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Nikola Karabatic spielt seit dem Jahr 2005 im Trikot des THW Kiel © getty

Der Transfer-Poker um Nikola Karabatic ist beendet. THW-Manager Uwe Schwenker bestätigt Sport1.de das Ende der Gespräche.

Von Matthias Becker und Michael Spandern

München - Das Transfer-Theater um Nikola Karabatic vom Deutschen Meister THW Kiel ist beendet.

"Nikola Karabatic bleibt in Kiel", erklärte THW-Manager Uwe Schwenker am Freitag gegenüber Sport1.de.

Karabatic, der erst vor wenigen Tagen mit Frankreichs Nationalmannschaft in Kroatien den WM-Titel gewann, hatte zuletzt heftig mit den Rhein-Neckar Löwen geflirtet.

Deren Finanzier und Gesellschafter Jesper Nielsen hatte den Transfer sogar schon als perfekt vermeldet: "Karabatic spielt ab 1. Juli bei uns", sagte der Däne.

Gespräche zwischen Kiel und Löwen beendet

Dem ist allerdings nicht so. "Die Rhein-Neckar Löwen haben uns schon Anfang der Woche mitgeteilt, dass sie kein Angebot für ihn abgeben werden und dass die Gespräche damit beendet sind", erklärte Schwenker das Ende der Verhandlungen.

Ohnehin habe der THW den Löwen mitgeteilt, dass man grundsätzlich nicht bereit sei, den Rückraumspieler abzugeben. Und wenn überhaupt, dann nur für eine angemessene Ablösesumme.

Über die Höhe der Summe, die unwidersprochen auf 1,5 Millionen Euro geschätzt wurde, wollte Schwenker nicht spekulieren.(Millionen-Schacher um Karabatic-Paket)

Storm: "Ablöseforderungen utopisch"

Zuvor hatte Löwen-Manager Thorsten Storm dem "Hamburger Abendblatt" erklärt, dass man mit Karabatic und dessen Gehaltsvorstellungen einverstanden gewesen sei. Allerdings sei "die Ablöseforderung des THW Kiel utopisch".

Deshalb habe man sich entschlossen, den Kielern abzusagen, sagte Storm weiter.

Schwenker: Ciudad Real hätte bezahlt

Laut Schwenker sei die Ablöseforderung für Karabatic, der in Kiel noch dreieinhalb Jahre Vertrag hat, "nicht so utopisch, wie Thorsten Storm sagt. Immerhin war Ciudad Real bereit, Nikola Karabatic für diese Summe zu transferieren."

Der spanische Spitzenklub hatte immer wieder Interesse am 24-Jährigen signalisiert. Der habe aber gesagt, dass er nicht zu Ciudad Real möchte, erläuterte Schwenker Sport1.de:

"Und Ciudad Real hat auch akzeptiert, dass wir den Spieler nicht abgeben möchten."

Gesellschafter in Finanzschwierigkeiten

Gut möglich, dass das Umdenken bei den Rhein-Neckar Löwen auch mit finanziellen Schwierigkeiten des Sponsors Kasi-Group zusammenhängt.

Zuletzt kursierten nicht nur in dänischen Medien Berichte, dass das Schmuck-Imperium, dessen Geschäftsführer Nielsen ist, in Finanzschwierigkeiten geraten ist. Das "Extrabladet" berichtete, dass zwei Banken sich geweigert hätten, weiter Geld an die Kasi-Group auszuleihen.

Zudem hatte sich der dänische Nationalspieler Michael V. Knudsen von der SG Flensburg-Handewitt sehr verhalten über einen möglichen Wechsel nach Mannheim geäußert: "So wie ich das sehe, ist das Projekt mit großer Unsicherheit verbunden."

Falsche Voraussetzungen bei Nielsen?

Schwenker berichtete lediglich, dass Nielsen vermutlich unter falschen Voraussetzungen an das Thema Karabtic herangegangen sei, wollte diese Voraussetzungen aber nicht präzisieren.

"Er hat letztendlich respektiert, dass wir den Spieler unter Vertrag haben. Ich bin mir sicher, dass er in den nächsten Jahren dem THW in einem sportlich fairen Wettkampf mit den Löwen die Stirn bieten wird", sagte der Kieler Manager.

Konflikt wegen Serdarusic

Während die Fronten mit den Löwen also geklärt sind, muss sich der THW nun mit den Gefühlen Karabatic' auseinandersetzen.

Den hatte es vor allem wegen des künftigen Trainers Noka Serdarusic nach Mannheim gezogen.

"Wenn es die Möglichkeit gibt, möchte ich gerne mit Noka weiterarbeiten", hatte Karabatic noch vor wenigen Tagen gesagt. Er hatte dabei betont, er habe seinen Vertrag beim Rekordmeister im Jahr 2007 nur verlängert, weil man ihm garantiert habe, dass Serdarusic Trainer bleibe. Der war aber im Sommer entlassen worden.(Karabatic fühlt sich betrogen)

Wunsch "nichts Ehrenrühriges"

Schwenker sieht allerdings in dieser Unzufriedenheit des Spielers kein Problem für die Zukunft.

"Ich gehe davon aus, dass Nikola damit professionell umgeht. An seinem Wunsch, wieder unter Noka Serdarusic zu trainieren ist ja nichts Ehrenrühriges", erklärte Schwenker nach einer 45-minütigen Unterredung mit seinem Spieler am Freitag.

Nachdem es kein Angebot der Löwen gebe, seien die Regeln im Profisport nun einmal klar, Karabatic müsse bleiben:

"So wie man ihn kennt, wird er aber sicherlich weiterhin seine Leistung bringen und wird auch froh sein, dass er sich jetzt wieder um den Handball kümmern kann."

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