Der Welthandballer bereitet mit seinem Wortbruch-Vorwurf gegen den THW seinen Abgang vor - und schafft neuen Unfrieden in Kiel.

Nikola Karabatic ist verletzt, tief verletzt. Inmitten der Mission Gold seiner "Equipe Tricolore" bei der WM keilt der französische Welthandballer aus - gegen den THW Kiel und nicht näher bezeichnete Fans, die ihn attackiert hätten.

Offenbar verspürt Karabatic, dessen Wechsel zu den finanziellkräftigen Rhein-Neckar Löwen sich anbahnt, Gegenwind.

Nun aber greift er tief in die Trickkiste, um allen entgegenzutreten, die das liebe Geld als Motiv für einen eventuellen Abgang vermuten (Artikel: "Serdarusic wäre natürlich ein Argument"). Er wirft dem THW Unehrlichkeit vor, da der Rekordmeister ihm bei der Vertragsverlängerung zugesagt habe, Noka Serdarusic als Trainer zu behalten, sich ein Jahr später aber von dem Bosnier trennte. (Artikel: Karabatic fühlt sich vom THW betrogen)

Unabhängig davon, ob es dieses Versprechen gegeben hat: Es ist unprofessionell, dessen Einhaltung als Spieler zu erwarten.

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Der THW trifft seine Personalentscheidungen autonom. Nach dem Zerwürfnis zwischen Serdarusic und THW-Manager Uwe Schwenker im Sommer ist dem Vernehmen nach weder der Trainer verarmt noch Karabatic von dessen Nachfolger Alfred Gislason gemobbt worden, noch die von ihm "sehr geschätzte Person Serdarusic" nicht per Telefon zu sprechen.

Und sportlich? Ziehen die Kieler in Bundesliga, DHB-Pokal und Champions League ungeschlagen ihre Kreise. (Datencenter: Die Handball-Bundesliga)

Doch nun droht völlig ohne Not neuer Ärger und das Abkommen vom Erfolgskurs.

Und auch das Ansehen von Karabatic, der nach diesem Vorstoß nicht über die Saison hinaus tragbar sein dürfte, wird leiden: Entweder stellt sich heraus, dass die Zebras ihn entbehren können - oder er hat eine Handball-Ära beschädigt.

Die THW-Chefs einer schlechteren Erziehung zu bezichtigen, als er selbst sie genossen habe, und sich als "Mann des Worts" zu rühmen, ist zudem unlauter. Karabatic ist es, der offenkundig einen Vertrag brechen will, in dem kein Wort über Trainer Serdarusic, sehr wohl aber über seinen Verbleib bis 2012 steht.

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