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Blazenko Lackovic wechselte 2008 von der SG Flensburg-Handewitt zum HSV Hamburg © imago

Beim SCM stellt sich Hamburgs Coach Schwalb auf eine "heiße" Partie ein, Magdeburgs Trainer Carstens hat Riesen-Respekt.

Von Annette Bachert

München - Die Pflichtaufgabe erfolgreich absolviert, steht jetzt der Härtetest in der DKB Handball-Bundesliga an.

Beim Auftritt des HSV Hamburg am Dienstag beim SC Magdeburg (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) "wird man bei beiden Mannschaften sehen, wohin die Reise geht". Dessen ist sich zumindest SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar sicher.

Beide Teams haben sich für die laufende Spielzeit hohe Ziele gesteckt. Beim SCM läuft bisher zumindest alles nach Plan (126233DIASHOW: Der DKB HBL-Tranfermarkt).

"Müssen eine neue Identität aufbauen"

Zwei Siege nach zwei Spieltagen hat das Team von Frank Carstens bisher vorzuweisen.

"Dass es Partien gegen zwei Aufsteiger waren, spielt dabei keine Rolle: Das Team grüßt von der Tabellenspitze und wird vor Selbstvertrauen nur so strotzen. Deshalb müssen wir uns, wie immer in Magdeburg, auf ein ganz heißes Spiel einstellen", sagt HSV-Coach Martin Schwalb.

Und Blazenko Lackovic erklärt in der "Hamburger Morgenpost": "Wir müssen uns als Mannschaft finden, müssen eine neue Identität aufbauen."

"Eine spannende Kiste"

Denn nach der Pleite bei der HSG Wetzlar (Bericht) und dem souveränen Erfolg über den TV Großwallstadt (Bericht) ist das neue Gesicht des HSV nur schwer erkennbar.

"Die Partie ist ein ausgeglichenes Spiel. Man kann überhaupt nicht prognostizieren, wer da Favorit ist. Das wird eine spannende Kiste", sagt Kretzschmar und versucht, Stärken sowie Schwächen der beiden Teams abzuwägen:

"Der SCM gleicht Hamburgs starke Mannschaft durch den Heimvorteil aus. Magdeburg hat sich in der Breite und gezielt verstärkt. Hamburg hat sich nun etwas Selbstvertrauen geholt."

[kaltura id="0_jvwniyfg" class="full_size" title="Kneer: "Haben verdient gewonnen""]

Etat noch nicht gedeckt

So sieht das auch HSV-Linksaußen Matti Flohr: "Der Sieg war sehr wichtig für den ganzen Verein. Wir haben richtig mit Spaß gespielt."

Sportlich läuft es beim HSV bereits etwas besser, finanziell sieht es allerdings nicht so gut aus.

Der Etat des Deutschen Meisters von 2011 ist bisher nur zu "einem sehr hohen Prozentsatz gedeckt", berichtet HSV-Präsident Matthias Rudolph SPORT1 (Bericht).

Rudolph setzt auf Teamgeist

Auch der mögliche Gehaltsverzicht von 20 Prozent bei den Spieler sowie Gehaltskürzungen beim Trainer und anderen HSV-Mitarbeiter ist noch aktuell.

"Die Zahl steht sicherlich im Raum. Wir werden weiter versuchen, das über eine Steigerung der Einnahmen zu reduzieren. Das Ziel ist es aber, dass alle in der Gruppe einen Weg zusammen mitgehen", sagt Rudolph.

"Ich finde es gut, dass sie mit ihren finanziellen Problemen so offen und ehrlich umgehen. Sie machen niemandem etwas vor", lobt Kretzsche den offensiven Umgang der Hamburger mit ihren Finanzproblemen (Kretzsches Kolumne).

Kaum Verletzte beim SCM

Personell ist der HSV zumindest weitestgehend sorgenfrei - lässt man die Langzeitverletzten Johannes Bitter, Oscar Carlen und Torsten Jansen außen vor - und kann in nahezu voller Mannschaftsstärke nach Magdeburg reisen (DATENCENTER: Tabelle und Ergebnisse der DKB HBL).

Auch Frank Carstens kann bis auf Jure Natek und Philipp Weber (beide Rehabilitation) auf alle Akteure zurückgreifen. Auch die kürzlich angeschlagenen Bartosz Jurecki, Yves Grafenhorst und Kjell Landsberg sind wieder einsatzbereit.

Carstens mit Riesen-Respekt

Dennoch ist der Respekt vor dem HSV riesig.

"Hamburg hat immer noch eine Mannschaft mit einem auf allen Positionen top besetzten Kader. Der HSV hat das beste und konsequenteste Tempospiel, mit viel Zug zum Tor. Diese Qualität hat in der Komplettheit kaum eine andere Mannschaft der Bundesliga", schwärmt der SCM-Coach.

Die unbestrittene Qualität und das erfolgreiche, lachende Gesicht aus dem Jahr 2011 muss der HSV nun nur noch auf das Parkett bringen.

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