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Freut sich auf die Neuzugänge: TuSEM-Trainer Kristof Szargiej © getty

"Win-Win-Situation" in Essen: Sechs Engländer füllen den löchrigen TuSEM-Kader auf und bekommen Spielpraxis in der Bundesliga.

München - Sechs Spieler aus dem Handball-Entwicklungsland England sollen dem insolventen Bundesligisten TuSEM Essen über die Saison hinweghelfen.

Am Montag traf zunächst ein Quartett im Ruhrgebiet ein und soll bereits im ersten Punktspiel des Jahres beim TV Großwallstadt am kommenden Samstag zum Kader gehören - auch wenn ihnen zum Bundesliga-Niveau noch ein gutes Stück fehlen dürfte.

"Aber es ist eine Lösung, von der beide Seiten profitieren. Wir haben endlich wieder eine ausreichende Anzahl an Spielern im Kader, um einen vernünftigen Trainingsbetrieb zu gewährleisten", sagte Essens sportlicher Leiter Stefan Krebietke.

Verstärkung zum Nulltarif

Nach Bekanntwerden der Zahlungsunfähigkeit waren dem Klub zuletzt die Spieler weggelaufen. Die englischen "Lehrlinge" kommen praktisch zum Nulltarif.

Auf der anderen Seite suchten die britischen Handballer drei Jahre vor den Olympischen Spielen in London seit längerem schon nach einer Möglichkeit, Erfahrungen in Handball-Ligen auf hohen Niveau sammeln zu können.

Ausbildung in Dänemark

"Sie werden uns aber sicher nicht zu Siegen über Flensburg verhelfen können", sagt Krebietke, dessen Klub auf dem letzten Tabellenplatz steht und ohnehin als Zwangsabsteiger fest steht.

Die Engländer haben Millionen in Talentsuche und den Aufbau von Strukturen im Handball investiert.

Die nun nach Essen kommenden Spieler Cirian Williams, Chris McDermott, Merlin Braithwaite, Sebastian Prieto, Dan McMillan und der zurzeit noch verletzte Spielmacher Chris Mohr sind seit zwei Jahren in einem Handball-Internat im dänischen Aarhus in der Lehre.

Casanova nach Lübbecke

Der spanische Rückraumspieler Sergio Ruiz Casanova hat nach seinem Abschied aus Essen derweil einen neuen Klub gefunden.

Der 31-Jährige schloss sich dem früheren Europapokalsieger TuS N-Lübbecke an, der als aktueller Tabellenführer der 2. Liga Nord um die Rückkehr ins Oberhaus kämpft.

"Als die Anfrage kam, habe ich spontan zugesagt. Der TuS N-Lübbecke ist ein sehr gut geführter Verein mit Bundesliga-Niveau und ich will dabei mithelfen, dass dem Klub schnellstmöglich die Rückkehr in die 1. Bundesliga gelingt", sagte Casanova, der einen Vertrag bis zum Saisonende erhielt.

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