dass sie auch dem abgebenden Verein, also uns, eine exorbitante Ablösesumme zahlen müssten."

Schwenker wird noch genauer: "In unserem Vertrag mit Karabatic ist keine Ablösesumme festgeschrieben. Seriös wäre das Angebot der Löwen an Nikola also erst, wenn sich die Verantwortlichen bewusst sind, dass sie an den THW eine riesige Summe zahlen müssten."

Was kommt nach Lövgren?

Schwenker gab zu, dass ein Abgang Karabatic' den Deutschen Meister und Pokalsieger angesichts des Karriereendes von Stefan Lövgren nach der Saison schwer treffen würde.

Schließlich spiele der französische Olympiasieger in den Planungen der Kieler eine "wichtige Rolle", gerade auf der Spielmacherposition (Bundesliga-Ergebnisse) .

Schwenker schränkt jedoch ein: "Mit der bei einem Wechsel dann fällig werdenden Ablösesumme hätten wir großartige Optionen in der Hand, uns auf dem Spielermarkt ganz gezielt umsehen und handeln zu können."

Der THW-Manager betont: "Die tollen Erfolge der zurückliegenden Monate haben wir wegen Nikolas Verletzung übrigens zu großen Teilen ohne ihn errungen. Für mich steht fest: Der THW würde auch ohne Karabatic in der Zukunft weiter ganz oben dabei sein."

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