vergrößernverkleinern
Der Däne Thomas Mogensen spielt seit 2007 bei der SG Flensburg-Handewitt © imago

Zum Rückrundenstart hofft die SG gegen den TBV auf die Europameister. Der HSV nimmt sich vor dem Topspiel in die Pflicht.

Von Katharina Blum

München - Keine zwei Wochen ist es her, da sind sie Seite an Seite aus der Belgrader Arena geschlichen. Ausgepumpt und niedergeschlagen.

Die Lemgoer Carsten Lichtlein, Martin Strobel und Christoph Theuerkauf gemeinsam mit den Flensburgern Holger Glandorf und Lars Kaufmann.

Am Dienstag sehen sie sich wieder - als Gegner in der Bundesliga, wenn in der ersten Partie des 19. Spieltags der TBV Lemgo die SG Flensburg-Handewitt (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) empfängt.

Die gute Nachricht vorneweg: Trotz des bitteren Aus bei der Europameisterschaft in Serbien (Bericht) wird es wieder guten Handball zu sehen geben.

Drei Europameister im Team

Der erste Grund dafür.

"Die Jungs sind Profis genug, um diesen Rückschlag zu verarbeiten und sich auf den Verein zu konzentrieren", sagt TBV-Trainer Dirk Beuchler: "Wir haben viel vor in der Rückrunde, wollen uns weiter verbessern und gerade vor heimischem Publikum keine Punkte abgeben."

Grund zwei: Für Flensburg laufen mit Anders Eggert, Thomas Mogensen und Lasse Svan Hansen gleich drei frisch gekürte Europameister auf.

"Ihr Erfolg wird vielleicht auch den anderen Spielern noch einmal einen Schub geben", hofft Flensburgs Geschäftsführer Dierk Schmäschke.

Nationalspieler als Nachteil?

Insgesamt waren bei der SG elf Akteure bei der Europameisterschaft im Einsatz oder in einer anderen Form für ihre Nationalmannschaft tätig.

SG-Coach Ljubomir Vranjes sieht darin allerdings eher einen Nachteil: "Lemgo hatte fast die gesamte Mannschaft daheim und dürfte eingespielter sein als wir. Ich hätte lieber ein Heimspiel zum Auftakt gehabt."

EM-Fahrer schon wieder in Form?

Zum Spitzenspiel am Mittwoch treten dann noch die Füchse Berlin zum Spitzenspiel beim Deutschen Meister HSV Handball (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) an.

Dann werden sich bis zu 15 EM-Teilnehmer aus neun Nationen, darunter sechs Halbfinalisten und fünf Medaillengewinner, gegenüberstehen.

In wieweit die Serbien-Fahrer mögliche Enttäuschungen oder positive Erlebnisse verarbeitet und ihre Körper regeneriert haben, wird sich in der Toyota HBL zeigen.

[kaltura id="0_6ztrouai" class="full_size" title="Roggisch stützt Heinevetter"]

Die Füchse sind hoch motiviert

In Berlin will aber vor allem einer nichts mehr von einem EM-Loch wissen.

"Das ist absolut kein Problem. Wir wollen uns jetzt nicht wegen ein paar schlechten Wochen das zerstören, was wir das ganze Jahr über aufgebaut haben. Außerdem haben wir mit Hamburg ein absolutes Topspiel vor der Brust, jeder ist motiviert", sagte Silvio Heinevetter bei SPORT1.

Zuletzt hatte seine Kritik an DHB-Präsident Ulrich Strombach hohe Wellen geschlagen (EXKLUSIV: Heinevetter erläutert Attacke). .

"Bitter" für Jaszka

Dabei hat man in Berlin schon so genug andere Sorgen. Das Verletzungspech, mal wieder. Nach Rückraum-Star Alexander Petersson (Schulterprobleme) erwischte es nun auch Spielmacher Bartlomiej Jaszka.

Die Wurfhand des 28-Jährige ist dick geschwollen, der Pole kann weder fangen noch werfen. Was dem Polen fehlt konnte bisher noch niemand feststellen, möglicherweise ist eine alte Verletzung aufgebrochen. Denn bereits 2009 wurde Jaszka wegen eines Bruchs an seiner rechten Hand operiert.

"Das ist ganz bitter für ihn und uns. Leider konnten die Ärzte auf den Röntgenbildern nichts erkennen. Deshalb wird jetzt noch eine Kernspintomographie gemacht", sagte Manager Bob Hanning zur "B.Z.".

Richtungsweisende Partie für HSV

Einer, der wegen fehlender Fitness nicht bei der EM war, brennt dagegen beim HSV auf einen Erfolg.

Spielmacher Michael Kraus hat Sonderschichten im Kraftraum eingelegt, während die Kollegen trainingsfrei hatten.

Nach seiner von Verletzungen geprägten Hinrunde (Autounfall, Muskelfaserriss) will er wieder angreifen - beim 35:22-Sieg vor rund zehneinhalb Monaten in Berlin zeigte er noch eines seiner besten Spiele im HSV-Trikot.

Heute sagt er: "Das Spiel ist richtungsweisend für die Rückrunde."

Kiel noch ungeschlagen

Und außerdem: Nachdem der Verein Interimstrainer Jens Häusler das Vertrauen ausgesprochen hat, sei man jetzt in der Verantwortung, erklärte Kraus in der "Hamburger Morgenpost".

Nur eines könnte dem Zuschauer den Spaß am Handball etwas verderben: An der Spitze thront Rekordmeister THW Kiel scheinbar uneinholbar mit 36:0 Punkten.

Und ob der Aufsteiger TV Hüttenberg am Sonntag (ab 17.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) gegen diese Dominanz etwas ausrichten kann, ist fraglich.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel