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Jacob Heinl gewann mit Flensburg 2012 den Europapokal der Pokalsieger © getty

Die SG setzt sich im Nordderby deutlich gegen den Triplesieger durch. Keeper Andersson lässt die Kieler reihenweise verzweifeln.

Von Annette Bachert

München - Der SG Flensburg-Handewitt ist am 19. und damit letzten Spieltag der DKB Handball-Bundesliga vor der fünfwöchigen WM-Pause die Sensation gelungen.

Das Team von Ljubomir Vranjes setzte sich deutlich mit 35:29 (19:14) gegen Rekordmeister THW Kiel durch.

Vor 6.300 frenetischen Zuschauern in der restlos ausverkauften "Hölle Nord" war die SG von der ersten Minute agiler und kreativer im Angriff sowie aggressiver in der Deckung, die den THW zu keiner Zeit ins Spiel kommen ließ.

"Einige, die verletzt waren, waren zwar wieder dabei, haben aber nicht zu ihrer Leistung gefunden. Und wir haben als Mannschaft insgesamt nicht gut genug gespielt", sagte der enttäuschte THW-Coach Alfred Gislason bei SPORT1: "Wir müssen nach dieser Niederlage einiges bei uns korrigieren."

Vranjes gewinnt Spiel und Wette

Sein Gegenüber Ljubomir Vranjes kam dagegen aus dem Strahlen nicht mehr heraus.

"Ich bin sehr stolz. Und nicht nur wegen heute, sondern auf das, was in der gesamten letzten Zeit geleistet haben. Das ist wirklich toll, unglaublich. Ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft im Moment", schwärmte Vranjes: "Man kann sagen, was man möchte, es ist schon etwas Besonderes gegen den THW zu spielen."

Und verriet: "Ich habe sogar mit meinem Sohn gewettet. Jetzt muss er einen Monat sein Zimmer aufräumen."

Bei den Flensburgern waren Nationalspieler Holger Glandorf mit neun, Linksaußen Anders Eggert mit acht und Thomas Mogensen mit sieben Treffern beste Werfer. Bei Triplesieger THW trafen Superstar Filip Jicha (9 Tore) und Momir Ilic (5) am häufigsten (STENOGRAMME: 19. Spieltag).

Löwen bezwingen Melsungen

Zudem zeigte SG-Keeper Mattias Andersson eine bärenstarke Partie und brachte die "Zebras" mit 20 Paraden, darunter vier Siebenmeter, beinahe zur Verzweiflung.

Kiels starkes Torhüter-Duo Thierry Omeyer/Andreas Palicka erwischte dagegen keinen guten Tag.

Die Kieler verpassen mit ihrer zweiten Saison-Niederlage und nun 33:5 Punkten den erneuten Sprung an die Tabellenspitze, da die bis dato zweit-platzierten Rhein-Neckar Löwen (35:3) sich am Nachmittag mit 27:22 (14:11) gegen MT Melsungen (Roundup) durchgesetzt hatten.

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