Starke Aufholjagd: Kiel wahrt seinen Nimbus
Hamburg - Der THW Kiel ist nach einer beeindruckenden Aufholjagd im Derby beim HSV Hamburg an die Spitze der DKB Handball-Bundesliga gestürmt.
Der deutsche Rekordmeister und Titelverteidiger gewann den Klassiker in Hamburg mit 33:30 (12:15) und übernahm mit nun 17:1-Punkten zumindest für einen Tag die Tabellenführung.
Die Hamburger, die zehn Minuten vor dem Ende noch mit 28:23 geführt hatten, haben dagegen den Anschluss an die Spitze verloren (12:6).
Bester THW-Werfer vor 13.267 Zuschauern in der ausverkauften Hamburger Arena war der am Ende überragende Filip Jicha mit acht Treffern. Für den HSV traf Marcin Lijewski am häufigsten (8).
Große Freude beim THW
"Wir haben nicht so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben.Die Hamburger haben taktisch sehr gut gespielt, und wir sind noch nicht so eingespielt", erklärte Jicha bei SPORT1.
"Ich freue mich, dass unsere Neuen dieses Gefühl, zehn Minuten vor Schluss mit fünf Toren zurückzuliegen und dann mit drei Toren zu gewinnen, auch erleben konnten. Das ist Freude pur", schwärmt der Rückraum-Akteur.
Kraus: "52 Minuten dominiert"
Hamburgs Michael Kraus analysierte dagegen eher nüchtern.
"Am Ende war es Unvermögen. Das tut natürlich sehr weh. Wir haben das Spiel 52 Minuten dominiert. Wir wussten, dass es am Ende Probleme mit der Luft geben könnte. Die Kieler haben unsere Fehler dann eiskalt ausgenutzt", sagte der HSV-Spielmacher.
Kiel startet stark
Die Partie begann für den Triple-Sieger des Vorjahres nach Plan.
Obwohl der ersatzgeschwächte HSV wieder seine Rückraumspieler Pascal Hens (Muskelfaserriss in der Fußsohle) und Marcin Lijewski (Fußgelenksoperation) aufbieten konnte, hatte der THW die Partie im Griff und führte nach einer Viertelstunde mit 7:4.
HSV kommt zurück
Fortan kamen die Hamburger immer besser ins Spiel.
Angestachelt von der hitzigen Atmosphäre in der Halle und angetrieben vom starken Linksaußen Matthias Flohr wandelte der Meister von 2011 den 8:10-Rückstand (20. Minute) noch vor der Pause in eine Drei-Tore-Führung.
Kraus dreht auf
Auch nach dem Seitenwechsel dominierten zunächst die Hamburger ( STENOGRAMME: Der 10. Spieltag).
Der immer stärker werdende HSV-Spielmacher Kraus mit einem Doppelpack und Kapitän Hens erhöhten zum zwischenzeitlichen 18:14, ehe wiederum Kraus die Führung mit seinem fünften Treffer auf 23:18 schraubte (38.).
Kiel wacht auf
Erst als das Spiel zehn Minuten vor dem Ende beim 28:23 für den HSV entschieden schien, erwachte Kiel aus seiner zwischenzeitlichen Lethargie.
Klein brachte den THW vier Minuten vor dem Ende erstmals in Führung (30:29), ehe Jicha für die Gäste alles klar machte.
Essen verliert, Wetzlar jubelt
Am anderen Ende der Tabelle und weiterhin ohne Punktgewinn bleibt Ex-Meister TuSEM Essen nach der 27:34 (11:19)-Niederlage beim TuS N-Lübbecke.
Die HSG Wetzlar gewann gegen den TV Großwallstadt 38:32 (16:15), HBW Balingen setzte sich gegen Frisch Auf Göppingen 29:25 (13:13) durch, und MT Melsungen triumphierte 36:25 (17:12) über Aufsteiger TV Neuhausen.