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Ulrich Strombach ist seit dem 7. Oktober 1998 Präsident des DHB © imago

Laut SPORT1-Informationen sagt DHB-Präsident Strombach kurzfristig seinen Besuch ab. Liegt es an der heftigen Heinevetter-Kritik?

Hamburg - Die Enttäuschung sitzt noch immer tief, doch der Blick geht nach vorn.

Nach dem folgenschweren Ausscheiden der deutschen Handballer bei der EM in Serbien und der erstmals in der Geschichte verpassten Olympia-Qualifikation sucht Bundestrainer Martin Heuberger nach dem Weg aus der Krise.

Beim All Star Game (ab 20 Uhr LIVE auf SPORT1) in Leipzig wird die Zukunft der Nationalmannschaft aber nicht das einzige Thema sein:

Vielmehr hätte der Streit zwischen Verbandspräsident Ulrich Strombach und Torhüter Silvio Heinevetter im Mittelpunkt stehen können (BERICHT: Heinevetter: "Wollte den Stein ins Rollen bringen").

Doch Strombach sagte nach SPORT1-Informationen seine Teilnahme an der Showveranstaltung nur wenige Stunden vor Spielbeginn wegen einer Erkältung ab. Ob Heinevetters Kritik mitverantwortlich für das Nicht-Erscheinen ist, wird wohl nicht zu klären sein.

Quotenregelung kommt wohl nicht

Eine Entscheidung scheint aber bereits vor dem Leipziger Handball-Gipfel zwischen Vertretern des Deutschen Handball-Bundes (DHB) und der Bundesliga am Rande des Spiels der Nationalmannschaft gegen eine Bundesliga-Auswahl gefallen:

Eine Quotenregelung für deutsche Spieler wird es wohl nicht geben. "Von einem solchen Zwang halte ich gar nichts. Man kommt nicht weiter, indem man den Klubs diese Bürde auferlegt", sagte Heuberger.

Damit widersprach der Bundestrainer einigen Experten, unter anderem DHB-Präsident Ulrich Strombach, die zuletzt immer wieder eine solche Regelung gefordert hatten, um die Nationalmannschaft zu stärken.

Verband in der Pflicht

Heuberger sieht bei der Verbesserung des Nachwuchses vielmehr den Verband in der Pflicht.

"Wenn hier etwas geschieht, wird die Liga nicht drumherum kommen, die jungen deutschen Talente auch einzusetzen", so Heuberger, der vor dem All Star Game erstmals eine B-Mannschaft des DHB mit deutschen Nachwuchsspielern betreut.

Gegen den Drittligisten EHV Aue sollen die Talente Spielpraxis sammeln, um näher an die A-Mannschaft heranzurücken.

"Umbruch schließe ich derzeit aus"

Ganz umkrempeln will Heuberger seinen Elite-Kader aber nicht. "Sicherlich wird in den kommenden Monaten mal der ein oder andere junge Spieler dazustoßen, aber einen Umbruch schließe ich derzeit aus", sagte Heuberger.

Nach dem EM-Debakel vertraut er weitgehend seinem bisherigen Personal, auch Team-Oldie Oliver Roggisch (33) wird wohl weitermachen.

"Ich habe von keinem Spieler ein Signal bekommen. Deswegen gehe ich davon aus, dass der Kader so zusammenbleibt", so Heuberger: "Wir haben in Serbien die bestmögliche Mannschaft dabei gehabt."

Wer in Zukunft die Kapitänsbinde des zurückgetretenen Pascal Hens übernimmt, ließ der 49-Jährige offen. (VIDEO: Hens : "Ich werde nicht böse hinterherbrüllen")

Heinvetter fordert Strombach-Rücktritt

Weitaus mehr Konfliktpotenzial bietet das zweite große Thema des Wochenendes. Der Streit zwischen Torwart Silvio Heinevetter und DHB-Präsident Strombach droht zu eskalieren.

Nachdem Heinevetter seine Kritik an Strombach unter der Woche nicht nur erneuert, sondern auch offen dessen Rücktritt gefordert hatte ("Es gibt andere Leute, die das besser können, weil sie mehr Ausstrahlung und Charisma haben"), hielt Strombach zunächst die Füße still. (BERICHT: Heinevetter fordert Rücktritt des DHB-Präsidenten)

Rund um das All Star Game dürfte es zu einer Reaktion des mächtigen Mannes kommen.

Nicht wenige Beobachter der Szene rechnen mit Konsequenzen Strombachs - für sich persönlich oder den Berliner Torhüter.

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