"Gesprächsbedarf" nach Katastrophenstart
München - Die Überflieger des THW Kiel dominieren weiter, beim HSV Hamburg herrscht Katzenjammer - zu Beginn der neuen Saison in der DKB Handball-Bundesliga ist schon wieder alles beim Alten.
Während der THW am ersten Spieltag die schwere Auswärtshürde VfL Gummersbach leicht und locker bewältigte und 34:25 gewann, kassierten die Hanseaten bei der HSG Wetzlar mit 26:33 eine bittere Niederlage.
Der Aufregung um die finanzielle Schieflage folgte der Fehlstart - schlimmer hätte es für die Hamburger nicht kommen können (STENOGRAMME: 1. Spieltag).
"Das war natürlich eine Katastrophe und ein denkbar schlechter Start in die Saison", sagte der restlos bediente Kapitän Pascal Hens, der sich in seinem 250. Bundesligaspiel für den HSV ein anderes Ergebnis gewünscht hätte: "Am Anfang ging es noch, dann haben wir aber viel Mist gebaut. Wir haben jetzt viel Arbeit vor uns."
Kraus konsterniert
Sein Teamkollege Michael Kraus sieht nach dem enttäuschenden Auftakt "natürlich Gesprächsbedarf".
Dem Team, das trotz der finanziellen Einbußen nach dem Ausscheiden von Mäzen Andreas Rudolph noch immer das zweitteuerste der Liga ist, fehlte vor allem die nötige Aggressivität.
Das gibt Kraus zu denken: "Ich denke, das war der springende Punkt. Wir müssen jetzt schnell in die Spur kommen. So ein Auftritt wie in der zweiten Hälfte darf uns nicht passieren."
Schwalb zurückhaltend
Die Hamburger, die zur Pause beim Stande von 14:15 noch voll im Spiel waren, hatten danach nichts mehr entgegenzusetzen.
Trainer Martin Schwalb hielt sich zumindest mit öffentlicher Kritik zurück: "Wir wissen, dass wir weiter hart arbeiten müssen. Das werden wir in der nächsten Woche tun, und ich hoffe, dass sich die Automatismen möglichst schnell einstellen."
THW reist nach Doha
Die Automatismen beim THW, der in der vergangenen Saison mit 34 Siegen in 34 Spielen durchmarschiert war und auch den schwächelnden Erzrivalen aus Hamburg spielend kontrolliert hatte, funktionierten schon wieder exzellent. Der heimstarke Altmeister aus Gummersbach war jedenfalls chancenlos.
Zeit zum Feiern blieb aber nicht. Schon am Sonntag brachen die Kieler von Düsseldorf aus zur Klub-WM nach Doha auf.
"Jetzt kommen fünf Spiele in einer Woche in Katar, das ist natürlich nicht ideal, aber es geht ums Prestige und um Geld", sagte THW-Coach Alfred Gislason.
Ekberg noch nicht dabei
400.000 Dollar (320.000 Euro) streicht der Sieger ein. Erster Gegner für den Titelverteidiger aus Kiel ist am Montag (18.45 Uhr) in der Al-Gharafa Sports Hall zunächst Gastgeber Al-Sadd Doha, der sich kurzerhand mit der ersten Sieben des französischen Spitzenteams Montpellier HB verstärkt hat.
Weitere Gegner in der Vorrunde sind Sydney University HC (Australien) am Dienstag (13 Uhr) und Asien-Clubmeister Mudhar aus Saudi-Arabien am Mittwoch (15 Uhr).
Trotz der durchaus attraktiven Prämien will Gislason das Turnier vor allem zu Trainingszwecken nutzen: "Wir werden nur an der Taktik feilen." Der einzige Spieler, der Gislason fehlen wird, ist der schwedische Neuzugang Niclas Ekberg. "Leider ging das mit dem Visum noch nicht so schnell", sagte Gislason.
Flensburg macht Essen rund
Nordrivale SG Flensburg-Handewitt feierte derweil einen Kantersieg über Rückkehrer TuSEM Essen.
Der Vizemeister der vergangenen Saison fertigte den dreimaligen Titelträger, der 2008 Insolvenz anmelden und aus der Bundesliga zwangsabsteigen musste, 40:20 ab.
Ebenfalls siegreich blieben am ersten Spieltag TuS N-Lübbecke beim TBV Lemgo mit 32:29 und TSV Hannover-Burgdorf gegen HBW Balingen-Weilstetten mit 25:20.
Die Spiele am Sonntag:
FA Göppingen - Rhein-Neckar Löwen (15.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1)
SC Magdeburg - TV 1893 Neuhausen
Füchse Berlin - GWD Minden (beide 17.30 Uhr )