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David Graubner (M.) wechselte im Sommer 2012 von Schaffhausen zum TVG © imago

Nach der Pleite in Melsungen wird die Luft für den TVG immer dünner. Der erste Abstieg ist kaum mehr abzuwenden.

Großwallstadt - Sechs Niederlagen in Folge, vier Punkte Rückstand zum rettenden Ufer und nur noch 16 Spiele Hoffnung:

Handball-Dino TV Großwallstadt befindet sich in der DKB Handball-Bundesliga weiter im freien Fall.

Besonders die Art und Weise des Auftritts bei der 24:32-Niederlage bei der MT Melsungen (Bericht) stimmt die Verantwortlichen des siebenmaligen Deutschen Meisters nachdenklich (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Viel Verunsicherung zu spüren"

Von einem besinnlichen Weihnachtsfest kann keine Rede sein. Die Angst vor dem ersten Abstieg seit dem Bundesliga-Aufstieg 1969 macht die Runde.

"Bei uns war viel Verunsicherung zu spüren und wir müssen jetzt versuchen, den Kopf wieder frei zu kriegen", sagte Trainer Peter David nach der ernüchternden Vorstellung in Melsungen mit Blick auf die letzte Chance auf ein Erfolgserlebnis vor der WM-Pause:

Am 2. Weihnachtsfeiertag erwartet der TVG den ehemaligen Meister HSV Hamburg.

Mentaltraining hilft nicht

Große Lücken in der Abwehr, zu wenig Durchschlagskraft im Angriff - die Leistung in Melsungen war ein Spiegelbild des bisherigen Saisonverlaufs.

"Wir hatten uns sehr viel vorgenommen und ich bin sehr enttäuscht darüber, wie es gelaufen ist. Wir haben in der Abwehr sehr schlecht gestanden und auch von den Torhütern wenig Unterstützung bekommen. Wir sind über 60 Minuten nie richtig rangekommen", sagte David, der seine Spieler nun wieder aufrichten muss.

Aber selbst das zwischenzeitliche Engagement von Mentaltrainer Jörg Löhr hat nicht geholfen.

Finanziell im Mittelfeld

Dabei kommt der Absturz auf einen Abstiegsplatz nicht überraschend.

Vor der Saison verließen wieder einmal einige Leistungsträger den Klub: Steffen Weinhold, Jens Tiedtke, Stefan Kneer und Moritz Schäpsmeier.

Finanziell kann der TV Großwallstadt mit einer Vielzahl der Konkurrenten in der Eliteklasse nicht mehr mithalten. Verletzungspech kam in der ersten Saisonhälfte auch noch hinzu.

So bleiben dem Tabellenvorletzten nur noch 16 Spiele Zeit, den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit zu verhindern. Der finanzielle Spielraum für mögliche Neuzugänge ist knapp bemessen.

Unschöner Abgang von Keeper Wolff

Dazu kommen Querelen mit aktuellen TVG-Akteuren.

Wie bereits spekuliert wurde, informierte Keeper Andreas Wolff den Klub nun, dass er seinen Vertrag definitiv nicht verlängern werde.

"Andis Vertrag läuft zum Ende der Saison aus und er hat uns nun vor vollendete Tatsachen gestellt. Ich bin über das Vorgehen überrascht, da wir uns mitten in Gesprächen befunden hatten", erklärte Team-Manager Uli Wolf.

"Ich finde es äußerst schade, dass man einen jungen Spieler beim TVG aufbaut und die Chance gibt zu spielen, und dann noch nicht einmal vor einer Vertragsunterzeichnung bei einem anderen Verein, trotz laufender Verhandlungen, informiert wird und auch die Gründe dafür mitgeteilt bekommt."

Brand sieht schwarz

Mit Schlusslicht TuSEM Essem und dem VfL Gummersbach befindet sich der TVG im Tabellenkeller in namhafter Gesellschaft - ein allenfalls schwacher Trost.

"Es müsste schon ein Wunder passieren, damit sich beide Mannschaften in der Bundesliga retten können", hatte der ehemalige Bundestrainer Heiner Brand mit Blick auf die Lage in Großwallstadt und Gummersbach schon vor Wochen erklärt.

An dieser düsteren Einschätzung hat sich nichts verändert.

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