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Ein Team nur für eine Saison? Nikola Karabatic (l.) und Alfred Gislason © getty

Vor dem Bundesliga-Topspiel des Tabellenführers THW beim Dritten SC Magdeburg gibt es nur ein Thema: Nikola Karabatic.

Von Julian Meißner

München - Die beste Defensive trifft auf den besten Angriff, Kiels Trainer Alfred Gislason reist in die Vergangenheit.

Rein sportlich gesehen ist das Bundesliga-Spitzenspiel des Tabellenführers THW beim Dritten SC Magdeburg (18.45 Uhr LIVESCORES und im DSF) ein echter Leckerbissen.

Doch vor dem Duell beherrscht nur ein Thema die Schlagzeilen: Nikola Karabatic und seine Abwanderungsgedanken.

Nachdem der Poker um den Welthandballer und frischgebackenen Weltmeister zwischen dem Deutschen Meister und den aufstrebenden Rhein-Neckar Löwen schon entschieden schien, geht das Tauziehen nun munter weiter. (Karabatic: "Situation vom THW manipuliert")

Erst bekräftigte Karabatic am Wochenende in einem Interview, dass er nach wie wechselwillig sei und erneuerte die Vorwürfe gegen seinen Arbeitgeber.

Storm kündigt Angebot an

"Wir haben uns nicht geeinigt", sagte der 24-Jährige der "FAZ": "Ich habe gesagt, ich will nächste Saison bei Trainer Noka Serdarusic und den Rhein-Neckar Löwen spielen. Sie haben mir gesagt: Du erfüllst deinen Vertrag. Es ist ein Poker."

Und Löwen-Manager Storm erklärte: "Wir werden Kiel in der nächsten Woche ein realistisches Angebot machen."

THW-Manager Uwe Schwenker hatte zuvor erklärt, es gebe kein Angebot der Löwen. ("Nikola Karabatic bleibt in Kiel!")

Karabatic spricht von drei Millionen

Angeblich soll Kiel mindestens zwei Millionen Euro fordern, Karabatic selbst sprach im "NDR-Sportclub" sogar von drei Millionen.(Karabatic fühlt sich betrogen)

"Eine utopische Summe", sagt Storm. Der bislang teuerste Transfer in der Bundesliga war der des Montenegriners Alen Muratovic für kolportierte 700.000 Euro von Valladolid nach Flensburg. Kiel könnte demnach erstklassigen Ersatz für den wechselwilligen Franzosen organisieren, sollte man sich einigen.

Doch bei dem Geschacher geht es nicht nur um Geld, es geht auch um den verletzten Stolz der einstigen Weggefährten Schwenker und Serdarusic. Die Zusammenarbeit mit der Trainer-Legende auf der THW-Bank endete im Sommer 2008 bekanntlich alles andere als freundschaftlich.

Große Chance für den SCM

Bei all dem Trubel gerät in den Hintergrund, um wie viel es in der Partie am Dienstag geht. Gerade der SCM könnte mit einem Heimsieg einen echten Big Point landen.

Gislason, der von 1999 bis 2006 in Magdeburg verantwortlich war, hat offenbar größten Respekt vor der Aufgabe bei seinem ehemaligen Arbeitgeber und stapelt tief: "Das wird ein ganz enges Spiel, mit einem Punkt kann ich leben."

Kiel hat in dieser Saison bislang in der Fremde 18:0 Zähler geholt, der SCM hat in der Bördelandhalle die gleiche beeindruckende Bilanz.

Hat Karabatic schon abgeschlossen?

Doch egal, wie viel auf dem Spiel steht - die Augen der Zuschauer werden sich in besonderem Maße auf Nikola Karabatic richten.

Genau wie beim ersten Spiel des THW nach der WM-Pause am vergangenen Samstag. Der THW schlug Balingen 41:33, Karabatic agierte über weite Strecken nervös, verkrampft. So wie auch im WM-Finale seiner Franzosen gegen Kroatien. Von den THW-Fans wurde er freundlich empfangen.

Auch wenn Karabatic nach eigener Aussage keine Angst vor Pfiffen hat, sagte er am Dienstag der "Handballwoche": "Ich hoffe, die THW-Fans akzeptieren meine Entscheidung. Es war eine wunderschöne Zeit beim THW Kiel."

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