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Löwen-Manager Thorsten Storm (M.) war bis Juli 2002 Marktingleiter beim THW Kiel © imago

Es kracht zwischen Kiel und den Löwen: Die Badener wehren sich nun gegen den Vorwurf, dem THW gezielt Spieler abspenstig zu machen.

München - Erst holten sie Ex-THW-Trainer Trainer Noka Serdarusic. Dann ging's um Nikola Karabatic. Nun erhitzen Wechselgerüchte um Filip Jicha und Vid Kavticnik die Gemüter - und deshalb kracht es gewaltig zwischen beiden Klubs:

Die Verantwortlichen der Rhein-Neckar Löwen haben mit Schärfe auf die Vorwürfe des THW Kiel reagiert, dem Nord-Klub mit unseriösen Machenschaften gezielt Spieler abzuwerben.

"Wir fahren nicht mit dem Geldkoffer durch Deutschland", konterte Löwen-Geschäftsführer Thorsten Storm nun die Anfeindungen von Alfred Gislason. "Wenn Spieler oder deren Berater mit uns das Gespräch suchen, dann sprechen wir auch mit ihnen. Gerade bei Topleuten wie Karabatic wäre es fahrlässig, dies nicht zu tun."

Kiels Trainer hatte dem Bundesliga-Kontrahenten aus Mannheim und dabei ausdrücklich Storm zuvor vorgeworfen, "mit Fußball-Verträgen" zu "wedeln": "Ob der Verein die Gehälter auch bezahlen kann, ist eine andere Frage - dort wurden auch schon Gehälter zurückgehalten. Storm hat keine Linie", schimpfte der Isländer in einem Interview mit den "Kieler Nachrichten".

Kavticnik und Jicha wohl im Fokus

Gislason reagierte damit auf die Spekulationen um einen möglichen Wechsel von Karabatic zu den Badenern, die angeblich mit einem Brutto-Monatsgehalt von 80.000 Euro locken und auch Rechtsaußen Kavticnik und Rückraumspieler Jicha im Blickpunkt haben sollen.

Und weiter: Noch im November habe der Löwen-Manager "über Preistreiberei gemeckert und gefordert, dass alle vernünftig werden müssen." Nun sei es Storm selbst, der ein "Taktik-Manöver" nach dem anderen starte, "um Unruhe zu stiften". Deftige Vorwürfe.

Storm, pikanterweise einst selbst beim THW, polterte im "Mannheimer Morgen" nun zurück: "Mal gelten wir als der reichste Verein, mal können wir keine Gehälter zahlen. Richtig ist, dass wir aufgrund unserer Sponsorenentwicklung seit dem vergangenen Jahr den wirtschaftlichen Anforderungen gelassen entgegensehen können."

Geldfrage, oder doch nicht?

Dem Serienmeister von der Förde empfahl Storm süffisant, sich um die eigenen Probleme zu kümmern: "Wenn es einem Spieler wie Karabatic ums Geld gehen würde, dann hätte er das Angebot von Ciudad Real angenommen, das in deutlich anderen Dimensionen liegt."

"Es muss also andere Gründe haben, wenn ein Topspieler wie er eine solche Spitzenmannschaft verlassen möchte", giftete Storm und dementierte zugleich einen Kontakt zu Jicha.

Allerdings: Kavticnik hält sich zur angeblichen Offerte aus dem Südwesten bedeckt: "Ich habe mehrere Angebote, das ist doch normal", so der 24-Jährige, der bis 2012 vertraglich an die "Zebras" gebunden ist, in den "Kieler Nachrichten".

Storm hält THW Spiegel vor

Storm riet dem Serienmeister von der Förde zum Blick in den Spiegel: "Das weiß der THW Kiel aus seiner eigenen Vergangenheit wohl am besten. Filip Jicha, Thierry Omeyer oder Nikola Karabatic wurden allesamt aus ihren Verträgen herausgekauft."

Und weiter: "Aktuell wird versucht, Milutin Dragicevic aus Silkeborg freizubekommen. Das war schon immer so - und das wird auch immer so bleiben."

Dass Karabatic nun am Rande der WM in Kroatien noch einmal aufreizend seine enge Freundschaft zu Serdarusic und ebenso enge Kontakte zu den Löwen bekräftigte, dürfte das angespannte Verhältnis der Klubs noch verschärft haben.

Parallele zu Hoffenheim und Bayern

Irgendwie erinnern die fliegenden Verbal-Giftpfeile verdächtig an die Anfeindungen zwischen Fußball-Branchenprimus FC Bayern und dem aufstrebenden Provinzklub 1899 Hoffenheim um Milliardär Dietmar Hopp.

Fortsetzung folgt.

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