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Zoran Djordjic hat 128 Länderspiele für das ehemalige Jugoslawien absolviert © imago

Hamburgs neuer Keeper Zoran Djordjic hätte einem Jüngeren den Vortritt gelassen. Nun will er Platz 3 mit dem HSV erobern.

Von Daniel Michel und Annette Bachert

München - Da kann auch Hamburgs Fußball-Legende Uli Stein nicht mithalten:

Zoran Djordjic feiert mit 45 Jahren im HSV-Tor sein Bundesliga-Comeback in Magdeburg (Sa., ab 14.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) - Stein bestritt dagegen im zarten Alter von 42 Jahren im Tor von Arminia Bielefeld sein letztes Spiel bei den Profis.

"Ich bin zwar nicht topfit, aber fit für mein Alter", sagte Djordjic der "Hamburger Morgenpost". (Newscenter: Alles zum Handball).

Sohn Petar als Konkurrent

Er will mit den Hamburgern eine verkorkste Saison zu einem versöhnlichen Ende führen und die Qualifikation zur Champions League sichern (Bericht: Kiels One-Team-Show: Meisterparty in Hamburg?).

Doch dabei beschwört er einen familiären Interessenskonflikt.

Denn im Kampf um Platz drei der Toyota HBL hat auch Djordjic-Sohn Petar Ambitionen. Mit der SG Flensburg-Handewitt liegt der 21-Jährige derzeit knapp vor dem viertplatzierten HSV.

Kein direktes Familien-Duell

"Es ist schön, dass er mit 45 noch mal zeigen kann, wie ehrgeizig er ist und was er noch kann", freute sich Rückraumspieler Petar Djordjic dennoch für seinen Vater.

Der ist wiederum froh, ein direktes Duell mit seinem Sohn auf dem Feld zu vermeiden.

"Es wäre schon komisch gegen ihn zu spielen", räumte der Torwart-Dino ein - der Deutscher Meister unterlag bereits vor drei Wochen den Flensburgern mit 30:36.

Djordjic als Bitter-Ersatz

Zum unverhofften Einsatz-Glück kommt Djordjic, weil sich Hamburgs Nationaltorwart Johannes Bitter das Kreuzband gerissen hat ? und der alte und neue HSV-Trainer Martin Schwalb seinen alten Weggefährten kontaktiert hat.

"Wir haben nach einem Torhüter gesucht, den wir sofort einsetzen können. Ich habe mit Zoran selbst lange Jahre in Wallau-Massenheim zusammen gearbeitet und weiß, dass er ein ehrgeiziger Arbeiter ist, auf den wir uns direkt verlassen können", erklärte Schwalb: "Dass er schon in Magdeburg für uns auflaufen kann, ist wichtig."

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Noch keine Chance für Meier

Djordjic hätte aber auch einem Jüngeren den Vortritt gelassen.

"Ich bin ein alter Dinosaurier. Ich freue mich auch, wenn ein Jüngerer seine Chance bekommt", sagte der Keeper kürzlich und meinte damit U-23-Torhüter Florian Meier.

Auf ihn verzichtet Schwalb allerdings noch - bei anderen Spielern wie Bitter und Oscar Carlen muss er es zwangsweise.

"Natürlich hoffen wir, dass in nächster Zeit wirklich keine weiteren Verletzten dazu kommen", sagte Schwalb, der kürzlich die anhaltende Verletzten-Misere beklagt hatte.

Lazarett in Magdeburg

Auch sein Gegenüber, Magdeburg-Coach Frank Carstens, hat vor der vorgezogenen Partie des 33. Spieltags mit einem großen Lazarett zu kämpfen.

Kapitän Fabian van Olphen und Jure Natek kommen mit Kreuzbandrissen in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz. Zudem ist der Einsatz von Rückraum-Akteur Damir Doborac (Oberschenkelblessur) fraglich.

Der Tabellen-Sechste reagierte und verpflichtete unter der Woche den Isländer Einar Holmgeirsson.

"Er bringt viel Erfahrung mit, und seine Qualitäten sind bekannt", erklärte Carstens.

Frischer Wind willkommen

Schaden könnte den Magdeburgern ein wenig frischer Wind im Rückraum allerdings nicht.

Nach der bitteren 21:32-Pleite am Dienstag in Flensburg (Roundup: Kantersieg in Flensburg), als sich die Magdeburger müde präsentierten und die Halb-Spieler Ales Pajovic sowie Andreas Rojewski zusammen nur drei von 20 Versuchen verwandelten, sagte Carstens bei SPORT1: "Im Angriff hat der Schwung gefehlt, aber ich kann meiner Mannschaft nicht den Vorwurf machen, sie hätten nicht alles versucht."

Schwalb warnt vor SCM

Und dennoch warnte HSV-Coach Schwalb sein Team vor den heimstarken Ostdeutschen.

"Magdeburg hat in Flensburg eine herbe Niederlage hinnehmen müssen und brennt auf Wiedergutmachung", sagte Schwalb und betonte:

"Unser Gegner hat genauso wie wir einige Verletzte zu beklagen. Sie sind aber sicherlich hoch motiviert, uns ein Bein zu stellen."

Und Pascal Hens ergänzt im SPORT1-Interview: "Wir müssen zusehen, dass wir nächstes Jahr Champions League spielen und deshalb kämpfen wir in der Bundesliga bis zum Umfallen. Wir wollen Zweiter werden, keine Frage."

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