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Nikola Karabatic warf beim Samstagsspiel gegen Balingen-Weilstetten sechs Tore © imago

Nikola Karabatic legt im Streit mit dem THW nach und beharrt auf einem Wechsel. Er sagt, welche Aussage ihn am meisten ärgert.

Kiel/Frankfurt - Zwei Tage nach dem geplatzten Transfer von Nikola Karabatic zu den Rhein-Neckar Löwen hat der Weltmeister schwere Vorwürfe gegen seinen Klub THW Kiel erhoben und beharrt weiter auf einen baldigen Wechsel zum Konkurrenten.

"Der THW bricht sein Wort. Mir ist bei meiner Vertragsverlängerung von Manager Uwe Schwenker gesagt worden, dass ich, solange ich hier bin, unter Serdarusic trainieren werde. Deswegen habe ich verlängert", wiederholte Karabatic in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sein Argument für das Zerwürfnis. (Karabatic fühlt sich betrogen)

Der Welthandballer, der vor einer Woche mit Olympiasieger Frankreich in Kroatien auch die WM gewonnen hatte, steht beim deutschen Meister noch bis 2012 unter Vertrag.

Mindestens bis zum Sommer in Kiel

Karabatic untermauerte am Wochenende dennoch erneut seinen Wunsch auf einen Wechsel zu den Rhein-Neckar Löwen, die ab der nächsten Runde vom ehemaligen Kieler Coach Noka Serdarusic trainiert werden.

"Ich hoffe, wir werden eine Lösung finden", sagte Karabatic und kündigte an: "Ich bin in Kiel bis mindestens Ende der Saison."

Dass sich Karabatic und Kiels Manager Uwe Schwenker am Freitag bei einer einstündigen Unterredung auf die Erfüllung des bis 2012 laufenden Vertrages geeinigt hätten ("Nikola Karabatic bleibt in Kiel!"), bestreitet der Rückraumspieler.

"Vom Verein manipuliert"

Karabatic: "Wir haben uns nicht geeinigt. Ich habe gesagt, ich will nächste Saison bei Trainer Noka Serdarusic und den Rhein-Neckar-Löwen spielen. Sie haben mir gesagt: Du erfüllst deinen Vertrag. Es ist ein Poker."

Für den 24-Jährigen steht eine Rekordablösesumme zwischen zwei und drei Millionen Euro im Raum. (Millionen-Schacher um Karabatic-Paket) Nachdem die Rhein-Neckar Löwen sich am Freitag aus dem Poker zurückgezogen hatten, kündigte Manager Thorsten Storm am Sonntag ein "realistisches Gegenangebot" an, das den Kielern in dieser Woche vorgelegt werden soll.

Karabatic bezeichnet nach dem Wechsel-Wirrwarr vor allen Dingen das Vertrauensverhältnis zu Schwenker als zerstört. "Ich habe das Gefühl, dass ich als Lügner dastehe. Ich habe das Gefühl, die ganze Situation wird vom Verein manipuliert. Schwenker hat gesagt, der Verein sei auch ohne mich erfolgreich gewesen. Das hat mich geärgert", beklagte sich Karabatic.

Löwen war die geforderte Ablöse zu hoch

Er betonte, dass finanzielle Aspekte bei einem Transfer nicht ausschlaggebend seien: "Es geht um Noka Serdarusic. Wenn es mir nur ums Geld ginge, würde ich nach Spanien gehen."

Am Freitag nach dem Gespräch mit Karabatic hatte Schwenker gesagt, dass "Nikola ein immens wichtiger Spieler für uns ist. Wenn es nach uns geht, wird er die nächsten dreieinhalb Jahre beim THW bleiben."

Löwen-Geschäftsführer Storm hatte zuvor erklärt, dass man sich zwar mit dem Spieler über einen Wechsel prinzipiell einig, in der Frage der Ablösesumme jedoch nicht mit den Kielern auf einen Nenner gekommen sei.

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