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Dalibor Doder (m.) wechselte 2010 von Ademar Leon nach Minden © imago

Der Aufsteiger geht mit viel Rückenwind in die DKB-HBL-Saison. Mit Dalibor Doder hat Minden den besten Spieler in seinen Reihen.

Von Hardy Heuer

München - Es hat zwar etwas länger gedauert als geplant, aber mit einjähriger Verspätung ist GWD Minden wieder in die DKB Handball Bundesliga zurückgekehrt.

"Wir haben die Erwartungen erfüllt. Jetzt werden wir mit Freude zurück in der ersten Bundesliga erwartet", erklärt GWD-Manager Horst Bredemeier.

Im Jahr zuvor scheiterte Minden knapp noch in der Relegation am Vizemeister der Südstaffel TV 05/07 Hüttenberg.

Dass es mit dem direkten Wiederaufstieg nicht geklappt hatte, ist nun aber auch dank der Meisterschaft in der neuen eingleisigen Zweiten Liga längst vergessen.

Hart umkämpfter Aufstieg

Doch so überzeugend wie der Titelgewinn des THW Kiel in Liga eins, war Mindens bei weitem nicht. Nach 38 Spielen hatte GWD nur zwei Zähler mehr als Verfolger TuSEM Essen zu Buche stehen.

Fehlende Souveränität will Bredemeier darin aber nicht sehen: "Immerhin standen wir schon sechs Spieltage vor Schluss als erster Aufsteiger und drei Spieltage vor Schluss als Meister fest."

Und fügt an: "Und das mit einer immer weiter verjüngten Mannschaft."

Viele Bestmarken

In der Tat darf Minden auf eine starke Saison zurückblicken.

Der erste Meister der eingleisigen Zweiten Liga war nicht nur die beste Auswärtsmannschaft, sondern auch das beste Hin- sowie Rückrunden-Team (126233DIASHOW: Der DKB HBL-Transfermarkt).

"Besonders der Gewinn der Rückrunde ist überraschend", zeigt Bredemeier auf: "Denn wir hatten die schweren Gegner wie Eisenach, Bietigheim, Neuhausen und Hamm-Westfalen allesamt auswärts."

Doder überragend

Großen Anteil an diesen und weiteren Bestmarken hatte Mindens Dalibor Doder, der unumstrittene Star des Teams.

Der schwedische Nationalspieler und ehemalige Spielmacher der spanischen Top-Klubs Ademar Leon und BM Aragon war mit 243 Toren bester Feldtorschütze der Klasse und setzte mit seinen präzisen Anspielen auch die Mindener Kollegen bestens in Szene.

Als Anerkennung wurde Doder von den Klub-Managern zum wertvollsten Spieler der Saison gewählt.

Keine Verschnaufpause für Doder

Doch während sich seine Teamkollegen nach der kräftezehrenden Saison und den letzten harten Trainingseinheiten in den wohlverdienten Urlaub verabschiedeten, blieb für Doder kaum Zeit zur Erholung.

Zuerst musste der Spielmacher mit den Skandinaviern eine Niederlage gegen Montenegro und die damit verpasste WM-Qualifikation hinnehmen (BERICHT: Montenegro knockt Andersson und Schweden aus).

Und nur wenig später ging es dann schon ins Trainingslager zur Vorbereitung auf die Olympischen Spielen in London.

Zu viele Verletzte

Wenn Doder dann Mitte August nach Minden zurückkehrt ist der Meister von 1971 und 1977 und dreifache DHB-Pokalsieger (1975, 1976, 1979) bereits in der heißen Vorbereitungsphase - mit hoffentlich ausschließlich gesunden und fitten Spielern.

Denn eine Verletzten-Misere wie in der Aufstiegssaison gilt es in diesem Jahr zu vermeiden: Mit 23 eingesetzten Spielern stellte Minden beinahe sogar einen Rekord auf - nur Absteiger DHC Rheinland griff auf mehr Akteure zurück.

"Diesen Rekord hätten wir gern vermieden. Aber die Verletzungen haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht", betont Bredemeier.

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