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Nikola Karabatic erzielte am Dienstag gegen Magdeburg fünf Treffer © getty

Konfusion im Kampf um Nikola Karabatic: Kiels Manager irritiert das Angebot der Rhein-Neckar Löwen, einen Sponsor zu vermitteln.

München - Das Millionen-Spiel um Welthandballer Nikola Karabatic wird immer unübersichtlicher.

Während sich Titelverteidiger THW Kiel nach einem hart erkämpften 34:32 (16:17) im Topduell gegen den SC Magdeburg auf dem Weg zur 15. deutschen Meisterschaft wohl nur noch selbst schlagen kann, ist das Tauziehen um den französischen Weltmeister längst noch nicht entschieden. (Karabatic: "Situation vom THW manipuliert")

Bereits am Montag gaben die Rhein-Neckar Löwen wie angekündigt ein weiteres Angebot für Karabatic ab - und verwirrten damit selbst THW-Manager Uwe Schwenker.

Kasi-Group im Angebot

Löwen-Manager Thorsten Storm habe ihn angerufen und "mir gesagt, dass ein Sponsor der Löwen auf den THW mit einem Werbeangebot zukommen wird. Ich weiß noch nicht einmal, was ich mir darunter vorstellen soll", sagte Schwenker dem "Mannheimer Morgen".

Bei dem Partner handelt es sich um die seit Saisonbeginn bei den Mannheimern als Hauptsponsor engagierte Kasi-Group aus Dänemark.

Die soll zur Finanzierung des Karabatic-Transfers offenbar auch bei den Kielern als Sponsor einsteigen. "Das stelle ich mir nicht unter einem Angebot für den besten Spieler der Welt vor. Ich weiß nicht, ob und wann ich das Geld bekomme", meinte Schwenker: "Der THW will eine Summe hören."

Nur für eine siebenstellige Ablöse

Weltmeister Karabatic, dessen Vertrag an der Förde bis 2012 läuft, ist jedenfalls nur für eine siebenstellige Ablöse zu haben, zwischen zwei und drei Millionen standen zuletzt im Raum.

Der frisch gebackene Weltmeister hatte seinen Kontrakt 2007 verlängert. Seiner Auffassung nach stimmte Karabatic einer weiteren Zusammenarbeit aber nur unter der Prämisse zu, weiter unter seinem Mentor Zvonimir "Noka" Serdarusic spielen zu können. (Karabatic fühlt sich betrogen)

Der THW und sein langjähriger Trainer trennten sich jedoch im Sommer 2008. Karabatic selbst hatte noch am Wochenende erneut seinen Willen bekräftigt, in der kommenden Saison bei seinem früheren Kieler Trainer Noka Serdarusic und den Löwen spielen zu wollen.

Eigentlich hatten die Kieler am vergangenen Freitag nach einem Gespräch mit ihrem Star dessen Verbleib bis zum Vertragsende verkündet ("Nikola Karabatic bleibt in Kiel!"), nachdem man sich nicht mit den Löwen über eine Ablöse hatte einigen können.

Storm attackiert Kieler Vorgehen

Löwen-Manager Thorsten Storm kritisierte im Gespräch mit dem "NDR" das Vorgehen Kiels: "Man kann nicht Regeln aufstellen, die für alle gelten, nur für sich selbst nicht. Auch Karabatic und Omeyer sind aus Verträgen herausgekauft worden und von Montpellier nach Kiel gewechselt. Das ist im Sport so. Wenn Trainer oder Spieler wechseln wollen, dann muss man sich damit befassen, und das haben wir getan."

Zwar zeigte Karabatic nun auch beim Erfolg bei den zuhause bislang ungeschlagenen Magdeburgern mit fünf Toren wieder eine gute Leistung, doch auch sein Coach Alfred Gislason hat mittlerweile genug von Transfer-Theater. "Das nervt mich langsam", sagte der Isländer, der aber zugeben musste: "Es imponiert mir wie er seinen Job macht."

Mit 39:1 Punkten haben die Kieler nach 20 Spielen mittlerweile zehn Punkte Vorsprung auf den Zweiten TBV Lemgo (29:9) und den Dritten aus Magdeburg (29:11). (DATENCENTER: Der 20. Spieltag)

SG schminkt sich die Champions League ab

Sogar die Champions-League-Plätze aus den Augen verloren hat die SG Flensburg-Handewitt (24:16) auf dem sechstem Platz. Der Vizemeister musste beim VfL Gummersbach eine 24:27 (12:15)-Niederlage einstecken.

"Über die Champions League zu reden, können wir uns endgültig abschminken", sagte SG-Manager Fynn Holpert. Die Gummersbacher liegen nun punktgleich mit den Norddeutschen auf dem siebten Platz.

Noch zwei Ränge dahinter rangiert die HSG Nordhorn (22:14) um Rückraumass Holger Glandorf, der ebenfalls von den Löwen umworben wird. Die Niedersachsen gewannen bei MT Melsungen 29:24 (10:11).

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