THW: Härtetest vergeigt, Olympia-Star im Anflug
Von Annette Bachert
München - Nächster Star im Anflug, aber ersten Härtetest vergeigt.
Der THW Kiel steht angeblich kurz vor der Verpflichtung des schwedischen Nationalspielers Niclas Ekberg. Wie die "Kieler Nachrichten" berichten, steht der Triple-Sieger in engem Kontakt mit dem Rechtsaußen von AG Kopenhagen - es fehle wohl einzig die Zustimmung des Kieler Aufsichtsrates.
"Ich hoffe, dass Niclas bei uns landet", wird THW-Manager Klaus Elwardt zitiert.
Der 23-jährige Ekberg spielt seit 2010 beim insolventen dänischen Meister in und ist seit dessen Insolvenz im Sommer vereinslos. Eine Ablösesumme wäre also nicht fällig (DIASHOW: DKB HBL-Transfermarkt).
Der Torschützenkönig der Olympischen Spiele würde auf dem rechten Flügel Ex-Nationalspieler Christian Sprenger unterstützen, der die Position - abgesehen von Teilzeit-Außen und gelerntem Rückraum-Shooter Christian Zeitz - nahezu alleine besetzt ( NEWS: Hansen-Transfer für THW vom Tisch).
Flensburg gewinnt "Unser Norden"-Cup
Beim "Unser Norden"-Cup wurde es derweil für das aktuelle Team von Chefcoach Alfred Gislason in der Vorbereitung auf die anstehende DKB HBL-Saison erstmals richtig ernst.
Mit den Neuzugängen Rene Toft Hansen, Gudjon Valur Sigurdsson, Marko Vujin und Patrick Wiencek gewann der THW zuerst gegen die Dänen von AAB Handbold Aalborg mit 21:17. Im Duell mit dem Liga-Konkurrenten SG Flensburg-Handewitt reichte es vor 9000 Zuschauern aber nur zu einem 16:16.
In der dramatischen Schlussphase lenkte Flensburgs Schlussmann Mattias Andersson einen Wurf von Vujin noch an die Unterkante der Latte.
Der Ball sprang raus, und Kiel behielt in der achtjährigen Geschichte des Turniers die Trophäe erstmals nicht zu Hause, da der Erzrivale Aalborg mit 19:14 besiegt hatte.
Gislason stapelt tief
"Wir hatten viele Spieler bei den Olympischen Spielen. Erst jetzt fängt die kompakte Vorbereitung an. Wir werden sehr viel arbeiten müssen, um wieder Deutscher Meister zu werden", erklärte Gislason am Donnerstagabend.
Für die Flensburger, die mit ihrem neuen Spielmacher Steffen Weinhold nach Kiel reisten, war es das erste von zwei Aufeinandertreffen innerhalb weniger Tage mit dem Rekordmeister. Nach der Partie am Freitagabend steht beim Supercup (Di., ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) erneut das Duell der Nordrivalen an.
Schwerer Abschied in Hamburg
Im Testspiel-Fieber befindet sich aber auch der HSV Hamburg.
Im vierten von fünf Testspielen der Vorbereitung ging der Vorjahres-Vierte zum vierten Mal als Sieger vom Feld. Aber noch wichtiger als ein Erfolg war die Verabschiedung der Hamburger Ur-Gesteine Guillaume und Bertrand Gille.
Ehrung für Gilles
Gegen Chambery Savoie HB setzten sich die Elbstädter mit 31:26 (15:15) durch. Doch war die Partie nicht nur ein Testspiel gegen den Zweiten der französischen Liga, sondern vor allem das Abschiedsspiel für die Gille-Brüder, die den HSV erst im Sommer nach zehn Jahren verlassen hatten.
Unter tosendem Applaus wurden die Franzosen empfangen und als HSV-Präsident Matthias Rudolph die beiden wenig später für ihren Olympiasieg ehrte und sie danach sogar zu Ehrenmitgliedern des HSV Hamburg kannte der Jubel bei den 3.559 Zuschauern keine Grenzen mehr.
Schwalb zuversichtlich
Beide Gilles liefen in der Schlussphase der Partie noch einmal für Hamburg auf, nachdem ihnen HSV-Kapitän Pascal Hens und Spielmacher Domagoj Duvnjak in einer Auszeit ihre ehemaligen Trikots überstreiften.
"Es war ein schöner Tag, auch wenn es ungewohnt war gegen den HSV und unsere Freunde zu spielen. Zunächst mussten wir uns konzentrieren, aber in den letzten Minuten kamen die Emotionen durch und es war richtig geil", zeigte sich Guillaume nach der Partie erleichtert und überglücklich.
Auch der Hamburger Cheftrainer Martin Schwalb war nach dem Schlusspfiff zufrieden: "Das Spiel war bis zur 55. Minute ein gelungener Test, bei dem, trotz keiner Trainingseinheit mit den Olympia-Teilnehmern, schon vieles gut funktioniert hat."
Abstimmung fehlt noch
Erstmals präsentierten sich auch die Hamburger Neuzugänge Andreas Nilsson, Stefan Terzic, Max-Henri Herrmann und Enid Tahirovic.
Der 40-jährige Keeper Tahirovic startete im Tor der Hamburger und bewies einmal mehr seine Qualitäten. Auch der junge Herrmann glänzte mit guten Paraden. Rückraum-Akteur Terzic und Kreisläufer Nilsson kamen auch auf einige Spielminuten, werden wohl aber noch etwas Zeit brauchen, bis sie sich im HSV-Gefüge völlig zurecht gefunden haben.
"Das kämpferische Bild war schon ganz gut", sagte Schwalb, "von Zusammenspiel kann man aber noch nicht reden." Das Team ist allerdings auch erst einen Tag in voller Mannschaftsstärke zusammen.
Die ersten Testspiele gewannen die Hamburger gegen den Zweitligisten VfL Bad Schwartau, den österreichischen Vize-Meister HIT medalp Tirol und den Sechstplatzierten der russischen Liga Zarja Kaspija Astrakhan.