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Das Hinspiel in der SAP-Arena gewannen Momir Ilic (M.) und der THW mit 30:27 © imago

Die Löwen geben den Kampf um die Champions-League noch nicht auf. An ihren letzten Auftritt in Kiel haben sie gute Erinnerungen.

Von Christoph Lother

München - Ob die Spieler des THW Kiel noch wissen, was sie am 6. April des vergangenen Jahres gemacht haben?

Die Rhein-Neckar Löwen wissen es ganz bestimmt - zumindest ein Teil davon.

Immerhin kamen die Mannheimer an diesem Tag zu einem überraschenden 33:31-Erfolg in der Kieler Sparkassen-Arena und fügten den "Zebras" ihre bis dato letzte Heimniederlage zu.

Nationalspieler Uwe Gensheimer, der Kroate Ivan Cupic und der Serbe Zarko Sesum waren mit jeweils sechs Treffern damals die besten Werfer der Löwen - und zwei von ihnen wollen auch am Mittwoch (19.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) das scheinbar Unmögliche möglich machen.

Einzig Sesum, der wohl noch in dieser Woche am lädierten rechten Auge operiert werden muss, wird den Löwen bei dem Versuch fehlen, dem THW die erste Saisonniederlage beizubringen (NEWS: Sesum wartet auf Comeback).

Löwen sportlich im Aufwind

Blendet man den Ausstieg von Mäzen Jesper Nielsen und die damit verbundene Unruhe im Umfeld der Badener einmal aus, dürfen sich die Löwen für die bevorstehende Aufgabe durchaus gerüstet fühlen.

Immerhin feierte das Team von Trainer Gudmundur Gudmundsson wettbewerbsübergreifend zuletzt sechs Siege in Folge.

"Eine Chance hat man immer, auch in Kiel", gibt sich Löwen-Manager Torsten Storm entsprechend kämpferisch, weiß aber auch, dass es alles andere als einfach wird: "Da wir durch die vielen Verletzungen, die bei der Europameisterschaft passiert sind, einen sehr kleinen Kader haben, dürfen wir uns nicht auf das Tempospiel des THW Kiel einlassen."

"Müssen auf den Punkt fit sein"

Auch SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar traut den Mannheimern eine Sensation zu: "Vom Kader her sind die Löwen eine Mannschaft, die mit dem THW mithalten und für eine Überraschung sorgen kann."

An der haushohen Favoritenrolle des seit Mai 2011 in der Liga ungeschlagenen THW lässt Kretzschmar jedoch keinen Zweifel: "Jeder muss auf den Punkt fit sein, sonst hat man gegen Kiel keine Chance. Sie müssen das Tor mit ihren herausragenden Torhütern vernageln und den Kieler 'Über-Rückraum' in Schach halten."

Und weiter: "Gelingt das nicht, passiert das, was in den letzten Spielen geschah: Dann werden die Kieler den Gegner auseinandernehmen."

Rang vier wird schwer

Während der THW an der Tabellenspitze auch weiterhin einsam seine Kreise zieht, haben die Löwen den dritten Rang noch nicht aus den Augen verloren (DATENCENTER: Die Toyota HBL).

Nur ein Punkt trennt die Mannheimer vom vierten Rang, der zumindest die Teilnahme an einem Wildcard-Turnier für die Königsklasse berechtigt. Drei Zähler Rückstand sind es bis zum HSV Handball und Platz drei, der mit dem Einzug in die Champions League gleichbedeutend ist.

"Die Löwen werden im Europapokal landen. Für die Champions League wird es nicht reichen, denn dafür sind die Mannschaften in der Tabelle vor ihnen einfach zu konstant und zu stark", macht Kretzschmar den Badenern bei SPORT1 allerdings wenig Hoffnung.

Gislason warnt vor Überheblichkeit

Sorgen um die Teilnahme an der Champions League müssen sich die Kieler angesichts satter zehn Punkte Vorsprung auf Tabellenplatz vier zwar nicht machen.

Dennoch warnt Trainer Alfred Gislason davor, allzu bequem zu werden: "Es kommen noch sehr schwere Spiele auf uns zu, viele meiner Spieler sind nach der Europameisterschaft noch nicht wieder richtig frisch. Wir müssen unseren Spielfluss erst wiederfinden."

Hinsichtlich zweier Kantersiege gegen Hüttenberg und den Bergischen HC zum Rückrunden-Auftakt in der Liga sowie der jüngsten 38:28-Gala der Kieler in der Champions League gegen Ademar Leon (Bericht) kann der Konkurrenz bei solchen Aussagen schon Angst und Bange werden.

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