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Silvio Heinevetter bestritt bislang 105 Länderspiele für das DHB-Team
Silvio Heinevetter gab sein Länderspieldebüt im Juni 2006 gegen Spanien © getty

Vor dem All Star Game erläutert der Nationalkeeper bei SPORT1 seine Kritik gegen DHB-Boss Strombach und spricht über sein Team.

Von Katharina Blum

München - All Star Game: Das heißt normalerweise Jubel, Trubel, Heiterkeit.

Nur für einen momentan wohl eher weniger: Silvio Heinevetter ist derzeit nicht wirklich heiter gestimmt, weil es nach dem vorzeitigen Aus und der verpassten Olympia-Qualifikation der deutschen Handballer bei der Europameisterschaft in Serbien nicht wirklich viel zu bejubeln gab.

Und das war noch nicht alles: Während es von Jubel und Heiterkeit zu wenig gab, war der Trubel bei Heinevetter umso größer, seit er erneut zur Attacke gegen Ulrich Strombach geblasen hat (BERICHT: Heinevetter fordert Rücktritt des DHB-Präsidenten).

Auch wenn die Laune momentan gedämpft ist: "Ich freue mich, dass das Spiel in Leipzig ist. Ich habe dort lange gespielt und gelebt, das ist eine coole Stadt", sagt der Nationaltorhüter vor dem Spiel am Samstag (ab 20 Uhr LIVE auf SPORT1), bei dem die DHB-Auswahl von Trainer Martin Heuberger auf das All Star-Team der Toyota HBL, trifft.

[kaltura id="0_u4dkjmeb" class="full_size" title="Heinevetter greift Strombach an"]

Signal ja, Wiedergutmachung nein

Doch reparieren könne man in der Arena Leipzig leider nicht, was fast 1500 Kilometer davon entfernt so böse schiefgegangen war: "Es gibt Sachen, die kann man nicht wiedergutmachen - und diese EM gehört leider dazu", erklärt Heinevetter im Gespräch mit SPORT1.

"Wir können beim All Star Game vielleicht ein Signal setzen, aber im Grunde ist das Ganze ja nicht mehr als eine Spaßveranstaltung."

"Ich kann diese Frage nicht mehr hören"

Es blieb eben nicht viel Zeit, den bitteren Horrorfilm mit Überlänge zu verdauen und einfach mal den Kopf freizubekommen.

"Kurz mal die Füße hochlegen, mehr war leider nicht drin. Es waren ja nur zwei, drei Tage richtig Pause, wirklich entspannen geht in dieser kurzen Zeit nicht", erzählt Heinevetter.

Und dazu kamen für den Berliner in unschöner Regelmäßigkeit die Fragen, woran es nun letztendlich lag, was denn bei der mannschaftlichen und der individuellen Ursachenforschung herausgekommen sei. "Ich kann diese Frage nicht mehr hören. Irgendwann muss man die Dinge einfach abhaken können", meint Heinevetter.

Attacke gegen Strombach

Nur die Akte Strombach, die will Heinevetter nicht so schnell abhaken.

Inzwischen hat er sogar offen den Rücktritt des Präsidenten des Deutschen Handball-Bundes gefordert.

"Es gibt andere Leute, die das besser können, weil sie mehr Ausstrahlung und Charisma haben", sagte Heinevetter der "Bild"

Bei SPORT1 ergänzt er: "Ich wollte den Stein ins Rollen bringen. Ich denke, das ist mir ganz gut gelungen."

Kein Ablenkungsmanöver

Und noch eines ist ihm wichtig: Das Ganze war und ist nicht dazu gedacht, um die Leistungen oder Nicht-Leistungen der Spieler aus dem Fokus zu nehmen. "Ablenkung sollte es auf keinen Fall sein", betont "Heine". "Es ist einfach an der Zeit."

Die SPORT1-User stehen jedenfalls hinter ihm: Bis Donnerstagnachmittag haben 4000 abgestimmt, und 72,2 Prozent sagen: Er hat recht! Strombach sollte gehen.

Keine Name für Nachfolger

Nur in einer Sache gibt sich der Keeper der Füchse Berlin ausnahmsweise mal zurückhaltender - bei der Wahl des potenziellen Strombach-Nachfolgers.

"Es ist nicht meine Aufgabe, jemanden vorzuschlagen. Diesen Job müssen andere machen. Und ich befürchte, wenn ich jetzt einen vorschlage, hätte es derjenige bestimmt nicht leichter."

Die Kader in der Übersicht:

Nationalmannschaft:

Torwart: Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), Carsten Lichtlein (TBV Lemgo)Linksaußen: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), Dominik Klein (THW Kiel)Rückraum Links: Lars Kaufmann (SG Flensburg-Handewitt)Rückraum Mitte: Sven-Sören Christophersen (Füchse Berlin), Martin Strobel (TBV Lemgo)Rückraum Rechts: Adrian Pfahl (VfL Gummersbach), Holger Glandorf (SG Flensburg-Handewitt)Rechtsaußen: Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Christian Sprenger (THW Kiel)Kreisläufer: Oliver Roggisch (Rhein-Neckar Löwen), Patrick Wiencek (VfL Gummersbach), Christoph Theuerkauf (TBV Lemgo)Trainer: Martin Heuberger

All Star Team 2012:

Torwart: Goran Stojanovic (Rhein-Neckar Löwen), Mattias Andersson (SG Flensburg-Handewitt), Thierry Omeyer (THW Kiel)Linksaußen: Ivan Nincevic (Füchse Berlin), Kevin Schmidt (HSG Wetzlar), Anders Eggert (SG Flensburg-Handewitt)Rückraum Links: Drago Vukovic (TuS N-Lübbecke), Matthias Gerlich (TV Hüttenberg), Filip Jicha (THW Kiel)Rückraum Mitte: Domagoj Duvnjak (HSV Hamburg), Daniel Narcisse (THW Kiel), Bartlomiej Jaszka (Füchse Berlin)Rückraum Rechts: Alexander Petersson (Füchse Berlin), Kim Andersson (THW Kiel), Krystztof Lijewski (Rhein-Neckar Löwen)Rechtsaußen: Hans Lindberg (HSV Hamburg), Robert Weber (SC Magdeburg), Vedran Zrnic (VfL Gummersbach)Kreisläufer: Bertrand Gille (HSV Hamburg), Bartosz Jurecki (SC Magdeburg), Marcus Ahlm (THW Kiel)Trainer: Jan Gorr (TV Hüttenberg), Alfred Gislason (THW Kiel)

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