Wenn Heiner Brand die Fernsehbilder des Spiels gegen Norwegen sieht, dürfte er sich selbst kaum wiedererkennen.

Wahrscheinlich erschrecken den Bundestrainer die gezeigten Szenen nach der Partie seiner Nationalmannschaft bei der WM in Kroatien sogar. (zum Artikel: Weltmeister Deutschland unterliegt Norwegen)Es hätte wohl nicht viel gefehlt damit es tatsächlich zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen wäre.1498359 /media/_redaktion/sportarten/einwurf_2/_470x90/Einwurf_Meissner_Julian_470x90.jpg

Denn als Vorbild und Aushängeschild einer ganzen Sportart muss man sich beherrschen können ? auch wenn es manchmal schwer fällt.

Brands Gestik nach Abpfiff gegenüber den slowenischen Schiedsrichtern Nenad Krstic und Peter Ljubic kann man nämlich kaum fehl interpretieren.Es handelt sich um die offene Androhung von Gewalt: Mit geballter Faust läuft er auf die beiden Unparteischen zu. Auch wenn das glücklicherweise nicht der Fall war: Brand ist in seiner Emotionalität zu weit gegangen. (Hanning-Kolumne: Heiner ist an die Grenze gegangen)

Sicher kann man über die Leistung, die die beiden Referees boten, streiten. Sicher steht ein Bundestrainer in einem solch wichtigen Spiel unter enormem Druck.

Und es ist Brand hoch anzurechnen, dass er Fehlverhalten von Schiedsrichtern anprangert, weil er seine Spieler vor Verletzungen bewahren will.

Doch Kritik auf diesem Level muss auf sachlichem, nüchternem Wege erfolgen und nicht mit der zur Drohgebärde erhobenen Faust.

Die Konsequenz ist klar: Brand wird sich entschuldigen müssen, auch wenn wohl keine beleidigenden oder drohenden Worte gefallen sind.

Und auch der Weltverband IHF ist gefragt und sollte die unsportliche Aktion nicht einfach auf sich beruhen lassen.

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