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2008 unterlag Nikola Karabatic mit Kiel im Champions-League-Finale Ciudad Real © imago

Der Transfer von Nikola Karabatic nach Mannheim ist noch nicht perfekt. Nun steigt auch ein anderer Verein in den Poker mit ein.

Zagreb - Ganz sicher ist der Millionendeal mit Nikola Karabatic noch nicht. Löwen-Manager Thorsten Storm wiegelte bereits am Montag ab.

"Es gibt keinen neuen Stand. Es hat vor zwei Wochen ein Gespräch mit dem THW gegeben, und wir haben den Kielern mitgeteilt, dass Nikola und sein Berater auf uns zugekommen sind.

Außerdem haben die Löwen namhafte Konkurrenz im Transfer-Poker erhalten.

Laut "Spiegel Online" will nun auch Champions-League-Sieger Ciudad Real mitbieten. "Wenn er sagt, er will weggehen aus Kiel, dann greifen wir auch an", erklärte Ciudad-Coach Talant Dushebajew am Wochenende in Zagreb.

Dushebajew lockt Karabatic

Neben den finanziellen Bedingungen versucht Dushebajew den französischen Ausnahmehandballer noch mit einem anderen Argument zu überzeugen.

Die physischen Anforderungen in der spanischen Liga seien angeblich geringer: "Bei uns wird er nicht 60 Minuten lang Angriff und Abwehr spielen."

Glandorf dementiert

Holger Glandorf hat dagegen Gerüchten über einen feststehenden Wechsel zu den Rhein-Neckar Löwen widersprochen und seinen Wunsch zum Verbleib bei der HSG Nordhorn bekräftigt.

"Mein Favorit ist die HSG", sagte der Rückraumspieler: "Wenn es irgendwie möglich ist und beide Seiten sich einig werden, könnte ich mir vorstellen, hier zu bleiben. Aber wenn es Not tut, muss ich vielleicht den nächsten Schritt wagen und zu einem anderen Verein wechseln."

Nielsen hat keine Zweifel

Falls der Wechsel zu den Rhein-Neckar Löwen zustandekommt, würde es den Norddeutschen wohl die erste siebenstellige Ablösesumme der Sportart einbringen.

Als bislang teuerster Transfer eines Bundesligisten gilt die Verpflichtung der SG Flensburg-Handewitt von Alen Muratovic vor dieser Saison für geschätzte 700.000 Euro von BM Valladolid.

Wie der "Mannheimer Morgen" am Montag berichtete, geht es bei dem spektakulären Karabatic-Transfer nur noch ums Geld.

"Karabatic wird ab dem 1. Juli für die Löwen spielen", sagte Löwen-Gesellschafter Jesper Nielsen einem dänischen Fernsehsender: "Er ist die Korsettstange in unserem Projekt, der weltbeste Handball-Klub zu werden."

1, 5 Millionen im Gespräch

Da Karabatic seinen Vertrag in Kiel aber erst 2007 bis 2012 verlängert hat, dürften die Mannheimer ihn nur gegen eine Millionensumme bekommen.

Die "Kieler Nachrichten" schreiben von 1,5 Millionen für den THW und einer weiteren halben Million als Handgeld für Karabatic. Kiels Manager Uwe Schwenker hatte ohnehin bereits angekündigt, seinen Star nur gegen eine ordentliche Mitgift ziehen lassen zu wollen.

Storms vorsichtiges Dementi

Löwen-Manager Thorsten Storm versuchte am Montag erstmal, die Wogen zu glätten und bezeichnete die Aussagen Nielsens als "Wunschvorstellung".

Storm: "Es gibt keinen neuen Stand. Es hat vor zwei Wochen ein Gespräch mit dem THW gegeben, und wir haben den Kielern mitgeteilt, dass Nikola und sein Berater auf uns zugekommen sind." Nun stünden finanzielle Forderungen im Raum, zu denen sich die Löwen kurzfristig gegenüber dem THW äußern würden.

"Es kann alles ganz schnell gehen"

Der Umworbene wollte gleich nach seinem WM-Sieg mit den Franzosen am Sonntag im Finale über Gastgeber Kroatien (24:19) (Franzosen mit Nerven aus Stahl) zwar nicht sagen, wohin die Reise geht ("Ich gehe jetzt feiern"), doch sein Berater Bhakti Ong redet schon von Abschied:

"Nikola wäre über einen Wechsel glücklich. Wenn sich beide Vereine einigen, kann alles ganz schnell gehen."

Karabatic spricht von Wortbruch

Auch Karabatic, der die Teamkollegen an der Förde immer auch als seine Freunde bezeichnet, hat seinen Abschied praktisch schon selbst eingeleitet.

Auf seiner Internetseite warf er den Kieler Verantwortlichen um Manager Uwe Schwenker zuletzt Wortbruch vor, da man Trainer Noka Serdarusic nicht wie versprochen gehalten habe. (Karabatic fühlt sich betrogen)

Im Paket mit Kavticnik

Schwenker bestreitet, derartige Absprachen mit dem Rückraumspieler überhaupt getroffen zu haben.

Fakt ist aber, dass Serdarusic, mit dem Karabatic praktisch eine Vater-Sohn-Beziehung verbindet, ab der kommenden Saison nun die Löwen trainiert. Mit Karabatic soll auch der Slowene Vid Kavticnik vor einem Wechsel vom THW zu den Löwen stehen. (Millionen-Schacher um Karabatic-Paket).

Finanziell für Kiel verlockend

Der Karabatic-Wechsel würde den THW sportlich zwar schwer treffen, finanziell aber auch neue Möglichkeiten eröffnen.

Vor zwei Jahren hatte bereits der THW-Schwede Kim Andersson ein Millionen-Angebot von Ciudad Real aus Spanien, er verlängerte dann aber doch beim deutschen Meister.

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