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Für Andy Schmidt (M.) und Co. gab es gegen die THW-Abwehr fast kein Durchkommen © imago

Das Auswärtsspiel der Rhein-Neckar Löwen steht von Beginn an unter einem schlechten Stern. Jicha bricht den Gästen das Genick.

München - Ein gibt Tage, die sind einfach zum Vergessen.

Das dürften sich Spieler und Entourage des Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen am Mittwochabend nach einer schmerzlichen Lehrstunde wohl auch gedacht haben.

Am Anfang der Malaise stand eine Anfahrt mit Hindernissen, auf dem Parkett gab es dann eine 25:33-Pleite beim weiter verlustpunktfreien Tabellenführer THW Kiel (BERICHT: THW-Express überrollt Löwen).

"Ich hätte mir nach unseren zurückliegenden vielversprechenden Auftritten etwas mehr Selbstvertrauen gewünscht. Wir haben erst mitgespielt, als die Partie entschieden war", lamentierte Löwen-Manager Thorsten Storm.

Pleiten, Pech und Pannen

Während der THW vor begeisterten 10.288 Fans alle Register seines Könnens zog und nach einem 7:0-Lauf zum 14:6-Zwischenstand jederzeit Herr der Lage war, schlichen die Löwen wie begossene Pudel aus der Halle.

Überhaupt stand die Partie beim Rekordmeister für die Gäste unter keinem guten Stern.

Zunächst verhinderte der Streik auf dem Frankfurter Flughafen die Anreise per Flugzeug.

Deshalb reiste die Mannschaft schon am Dienstag in den hohen Norden und kam dort gegen Mitternacht an. Am Morgen dann gab es einen Stromausfall im Hotel, das Frühstück wurde bei Kerzenlicht kredenzt.

[kaltura id="0_kircghfb" class="full_size" title="THW Trainer Gislason Haben das Spiel dominiert "]

Jicha entfesselt

Mit der Romantik war dann im Spiel gegen die Kieler aber Schluss.

Vor allem der überragende Welthandballer Filip Jicha schenkte den Löwen mit zehn Treffern bei elf Versuchen bitter ein.

Zudem war Torhüter Thierry Omeyer im Kieler Gehäuse mit zwölf Paraden einmal mehr der große Rückhalt.

Mit 42:0 Punkten steuern die Kieler weiter im ICE-Tempo in Richtung 17. Deutsche Meisterschaft. Verfolger Füchse Berlin liegt als Zweiter sieben Punkte zurück (DATENCENTER: Die Toyota HBL).

Gudmundsson enttäuscht

Die Rhein-Neckar Löwen, die dem THW am 6. April 2011 mit einem 33:31 die letzte Heimniederlage beigebracht hatten, belegen nach der sechsten Saisonniederlage (29:13 Punkte) weiter den fünften Platz.

Allenfalls Rang vier (Flensburg-Handewitt/30:10) scheint noch in Reichweite.

Trainer Gudmundur Gudmundsson klagte: "Wir hatten in der ersten Halbzeit eine unglaublich hohe Fehlerquote." Doch der Isländer legte auch seine schützende Hand über seine Spieler:

"Wir haben eine schwierige Phase hinter uns mit verletzten Spielern und englischen Wochen. So hatten wir wenig Alternativen und die Spieler waren sehr müde."

Lazarett lichtet sich

Das Löwen-Lazarett hat sich in den letzten Tagen zumindest etwas gelichtet.

Rechtsaußen Patrick Groetzki war am Samstag wieder in den Kader zurückgekehrt, Börge Lund kam in Kiel wieder zum Einsatz. Krzysztof Lijewski biss mit Knieproblemen auf die Zähne.

Noch nicht dabei war dagegen Zarko Sesum (Augenverletzung). (Stenogramme: 21. Spieltag).

Gensheimer blickt nach vorn

Durchhalteparolen verbreitete Rhein-Neckar-Kapitän Uwe Gensheimer.

"Dieses Spiel muss schnellstens aus den Köpfen. Natürlich brauchen wir jeden Punkt, aber die müssen wir nun gegen andere Gegner holen", sagte der Nationalspieler, ehe er sich mit seinen Mannschaftskollegen auf die lange und mühsame Heimfahrt machte.

Von Romantik keine Spur.

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