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Bald wieder ein Team? Nikola Karabatic (l.) und Noka Serdarusic © getty

Karabatic bestätigt Kontakt mit den Löwen. Auch zwei ausländische Klubs sind nach Aussagen des französischen Superstars im Rennen.

Von Julian Meißner

München - Kiels heiß umworbener Superstar Nikola Karabatic hat in einem Interview bestätigt, dass er mit den aufstrebenden Rhein-Neckar Löwen in Kontakt steht.

Die Löwen machen seit geraumer Zeit keinen Hehl daraus, dass sie den Welthandballer des THW lieber heute als morgen verpflichten wollen.

"Ich habe Kontakt zum Verein, das stimmt", sagte Karabatic auf das Thema angesprochen bei "Welt online": "Genauso habe ich aber auch Kontakt zu Barcelona oder Montpellier. Es ist völlig normal, dass man mit interessanten Vereinen in Kontakt steht. Ich habe jedenfalls noch nichts unterschrieben."

"Noka hat mich zum besten Spieler gemacht"

Der ehemalige THW-Trainer Noka Serdarusic, Karabatic' Mentor, übernimmt im Sommer die Badener, die zuletzt den isländischen Star-Linkshänder Olafur Stefansson von Ciudad Real unter Vertrag genommen hatten. (Löwen holen Stefansson)

Dazu Karabatic: "Noka hat mich nach Deutschland gebracht und mich zum besten Spieler der Welt gemacht. Ich habe viel von ihm gelernt. Er ist ein richtiger Freund von mir geworden. Natürlich wäre er ein Argument, zu den Rhein-Neckar-Löwen zu gehen."

Worte, die Kiels Manager Uwe Schwenker nicht gerne hören wird.

"Die werden mich hassen"

Karabatic äußert sich unterdessen auch über seinen Auftritt mit Olympiasieger Frankreich bei der derzeit laufenden Weltmeisterschaft in Kroatien.

Ein brisantes Thema für den 24-Jährigen, sind doch seine Eltern einst aus dem damaligen Jugoslawien nach Frankreich ausgewandert.

Schon in der Hauptrunde dürften Frankreich und Kroatien aufeinander treffen. (DATENCENTER: WM-Spielplan)

"Die werden mich richtig hassen und auspfeifen", fürchtet Karabatic heftige Reaktionen der Zuschauer: "Ich bin sicher, dass die Fans mir gegenüber dort negativ eingestellt sind - wenn wir gegen den Gastgeber spielen."

Karabatic weiter: "Ich erlebe diese Wut schon auf meiner Website. Es kommen ab und zu beleidigende Nachrichten. Manche sind eben der Meinung, dass ich nicht für Frankreich, sondern für Kroatien spielen müsste."

Deutschland auf der Rechnung

Während Frankreich neben den Gastgebern zu den absoluten Top-Favoriten in Kroatien zählt, hat Karabatic auch das deutsche Team auf der Rechnung.

"Für mich zählt Deutschland immer zu den Favoriten. Nach Olympia waren sie total niedergeschlagen, deshalb werden sie jetzt voller Ehrgeiz angreifen. Und sie haben eine hoffnungsvolle, junge Mannschaft, die durch erfahrene Spieler wie Pascal Hens ergänzt wird. In Frankreich fehlen solche Nachwuchsspieler", sagt Karabatic.

"Es wäre eine Katastrophe"

Auch zu den Streitigkeiten des Handball-Weltverbandes IHF mit der Welt-Dopingagentur WADA, in deren Folge der Handball seinen olympischen Status zu verlieren droht, findet Karabatic deutliche Worte. (Doping-Streit: IHF lenkt ein)

Er sagt: "Ich war schockiert, als ich das gelesen habe. Ich kann verstehen, dass die WADA unangemeldete Dopingkontrollen fordert. Ich hoffe, dass unser Sport olympisch bleibt. Es wäre eine Katastrophe, wenn nicht."

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