vergrößernverkleinern
Matthais Flohr, Pascal Hens und Dan Beutler (v.l.) "schnuppern" wieder an Platz zwei © getty

Nach dem Sieg im Verfolger-Duell basteln die Hamburger an der Zukunft. Berlins Heinevetter zeigt sich als schlechter Verlierer.

Hamburg - Silvio Heinevetter war sauer. Richtig sauer.

Während der Torhüter der Füchse Berlin seinen Ärger über das verlorene Verfolgerduell beim HSV Hamburg (23:24) am späten Mittwochabend lauthals rausbrüllte, strahlte HSV-Präsident Martin Schwalb, als hätte er gerade die Meisterschaft gewonnen.

Nach dem Premierensieg unter Interimstrainer Jens Häusler schnuppert der zuvor kriselnde Deutsche Meister wieder an Platz zwei und kann mit ein bisschen mehr Ruhe an seiner Zukunft basteln (SPIELBERICHT: HSV feiert Krimi-Sieg über Berlin).

Emotionsgeladene Nachhut

Die Szene in den Katakomben der Hamburger Arena war die emotionsgeladene Nachhut eines dramatischen, aber keinesfalls hochklassigen Spitzenspiels der Toyota HBL

"Man sieht, dass da wieder etwas entsteht. Die Mannschaft hat gebissen und war da, als es drauf ankam", sagte Schwalb nach dem so wichtigen Sieg im ersten Spiel nach der Entlassung von Trainer Per Carlen.

Die Hamburger pirschten sich durch den Erfolg bis auf einen Punkt an den Tabellenzweiten Füchse Berlin heran (DATENCENTER: Die Toyota HBL).

"Heine" als schlechter Verlierer

Nationaltorwart Heinevetter zeigte sich derweil als schlechter Verlierer.

Er machte die Unparteiischen für die dritte Saisonniederlage der Füchse verantwortlich. "Es ist wie jedes Jahr in Hamburg", sagte Heinevetter, "du spielst 50 Minuten sehr gut und hinten raus bist du entweder nicht clever genug oder hast es nicht mehr in der eigenen Hand."

Die erste Pleite nach neun Siegen dürfte angesichts von jetzt sieben Punkten Rückstand auf den Tabellenführer THW Kiel wohl das Ende aller Titelträume in der Hauptstadt bedeuten.

Keinen Zeitdruck bei Neubesetzung

In Hamburg gilt die volle Konzentration hingegen der Planung für die kommende Saison.

Beherrschendes Thema bleibt die Neubesetzung des Trainerpostens.

Talant Duschebajew von BM Atletico Madrid ist nicht der einzige Kandidat. "Wir haben keinen Zeitdruck und werden uns in aller Ruhe entscheiden. Spätestens zum 30. Juni", sagte Schwalb.

"Es wird sich noch einiges tun"

Auch das Gesicht der Mannschaft des deutschen Meisters wird sich verändern.

Während Widersacher Kiel am Mittwoch bereits seinen vierten namhaften Neuzugang präsentiert hatte, hält sich der HSV allerdings noch bedeckt (126233DIASHOW: Die Toyota-HBL-Wechselbörse).

Schwalb will bei der Kader-Zusammenstellung nichts überstürzen.

"Es geht nicht darum, irgendwelche Hochkaräter zu präsentieren, nur weil der THW Kiel vier Leute verpflichtet hat. Das ist für mich nicht relevant", sagte Schwalb und ergänzte: "Auch bei uns wird sich noch einiges tun in den nächsten Wochen."

Schwalb angriffslustig

Angriffslustig gab sich der HSV-Boss mit Blick auf den Rest der Saison.

In Champions League und DHB-Pokal plant er unverhohlen mit dem maximalen Erfolg.

"Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Da kann sich ja jeder ausmalen, was dann passiert", so Schwalb.

Gummersbach stellt Anschluss her

Neue Hoffnung keimt unterdessen im Tabellenkeller beim VfL Gummersbach.

Der 33:32-Sieg des Liga-Dinos im Duell der Altmeister beim TV Großwallstadt könnte zum Befreiungsschlag des angeschlagenen Traditionsvereins werden (SERVICE: Stenogramme 19. Spieltag).

"Die zwei Punkte sind sehr schön und ich freue mich darüber", sagte VfL-Trainer Emir Kurtagic, "aber es ist ein Prozess, den wir nun fortsetzen müssen."

Mit zehn Punkten bleibt Gummersbach zwar auf dem drittletzten Platz, hat nun aber wieder den Anschluss zu den Nichtabstiegsplätzen hergestellt.

[kaltura id="0_zwfe0o66" class="full_size" title="Christophersen rgerliche Niederlage "]

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel