Bereit für den Start ins große Wunder
Von Annette Bachert
München - Selbstbewusst, gut gelaunt und unglaublich stolz:
So zeigt sich Markus Gaugisch, Cheftrainer des TV Neuhausen, im Gespräch mit SPORT1. Auch Wochen nach dem Aufstieg in die DKB HBL bezeichnet der 38-Jährige diesen Erfolg noch immer als "großes Wunder".
"Wir sind in einen Rausch reingekommen und haben wirklich hervorragenden Handball gespielt", schwärmt Gaugisch.
Damit meint er das schnelle, variable Angriffspiel seines äußerst jungen Teams (Durchschnittsalter rund 23 Jahre) und auch die unangenehme 3-2-1-Deckung, die die eher kleingewachsene Mannschaft in der vergangenen Saison aufs Parkett brachte.
"Die Begeisterung füreinander"
Wenn er über "seine Jungs" spricht, hört sich Gaugisch ein wenig an wie ein stolzer Vater.
"Es ist ein richtig verschworener Haufen. Die Grundstimmung ist, dass sie nicht nur zum Spielen und zum Training in die Halle kommen, sondern auch, weil sie dort Freunde haben. Das macht das Team aus, dass sie diese Begeisterung - auch füreinander - in sich tragen", schwärmt er.
Und weiter: "Das macht auch das Training leicht und bringt einen riesigen Spaß mit ihnen zu arbeiten."
Gaugisch setzt auf deutsche Talente
Die Erwartungen für die kommende Saison macht der hauptberufliche Lehrer mehr am Spielerischen als an Ergebnissen fest.
"Wir müssen das Ziel haben, uns nicht zu verstellen, unser Gesicht sowie unsere Attribute zu zeigen und alles aus uns herausholen. Und wenn wir das schaffen, werden Punkte dabei herauskommen", erklärt Gaugisch: "Natürlich sind Ergebnisse auch wichtig, aber wir werden nicht auf Teufel komm raus unseren Weg verlassen."
Damit meint "Gaugi", dass die Personalplanungen bereits zu einer Zeit abgeschlossen waren, als der Aufstieg noch lange nicht in Sicht war, und die Ligazugehörigkeit zu keiner Zeit "Auswirkungen auf unseren Kader" hatte, der nach wie vor nahezu komplett aus jungen deutschen Spielern besteht (DIASHOW: Der DKB HBL-Transfermarkt).
Etat unter einer Million
Wie Einstellung und Kader ist auch die Vorbereitung zu großen Teilen ein Abbild der vergangenen Saison.
Mehr Druck als in den Jahren zuvor verspürt der TVN-Coach ohnehin nicht, schließlich "sieht ganz Handball-Deutschland den TV Neuhausen als den Top-Abstiegskandidaten - allein aufgrund der Etat-Zahlen".
Die liegen laut TVN-Manager Jürgen Zepf "noch unter einer Million Euro", wie er "Handball-World" verriet. Zum Vergleich: Meister THW Kiel und auch der HSV Hamburg planten die vergangene Saison mit rund neun Millionen Euro.
Hüttenberg als Vorbild
Abstiegskandidat ist auch das Schlagwort, wenn man Gaugisch nach den Chancen zum Klassenerhalt fragt. Dann erzählt er vom TV Hüttenberg, einem der drei Absteiger der vergangenen Spielzeit, und dessen Vorbild-Funktion.
"Von den Fakten, vom Etat her, sind wir sicherlich noch ein Stück weiter weg von den anderen Vereinen, als es Hüttenberg im letzten Jahr war. Aber, wie ich finde, war Hüttenberg am nächsten dran, die Klasse zu halten", erklärt Gaugisch.
Und weiter: "Sie sind mit ihrem Team, das auch den Aufstieg geschafft hat und sich für den Verein zerreißt, nur knapp gescheitert. Das stimmt mich positiv, dass wir vielleicht einen ähnlichen Weg gehen können."
Wie auch immer Gaugisch und seine "eingeschworene Truppe" die anstehende Erstliga-Saison meistern, sie werden es mit ihrer unnachahmlichen Unbeschwertheit und einer gesunden Portion Selbstbewusstsein tun.